Das mit dem "richtig dunklen Nachthimmel" zur "Earth Night" in Ursensollen hat dann doch nicht geklappt. Die Gemeinde hatte zwar wie angekündigt am Freitagabend die Straßenbeleuchtung rund um den Dorfplatz ausgeschaltet – doch abgesehen davon blieben viele andere Lichter an. Die Sternfreunde Amberg-Ursensollen ermöglichten trotzdem vielen Interessierten durch Teleskope ganz besondere Blicke in den Himmel dieser September-Nacht.
Und weil die unten am Boden doch sehr stark ausgeleuchtet war, erlebten die Besucher der "Earth Night" gleich, worum es bei diesem weltweiten Aktionstag geht: Um die sogenannte Lichtverschmutzung – die Tatsache, dass Kunstlicht weltweit dafür sorgt, dass die Nächte nicht mehr richtig dunkel sind. Mit Folgen für das Leben auf der Erde.
"Die dunkle Seite des Lichts"
Einzelheiten dazu waren zum Auftakt der "Earth Night" in Ursensollen Thema im Planetarium. Dort präsentierte der Verein Sternfreunde Amberg-Ursensollen zusätzlich zu seinem üblichen Programm rund um den Sternenhimmel und das Weltall an diesem Abend den Film "Die dunkle Seite des Lichts", der das Problem der Lichtverschmutzung anschaulich erklärt. Diese ist längst zur Normalität geworden, seit die Menschheit die Dunkelheit der Nacht durch künstliches Licht vertrieben hat.
Dass die Nacht schon lange nicht mehr richtig dunkel ist, hat, wie im Film erläutert, Auswirkungen auf die innere Uhr des Menschen, aber auch auf Tiere, von denen über die Hälfte zumindest teilweise nachtaktiv ist – und Licht unter anderem als Orientierungshilfe nutzt. Sogar Pflanzen beeinflusst die erleuchtete Dunkelheit, wie im Film erklärt wird: "Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Zweige in der Nähe von Straßenlaternen noch Blätter haben, lange nachdem der Rest des Baumes sie abgeworfen hat? Auch das ist eine Folge der Lichtverschmutzung."
Einfach mal abschalten
Um diese zu senken, appelliert der Film, nachts die Menge des Lichts zu senken, und dort, wo es unbedingt gebraucht wird, möglichst warm-weißes Licht zu verwenden und es zum Beispiel an Straßenlampen auch gezielt einzusetzen, nämlich zum Boden gerichtet. "Denn die Beleuchtung des Himmels nützt niemandem." Man könne also viel tun, "um zum Erhalt der natürlichen Ordnung der Dinge beizutragen: Oft bedeutet es auch nur, einfach ein Licht auszuschalten, das man nicht braucht".
Das hätte man an diesem Abend am Ursensollener Dorfplatz auch tun können: Der Kirchturm zum Beispiel leuchtete wie üblich hell angestrahlt, bis nach rund zwei Stunden jemand gefunden war, der den Scheinwerfer abschalten konnte. Die Sternfreunde hatten da schon lang eine große Schar von Interessierten um sich geschart, die sich begeistert Besonderheiten am nächtlichen Septemberhimmel erklären und auch konkret zeigen ließen.
Aha-Momente am Teleskop
Dazu hatten die Sternfreunde Norbert Seegerer und Rolf Weber ein Teleskop aufgebaut, mit dem die Gäste unter anderem einen Blick auf Sternhaufen, Ringnebel und den Saturn werfen konnten. Aufgrund seiner aktuellen Position sieht man seine berühmten Ringe momentan nur von der Seite und damit als dünne Linie. Die Sternfreunde freuen sich, dass sie dank ihres gut transportablen 8-Zoll-Spiegelteleskops, das ihnen Vereinsmitglied Dr. Roland Berberich gespendet hat, nun auch mobil sind, und so Gästen auch abseits der Sternwarte Interessantes am Himmel zeigen können.
Auch die Jugendgruppe des Vereins, die "Astro Youth Ursensollen" (AYU), sorgte für Aha-Momente auf dem Dorfplatz: Mit einem digitalen Teleskop, das sich per App ansteuern lässt, konnten die Besucher die Bilder dieses Geräts auf ihren eigenen Handys anschauen und sogar fotografieren. Für den berühmten Andromedanebel, nach dem Norbert Seegerer und seine Vereinskollegen von Besuchern häufig gefragt werden, war es an diesem Abend auf dem Dorfplatz zu hell. Dieses Himmelsobjekt könne man eigentlich sogar mit bloßem Auge sehen, sagte Seegerer. Doch dafür sei dann die Sternwarte, um die herum es deutlich dunkler ist, wohl doch der bessere Standort. Kein Wunder, dass auch dort am Freitag viele Besucher einen Blick in den Himmel warfen.






















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