09.06.2020 - 17:26 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Senior tötet seinen Hund und bedroht Nachbarin

Drei laute Knalle lockten eine junge Frau in Ursensollen vor die Haustür. Dort musste sie mit ansehen, wie ihr Nachbar seinen angeschossenen Hund mit einer Spitzhacke tötete. Als der 78-Jährige sie bemerkte, richtete er ein Gewehr auf sie.

Zu einem äußerst bedenklichen Einsatz musste die Polizei in Ursensollen ausrücken.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Ein 78-jähriger Rentner hat am Montagnachmittag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Drei laute Schüsse hatte seine Nachbarin gehört. Als sie nach dem Rechten sehen wollte, erkannte sie den Grund für den Lärm: Der Senior hatte zunächst seinen Hund, einen Spitz, angeschossen und dann mit einer Spitzhacke getötet. Als er die junge Frau bemerkte, richtete er sein Gewehr auf sie und schrie ihr zu, ob er sie auch erschießen solle.

Die 22-Jährige flüchtete in ihre Wohnung und wählte die Notrufnummer. Daraufhin rückten Einsatzkräften der Polizeiinspektion, der Verkehrspolizei und des Einsatzzuges an und konnten die Situation friedlich auflösen. Den Beamten übergab der Täter ein Luftdruckgewehr und behauptete, damit den Hund angeschossen zu haben. Das Tier sei danach in den Wald gelaufen. Eine andere Waffe besitze er auch gar nicht.

Polizei durchsucht Gelände und Wohnung

Weil die Polizisten seinen Ausführungen keinen Glauben schenkten, suchten sie das Gelände ab. Sie fanden eine verdächtige Stelle und ließen den Hund wieder ausgraben. Sein Besitzer hatte ihn in aller Eile im angrenzenden Wald verscharrt. Der Kadaver wies deutliche Schussverletzungen auf, die keinesfalls von dem vorgezeigten Luftgewehr stammen konnten, so die Einschätzung der Polizei. Die Staatsanwaltschaft Amberg stimmte einer Wohnungsdurchsuchung zu.

Dabei fanden die Beamten die Tatwaffe, ein Kleinkalibergewehr samt Munition, die Spitzhacke und eine Schreckschusspistole. Für das Kleinkalibergewehr konnte der Schütze nicht einmal eine Erlaubnis vorweisen. Die Polizei beschlagnahmte die Gegenstände, auch zur Sicherheit aller Beteiligten. Als Rechtfertigung für sein Handeln äußerte der Senior, der Hund sei mehrmals weggelaufen. Für ihn ein Grund, das Tier zu töten. Nicht nur dafür wird sich der 78-Jährige vor Gericht verantworten müssen, sondern vor allem wegen der Bedrohung der jungen Frau und wegen des unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe.

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Kommentare

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Tanja Härtl

Der arme Hund - kaum zu glauben, wozu Menschen fähig sind! Ich kann nur hoffen, dass dieser Mann geistig nicht mehr ganz klar ist, denn sonst wäre ein solches grausames Verhalten absolut nicht zu entschuldigen!

09.06.2020