18.08.2019 - 13:52 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Planetarium ist kein Blick in die Zukunft

Franz Mädler freut sich einfach, wenn er an das Planetarium denkt, das im Wald hinter dem Sportplatz entsteht. Und der Bürgermeister hat einen Schlüssel. So kann er immer nachschauen, wie weit die Arbeiten schon sind.

Exklusiver Blick in die Kuppel des Planetariums von Ursensollen. Mit dem extremen Weitwinkel-Objektiv gelingt es, die ganze Kuppel auf ein Foto zu bringen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

"Drei Wochen fehlen uns", sagt Franz Mädler mit Blick auf den ohnehin sehr sportlichen Fertigstellungstermin für das Planetarium in Ursensollen Ende des Jahres. Aber die Baubranche boomt, da muss auch das ganz besondere Gebäude am Rande des Dorfes ein bisschen warten. Aber die Kuppel ist schon da. Die ist etwas ganz besonderes, eine Spezialanfertigung einer Spezialfirma aus den USA. Spitz Inc. heißt das Unternehmen, das sich auf das technische Innenleben von Planetarien spezialisiert hat. "Angeblich sind die nach Ursensollen sofort ins Disneyland geflogen, um dort ebenfalls eine Kuppel zu bauen", erzählt Franz Mädler.

Hier werden die großen Teleskope stehen.

Filme in 3D

Gelochtes Alublech ist das Geheimnis hinter der Kuppel. Absolut reflexionsfrei ist das Material, auf das später einmal die Filme projiziert werden, die im Ursensollener Planetarium zu sehen sein werden. Dreidimensional übrigens werden zwei dieser Filme sein. "Das kostet pro Stück rund 10 000 Euro", sagt Franz Mädler. Für einen hat der Trägerverein schon einen Sponsor gefunden, für den zweiten darf sich natürlich noch jemand melden. Ursensollen ist nach den Informationen von Franz Mädler neben Hamburg künftig das einzige 3-D-Planetarium in Deutschland.

Und es wird eine eigene Sternwarte besitzen. Von der ist derzeit nur zu erahnen, wo später einmal die großen Fernrohre stehen werden. Ein paar Stahlsockel sind zu sehen, mehr nicht. "Wir werden übrigens auch ein barrierefreies Teleskop für Rollstuhlfahrer einbauen", erzählt Franz Mädler, der ein bekennender Hobby-Astronom ist. Keine Frage, dass Mädler selbst gemeinsam mit Matthias Mändl, dem Vorsitzenden des Vereins Volkssternwarte, hinter dem Projekt Planetarium steckt.

Blick in den Rohbau des Planetariums.

Gemeinderäte alle dafür

Gestützt wird es aber von allen Gemeinderäten, das ist dem Bürgermeister sehr wichtig. Mit Ausnahme eines einzigen Beschlusses habe Einstimmigkeit geherrscht im Ursensollener Gemeinderat. "Das ist mir auch sehr wichtig, dass alle Parteien dahinter stehen", sagt Mädler, der politisch bei den Freien Wählern zu verorten ist. Dabei sollte das Planetarium anfangs ja "nur" rund 800 000 Euro kosten. Inzwischen liegt der Preis für das Gesamtpaket inklusive Außenanlagen und Erschließungsstraße bei gut 2,2 Millionen.

Außenansicht des Planetariums.

Ansprüche gestiegen

Das liegt unter anderem auch daran, dass im Lauf der Planung die Ansprüche gestiegen sind. Sollten Anfangs nur Filme von unten auf eine Art Gipshalbkugel gestrahlt werden, ist es nun eben eine 3D-Technik auf gelochtes Alublech. Außerdem kann direkt von der Sternwarte via Glasfaserkabel live übertragen werden. Die Technik ist teuer, doch angesichts einer Förderquote von gut 70 Prozent können die Gemeinderäte noch immer gut schlafen. "Das wird eine Attraktion für den Naturpark Hirschwald", ist sich Mädler sicher und erzählt, dass das Erasmus-Gymnasium schon Lernzeiten für kommendes Jahr gebucht hat - andere werden sicher folgen.

Jetzt heißt es aber erst einmal fertig werden. Anfang Oktober kommt die eigentliche Technik, die der 6,60-Meter-Kuppel des Planetariums Bild und Ton spenden wird. Noch fehlen auch die anderen Einbauten, doch Franz Mädler weiß genau, wo einmal welches Teil stehen wird. Inklusive des Schaukastens, in dem die Meteoritensammlung des Vereins zu finden sein wird. Aber das ist nur eine Randnotiz. Für heute machen die Arbeiter auf der Baustelle erst einmal Schluss. Franz Mädler sperrt hinter ihnen ab. Aber er weiß, dass er zum Abschluss seiner Amtszeit als Bürgermeister das Planetarium einweihen wird. Und darauf freut er sich.

Das Planetarium in Ursensollen

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