Ursensollen
22.03.2022 - 17:33 Uhr
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Zwischen Ursensollen und Hohenburg entsteht ein neuer Radweg

Noch sind der er Schweppermann-Radweg durch Ursensollen und der Lauterachtal-Radweg durch Allersburg nicht miteinander verbunden. Der Bauausschuss des Landkreises Amberg-Sulzbach hat beschlossen, dass sich das bald ändern soll.

Zwischen Zant und Hausen soll ein Radweg entstehen. Bild: Wolfgang Steinbacher
Zwischen Zant und Hausen soll ein Radweg entstehen.

Es gibt schon schöne Radwege im Landkreis Amberg-Sulzbach. Der Schweppermann-Radweg durch Ursensollen oder der Lauterachtal-Radweg durch Allersburg zum Beispiel. Noch schöner wäre es allerdings, wenn die beiden miteinander verbunden wären und Radfahrer nicht auf einer Kreisstraße fahren müssten, um vom einen zum anderen zu kommen. Das hat auch die Kreisverwaltungsbehörde erkannt. Im Bauausschuss am Montag stellte Ingenieur Matthias Kolb den Entwurfsplan dazu vor. Dieser wurde einstimmig von den Mitgliedern angenommen. In seiner Beschlussvorlage schreibt Kolb über die Verbindung: "Damit ist sie vor allem aus touristischer Sicht eine sinnvolle Ergänzung im Radwegenetz des Landkreises."

Plan soll Flächen sparen

Die "Vision", wie sie Landrat Richard Reisinger nannte, ist es, einen Radweg von Stockau bis Allersburg durchgängig zu errichten. Der erste Bauabschnitt, der dafür in Angriff genommen werden soll, ist eine rund zwei Kilometer lange Strecke zwischen Zant und Hausen. "Wir bauen eine 2,5 Meter breite Geh- und Radwegtrasse, die zusätzlich einen Zwischenraum zur Kreisstraße mit Banketten beinhaltet", erklärte Kolb. In der Mitte der Trasse soll ein bereits vorhandener öffentlicher Feld- und Waldweg der Gemeinde Ursensollen mit in den Streckenfluss eingearbeitet werden. Das spart Kolb zufolge Flächen. Den "Waldweg bauen wir dann unter Beteiligung der Gemeinde auf eine Breite von 3,5 Metern aus." Auch vor Hausen soll die Siedlungsstraße "Bergweg" mit in die Planung einbezogen werden. "Das spart uns noch mal rund 200 Meter, weil wir eine bereits vorhandene Infrastruktur nutzen können."

Teuer weil schlechter Boden

Billig wird der Teilabschnitt allerdings nicht werden. Rund zwei Millionen Euro gibt Kolb in seiner Beschlussvorlage an. Davon können aber rund 70 Prozent gefördert werden. Auf den Landkreis Amberg-Sulzbach wird also noch ein Betrag von in etwa 769 000 Euro zukommen.

Der Grund für den doch recht hohen Preis der Maßnahme liegt Kolb zufolge darin, dass der Boden schlecht ist und nicht die nötige Tragfähigkeit garantieren kann. "Es muss mit großflächigem Bodenaustausch gerechnet werden", sagte er. Wo das Erdreich an einer Stelle zu weich ist, ist es an der anderen zu fest, felsenfest um genau zu sein. "Stellenweise haben wir Kreide- und Kalkfels, wo wir die erhöhten Kosten im Lösen des Felses haben." Schließlich komme auch noch ein Felsen bei Hausen relativ nah an die Kreisstraße heran. "Da brauchen wir ein Stützbauwerk und Planken, weil wir da die Sicherheitsabstände zur Straße nicht einhalten können, und müssen eine Felsberäumung mit einplanen."

Austausch nötig

Grundstücke für die Maßnahme gekauft hat der Landkreis bislang noch nicht. "Ohne entsprechende Planung ist es schwer, Grunderwerb zu tätigen", sagte Kolb.

Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun wollte wissen, ob ein Erdaustausch tatsächlich nötig sein wird oder ob es nicht auch reichen würde, den Boden zu verbessern. Kolb sagte: "Das hatten wir auch im Blick, aber das Bodengutachten sagt, dass ein großflächiger Bodenaustausch wohl notwendig sein wird." Marianne Badura von der ÖDP stellte die Frage, ob es so sinnvoll sei, überall 2,5 Meter breite asphaltierte Wege neben eine bereits bestehende Straße zu bauen. "Mir scheint das eine Frage des Flächenverbrauchs", sagte sie. Sie wollte wissen, ob die Wege wirklich alle asphaltiert werden müssen. Sie gab außerdem zu bedenken, dass es auch eine Möglichkeit wäre, mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zu arbeiten. Zudem sei es ihr wichtig, Bäume in der Planung mitzudenken. "Ich plädiere dafür, das möglichst landschaftsverträglich zu machen", erklärte Badura.

Landrat Reisinger konterte, dass die "deutliche Mehrheit des Kreistages" seit langem für den Ausbau des Radwegenetztes sei. "In jeder Sitzung kam der Wunsch nach einem Radweg an dieser Stelle."

Radler wollen Asphalt

Beschwerden von Radfahrern, die sich an nicht asphaltierten Radwegen stören, kämen "permanent". "Die Radfahrer fordern das als Standard für sich ein. Wenn wir da jetzt einen Schotterweg machen, dann wäre es fast schade ums Geld, weil die Radfahrer dann wieder auf der Straße sind."

Wer den Radverkehr wolle, der komme nicht um eine "Eingriffsmaßnahme" herum. Reisinger verwies darauf, dass der Bauausschuss nicht befugt sei, Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beschließen.

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Pursruck bei Freudenberg22.03.2022
Hintergrund:

Die Baumaßnahme zur Radweg-Verbindung

  • Bauabschnitt zwischen Zant und Hausen
  • 2,5 Meter breiter Radweg auf rund zwei Kilometern Strecke
  • Wirtschaftsweg und Siedlungsstraße werden mit eingeplant
  • Kosten für die Maßnahme rund zwei Millionen Euro
  • Rund 1,9 Millionen Euro sind zu 70 Prozent förderfähig
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