23.10.2018 - 17:33 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Ursensollener Feuerwehrauto: Jetzt in Griechenland

Es hat 33 Jahre auf dem Buckel. Kein Problem, das alte Ursensollener Feuerwehrauto ist noch gut in Schuss. Und kann damit weiter zuverlässige Dienste leisten. Allerdings nicht mehr in der Oberpfalz.

Urlaubsbild mit Oberpfälzer Feuerwehrauto – nicht ganz, denn das Fahrzeug, das bis vor kurzem in Ursensollen in Dienst war, ist in Zukunft in der Mönchsrepublik Athos (Griechenland) im Einsatz. Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler bringt statt des Fahrzeugs nur noch ein Erinnerungsbild mit zurück in die Oberpfalz.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Nach 2000 Kilometern Fahrt hat das Ursensollener Feuerwehrauto seinen neuen Bestimmungsort erreicht: die Mönchsrepublik Athos. "Es lief alles glatt. Mit überraschenden Hindernissen", meldete Ursensollens Bürgermeister am Dienstag via Handy Vollzug: Das ehemalige Ursensollener Feuerwehrauto, Fachleute kennen es als LF 16, ist gut in Athos angekommen. 44 Stunden Fahrt liegen hinter ihm und den drei Männern, die sich am Lenkrad abgewechselt haben. Michael Reindl, Rudi Schüller und Michael Weber, die in der Feuerwehr Haselmühl Dienst tun, haben eine Woche Urlaub geopfert, um diese ungewöhnliche Überführungsfahrt für die Ursensollener Kollegen zu übernehmen.

Faszinierende Region

Der heilige Berg Athos ist eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souveränität. Für Bürgermeister Franz Mädler eine faszinierende Region, die er erstmals vor 30 Jahren besucht hat. Frauen haben hier keinen Zutritt - und auch für Männer ist der Besuch nicht ganz einfach: Pro Tag wird dieser nur zehn Nichtorthodoxen gestattet. Mädler hatte Glück - er war inzwischen noch zweimal auf der Halbinsel, zuletzt im vergangenen Jahr.

Dabei lernte er einen deutschen Mönch kennen, der im Kloster Simonos Petras mit seinen rund 60 Bewohnern für die Technik zuständig ist. Darunter, so erklärt Mädler, fällt dort auch das Feuerwehrwesen. Als die Sprache auf dieses Thema kam, wurde schnell klar, dass sich hier zwei Puzzlestücke zusammenfügen: Ursensollen hat im Mai sein altes Feuerwehrfahrzeug gegen ein neues Modell ausgetauscht - und die Mönche lebten in ständiger Furcht vor einem Brand. Im Fall der Fälle müsste die Feuerwehr aus der nicht ganz nahen Hauptstadt der Republik ausrücken, die wahrscheinlich nicht schnell genug da wäre.

Schnell war die Idee geboren, den Mönchen das alte, aber noch voll funktionsfähige und sogar TÜV-geprüfte Ursensollener Fahrzeug zu verkaufen. Der Gemeinderat segnete diesen Deal ab, in Ursensollen ist seit Mai das neue Fahrzeug im Dienst, so dass das ausgemusterte Exemplar jetzt seine lange Reise antreten konnte. Die 2000-Kilometer-Tour hat den 34 000 Kilometern auf dem Tacho des LF 16 noch ein paar hinzugefügt.

An sich ohne Probleme, wie Mädler berichtete. Abgesehen von Schwierigkeiten mit der Sprache und dem Zoll auf der Fahrt durch Serbien. Nach diesen Erfahrungen änderte die Besatzung dann ihre Route und wählte stattdessen einen Umweg über Bulgarien, um sich weitere Schwierigkeiten zu ersparen.

Die Freude war groß

Umso größer war am Ende die Freude über den sehr herzlichen Empfang, den die Mönche den Oberpfälzern bereiteten: "Sie waren richtig begeistert", berichtet Mädler, der den drei Haselmühlern zwei Tage später mit seinem Bürgermeisterkollegen Josef Schmaußer sowie mit Alfons Augsberger hinterhergeflogen ist, um die offizielle Übergabe abzuwickeln. Die drei Feuerwehrleute sind inzwischen wieder zurück in Haselmühl. Mädler hat noch zwei Tage bei den Mönchen drangehängt, bevor auch er die Heimreise antrat.

Gut möglich, dass es schon bald einen Gegenbesuch gibt - die Chancen stehen laut Mädler gut, dass der deutsche Mönch vom Kloster Simonos Petras in den nächsten vier Woche zu Gast in Ursensollen sein wird.

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