28.08.2018 - 12:01 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Fremder Spontanbesuch für eine Nacht

Was ist das? Stehen fünf junge Burschen vor der Haustüre und fragen höflich, ob sie hier schlafen dürfen.

Anja Rönnebeck (Dritte von links) freute sich über den spontanen Besuch der Jungs aus Schwabach von der Schönstatt Mannesjugend (SMJ).
von PKMOProfil

Ursensollen. (pkmo) Herbergseltern für eine Nacht, das hätte sich die Familie Rönnebeck eher nicht räumen lassen. Sie lebt in dem nur 80 Einwohner zählenden Dorf Erlheim bei Ursensollen, und plötzlich standen fünf wildfremde junge Burschen vor der Türe. Was sie wollten, machte Anja Rönnebeck im ersten Augenblick eher etwas stutzig. "Sie hatten eine Liste von Fragen über unser Dorf dabei, waren alle sehr höflich und wollten mich sogar persönlich mit Handschlag begrüßen." Das gibt es nicht mehr alle Tage und die vielen Blasen an den Händen der Jungen auch nicht. Am Tag zuvor haben sie Holz gehackt. Deswegen war der Begrüßungshandschlag bei dem einen oder anderen nicht unbedingt schmerzfrei, erzählte das Quintett frei von der Leber weg.

Schnell wurde die Situation klarer: Die fünf Jungs im Alter von elf bis vierzehn Jahren kommen aus Schwabach und nahmen eine Woche an einem Zeltlager der Schönstatt Mannesjugend (SMJ) in Allertshofen teil. Organisiert wurde das Camp von ehrenamtlichen Mitarbeitern der christlichen Schönstattjugend der Diözese Eichstätt.

Während des Zeltlagers mussten die Teilnehmer in Gruppen verschiedene Aufgaben bewältigen. Eine davon: Sich einen fremden Schlafplatz bei Einheimischen suchen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Anja Rönnebeck war von dem guten Umgangston der Jugendlichen so angetan, dass sie ihnen kurzerhand ihre Terrasse als Schlafplatz anbot. Das nahmen die Jungen dankend an. "Sie waren lieb, bescheiden und pflegten einen sehr einfühlsamen Umgang miteinander", erzählt die spontane Herbergsmutter für eine Nacht. "Das ist in der heutigen Zeit leider keine Selbstverständlichkeit mehr." Die Frühstücksschicht am nächsten Morgen übernahm Herbergsvater Horst Rönnebeck, der als Herbergsvater natürlich nicht zurückstehen wollte. "Die Werte, die so weitergegeben werden, sind absolut wertvoll", schwärmte die kurzzeitige Adoptivmutter. "Ich war einfach nur sprachlos und glücklich über die schöne Spontan-Begegnung."

Mit Sack und Pack steht das Quintett vor der Türe.
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