Unterlind bei Mehlmeisel
16.08.2026 - 16:47 Uhr

Hammerkircherl erlebt doppeltes Fest zwischen Glauben und Tradition

Wenn der Hammricher Frauentag und 130 Jahre Katholischer Burschenverein Unterlind zusammentreffen, dann feiern Glaube und Tradition ein gemeinsames Fest. Bei dem es unter anderem um Erdbeerkuchen geht.

„Hammricher Frauentag“ und 130 Jahre Katholischer Burschenverein Unterlind: Ein doppeltes Fest, bei dem der Glaube, Tradition und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen. Zu Beginn war an der Kriegergedächtniskappelle der verstorbenen Mitglieder gedacht worden, die den Verein über viele Jahre begleitet haben. Anschließend bewegte sich der Kirchenzug von der Pfarrkirche zum Hammerkirchl. Aufgrund einer Brückensanierung musste ein stückweit auf einen schmalen Weg ausgewichen werden, was die festlichen Stimmung aber keineswegs beeinträchtigte.

An der Kapelle feierten Pfarrer Sven Grillmeier, Diakon Franz Lautenbacher, der den Geistlichen, den Jubelverein und die Mitfeiernden begrüßte, sowie Kirchenpfleger Manfred Prechtl gemeinsam mit Hunderten von Gläubigen einen festlichen Gottesdienst. Mitgestaltet wurde die Feier von den Original Fichtelgebirgsmusikanten unter der Leitung von Franz-Josef Pscherer, die auch den Kirchenzug begleitetet hatten.

Vergleich mit einer Erdbeertorte

Pfarrer Grillmeier, der die Fichtelgebirgsgemeinde aus seiner früheren Ferienarbeit her kennt, fand in seiner Predigt einen ungewöhnliche Vergleich: eine Erdbeertorte, bestehend aus mehreren Elementen: Der Boden stehe für die Heimat und für das, was Menschen von ihren Eltern mit auf den Lebensweg bekommen haben. Die Erdbeeren auf dem Belag symbolisierten das Leben selbst – mit seinen süßen, aber auch seinen weniger schönen Seiten. Und was hält alles zusammen? „Der Guss“: Gott. Fehle schließlich noch das Sahnehäubchen, so Pfarrer Grillmeier. Das stehe für die Verehrung der Mutter Gottes, die zu Jesus führe. Die bildhafte Predigt dürfte so manchem Besucher beim nächsten Stück Erdbeertorte wieder in den Sinn kommen.

Im Anschluss segnete der Geistliche nach altem Brauch die mitgebrachten sowie die vom örtlichen Fichtelgebirgsverein (FGV) gegen eine Spende angebotenen Kräuterbüschel. Kirchenpfleger Manfred Prechtl dankte allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Ein besonderer Dank galt den Familien Ehlich und Prechtl, die sich das ganze Jahr über um das Hammerkirchl kümmern und es zum Festtag liebevoll geschmückt haben.

Voll trotz der Hitze

In der voll besetzten Festhalle rückte anschließend das 130-jährige Vereinsjubiläum in den Mittelpunkt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 35 Grad war der Andrang groß – nicht nur an den Getränkeständen. Vorsitzender Benedikt Bauer hieß die zahlreichen Gäste, unter ihnen viele prominente Besucher, willkommen, die dem Verein die Ehren gaben, der trotz Höhen und Tiefen zur Erfolgsgeschichte wurde (wir berichteten). Die Original Fichtelgebirgsmusikanten sorgten für die passende Festtagsstimmung, am Nachmittag übernahmen das die Mehlmeiseler Dorfmusikanten.

Am Abend brachte die Partyband „Trockenrocker“ die Festhalle noch einmal richtig in Schwung. Den ganzen Tag über lud der traditionelle Marktbetrieb mit einem vielfältigen Angebot Besucher zum Kaufen, Schauen und Leute-treffen ein. Die Krönung am Sonntag war ein langer Festzug durch das Dorf mit viel Musik und bester Stimmung. 33 Vereine mit insgesamt 330 Mitfeiernden hatten sich daran beteiligt. Beim anschließenden Festbetrieb in der Halle begleiteten die Original Fichtelgebirgsmusikanten die Gäste mit Musik vom Feinsten bis in den Abend hinein.

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