18.12.2018 - 17:11 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Wenn im Kubus die Geigen flüstern

"AdHoc"-Quartett - für den Augenblick gemacht, so nennt sich das Streichquartett mit Anna Godelmann, Anna-Sophia Kraus (Geigen), Susanne Zippe (Viola) und Christoph Pickelmann (Cello).

Mal melancholisch, mal hoffnungsvoll oder auch spielerisch tänzelnd – bei ihrem Weihnachtskonzert im Kubus in Ursensollen ziehen die vier Musiker Anna Godelmann, Anna-Sophia Kraus, Susanne Zippe und Christoph Pickelmann die Zuhörer in ihren Bann.
von Marielouise ScharfProfil

Der Augenblick, den die vier schwungvollen Musiker im ausverkauften Kubus in Ursensollen ihrem begeisterten Publikum bescheren, ist weihnachtlich-festlich. Musik von Mozart, Dvorak, Corelli und Mendelssohn-Bartholdy steht auf dem Programm. Kleine, feine Kostbarkeiten, zum Teil Vertonungen, die mit einer "unglücklichen Liebe" verbunden sind, ist vom Sprecher zu erfahren. Christoph Pickelmann hat diesen Part übernommen. Mit Informationen zu den Kompositionen, wie auch mit kurzen Szenen aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens leitet er zu den einzelnen Stücken über.

Feine Kostbarkeiten

Das 1. Streichquartett von Mozart, KV 80, eröffnet den Reigen. Die Einstimmung passt ins weihnachtliche Ambiente mit großem Christbaum neben der Bühne und leuchtenden Sternen, die von der Saaldecke hängen.

Zu Beginn des Mendelssohn-Bartholdy-Quartetts op. 12. tastet sich die Musik zögernd voran. Pausen sind lang gedehnt, als hätte sie der winterliche Frost eingefroren. Melancholie macht sich breit. Erst mit dem Allegro löst sich das beinahe beklemmende Klima und weicht einem hoffnungsvollen, heiteren Ton. Die Piano-Passagen "flüstern" die Geigerinnen, als würden sie dem gespannt lauschenden Publikum ein geheimnisvolles Märchen erzählen. Dann wieder trippeln und tänzeln sie übermütig über die Saiten.

Cello und Bratsche folgen, korrespondieren in ihrer dunkelgetönten Sprache und beantworten mit feinen Spielsentenzen. Mit angehaltenem Atem wird der langsame Satz dieser Es-Dur-Komposition verfolgt. Das "AdHoc"-Quartett verdichtet die unterschiedlichen Werke. Seine Interpretationen sind bunt, engagiert und schwungvoll. Das Vibrato spannend eingesetzt, die Stimmungen prägnant skizziert, die Höreffekte dezent und geschmackvoll positioniert.

Lieder ohne Worte

Die Musiker spielen mit großer Sorgfalt, hoher Agilität und klanglicher Homogenität. Das beweisen die vier auch bei Dvoraks Kammermusikstück "Die Zypressen". Diese sind so etwas wie Lieder ohne Worte nach tschechischen Gedichten, aber auch ein Teil seiner Lebensgeschichte, seiner Liebes- und Lebenserfahrung. Mit Corellis Weihnachtskonzert in der Streichquartett-Bearbeitung von Helmolt Schmidt plus zwei Zugabe-Weihnachtsliedern werden die Besucher in die kalte Adventnacht entlassen. Vorher spenden sie den Künstlern jedoch noch heißen Beifall.

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