Ursensollen
30.05.2021 - 14:56 Uhr

Bürger in Ursensollen bekommen Nistkästen

Ursensollen hat dem Artenschwund in der Gemeinde den Kampf angesagt. An vielen Häusern und in vielen Gärten mangelt es jedoch an Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse. Dem soll nun entgegengewirkt werden.

Ursensollen ist Biodiversitätsgemeinde. Beim Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ hat sie sich in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Hirschwald dazu entschieden, ein Gebäudebrüter-Projekt in die Wege zu leiten. Bild: Sägenschnitter
Ursensollen ist Biodiversitätsgemeinde. Beim Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ hat sie sich in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Hirschwald dazu entschieden, ein Gebäudebrüter-Projekt in die Wege zu leiten.

Biodiversität – was bedeutet das eigentlich? Unter Biodiversität versteht man die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt der Arten und Lebensräume und die Vielfalt der Beziehungen untereinander.

Die Ausgangssituation

Die Gemeinde Ursensollen ist mit 38 Ortsteilen sehr ländlich geprägt. Oft sind noch Nebengebäude, alte Bäume mit Baumhöhlen und unbewohnte Dachstühle vorhanden. Viele Bürger würden diese Plätze gerne für Vögel und Fledermäuse anbieten, dabei soll ihnen nun geholfen werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Projekt

Konkret bedeutet dies, dass jeder Ursensollener Gemeindebürger für einen Betrag von bis zu 100 Euro Nisthilfen für sein Privatgrundstück beziehen kann. Die Gemeinde stellt ein Sortiment von Nistkästen zur Verfügung. Diese werden am Haus unter der Traufe, an Nebengebäuden, an stärkeren Bäumen im Garten und an sonstigen geeigneten Flächen angebracht. Hilfestellung und weitere Informationen zu den Arten und deren Bestimmung gibt es bei Bedarf von den Rangern des Naturpark Hirschwald. Über ein übersichtliches Faltblatt können die Bürger die Vögel oder Fledermäuse in den Nistkästen selbst bestimmen und der Gemeinde oder dem Naturpark die Ergebnisse zukommen lassen.

Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin Naturpark Hirschwald: „Wir freuen uns, dass die Gemeinde Ursensollen die Initiative ergriffen hat, ihre Gemeindebürgerinnen und -bürger dabei zu unterstützen, Lebensraum für gebäudebrütende Arten wie Vögel und Fledermäuse zu schaffen. Ursensollen als Flächengemeinde hat viele Ortsteile, wo Siedlung und Landschaft ineinander übergehen. Gerade in diesen Übergangsbereichen ist noch Platz für Biodiversität, die den eigenen Garten oder das eigene Grundstück bereichert.“

Ziel des Projekts

Das Projekt sei der ideale Ansatz, um die Biodiversität bis in die Ortschaften hinein zu fördern und die Bürger dabei zu beteiligen. Die heimischen Vogelarten nehmen die Nistkästen laut der Presseinfo gerne an, denn es herrscht sowieso Brutplatzmangel. Zu den Vogelarten, die in diese Kästen einziehen, zählen Spatzen, Meisen, Stare und Rotschwänze. Am Ortsrand kann auch schon mal der Trauerschnäpper oder der Wendehals im Kasten sein. Es gibt aber auch Nisthilfen für Schwalben und Mauersegler. Besonders praktisch sei, dass man die Nisthilfen dort anbringen kann, wo die Nester am Haus nicht stören. Auch etliche Fledermausarten nehmen gerne Nisthilfen an. Sie verwenden sie entweder als Tagesquartier zum Schlafen oder auch als Wochenstube für die Jungenaufzucht.

Jonas Nelhiebel, Ranger Naturpark Hirschwald: „Nistkästen sind eine tolle Sache um einerseits mangelnde Nischen- und Höhlenquartiere für Vögel und Fledermäuse anzubieten. Andererseits fördern sie auch die Artenkenntnis, wenn sich die Eigentümer der Kästen mit den darin lebenden Bewohnern beschäftigen. Die Eigentümer sollen in der Unterhaltung der Nistkästen so viel wie möglich selbst erledigen. Sollten allerdings einmal Fragen auftreten, steht der Naturpark Hirschwald mit Rat und Tat zur Seite.“

Zur Antragstellung

Interessierte Bürger mit entsprechenden Objekten können sich bei Nina Forster von der Gemeindeverwaltung auf eine Interessentenliste setzen lassen. Dies gelingt unbürokratisch telefonisch unter 09628/923924 oder per E-Mail unter nina.forster[at]ursensollen[dot]de. Die ersten 50 Interessenten erhalten von der Gemeinde Ursensollen entsprechende Nisthilfen gestiftet.

Florian Lang, Projektmanager „Marktplatz der biologischen Vielfalt“, findet das Angebot der Gemeinde vorbildlich. Es unterstütze die Vögel, deren Brutplätze schwinden, und zeige beispielhaft, dass alle Ursensollener Gemeindebürger einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz beitragen können. "Wer darüber hinaus aktiv werden möchte, kann eine insektenreiche Blühfläche im Garten anlegen, um das Nahrungsangebot für die Vögel zu erhöhen", erklärt er.

Ursensollens Bürgermeister Albert Geitner freut sich, das Projekt als Modellgemeinde finanziell zu unterstützen und für heimische Gebäudebrüter neue Brutplätze zu schaffen. Er hofft auf reges Interesse der Bevölkerung.

Hirschwald bei Ensdorf19.05.2021
Hintergrund:

Zum Gebäudebrüter-Projekt

  • Das Gebäudebrüter-Projekt wird über das Biodiversitäts-Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ finanziert.
  • Gefördert wird das Projekt durch den Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der Glücksspirale.
  • Hierfür steht ein Budget in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.