Update 13.06.2018 - 13:28 Uhr
Utzenhofen bei KastlOberpfalz

Festtage wie aus dem Bilderbuch

In Utzenhofen regieren Johanna Guttenberger und Matthias Graf das Kirwageschehen

Sind sie nicht fesch? Johanna Guttenberger und Matthias Graf werden zum Oberkirwapaar gekürt.

(aun) Was eine kleine Ortschaft auf die Beine stellen kann, besonders wenn Boum und Moidln der Nachbarorte zusammenhelfen, zeigt Utzenhofen. Es sind drei ausgelassene Tage, an denen die Kirwaleit mit zahlreichen Gästen ihre Vituskirwa feiern.

Begleitet war das Fest von zwei Tagen strahlendem Sonnenschein, nur der Montag wurde von einigen Gewittern gestört. Die Kirwagemeinschaft hatte alles bestens organisiert, unter dem Motto „Die Tradition lebt“. Sie wurde mit großem Zuspruch belohnt. Der Heilige Vitus hat in Utzenhofen eine besondere Bedeutung: Es ist der Schutzpatron der Pfarrkirche. Seit Jahrzehnten wird deshalb in der Ortschaft die Kirwa zu seinen Ehren gefeiert – seit 25 Jahren unter Regie der Gemeinschaft um den Vorsitzenden Michael Wittmann.

Die Festtage begannen bereits am Freitag mit einem großen Schafkopfturnier. An 18 Tischen wurde um viele wertvolle Preise gespielt. Der erste Preis mit 200 Euro ging mit 127 Punkten an Tano Motsios, der zweite Preis mit 116 Punkten an Elfriede Schröder, der dritte mit 112 Punkten an Bernhard Neisberger.

Bereits am Samstagnachmittag wurde der in den Morgenstunden herantransportierte Baum neben dem Festzelt aufgestellt. Mit Hilfe von viel flüssiger Nahrung und eines Autokrans wurde er in die Senkrechte gebracht und mit dem Keilholz gut gesichert.

Abends unterhielt die Band Öha die Gäste bis spät in die Nacht: Festzelt und Dorfplatz drohten aus allen Nähten zu platzen.

Am Sonntagfrüh besuchten die zwölf Kirwapaare gemeinsam den Gottesdienst mit Pfarrer Josef Kanovsky in der gut gefüllten Pfarrkirche Sankt Vitus. Trotz durchtanzter Nacht war es für die jungen Leute und die Vereinsabordnungen selbstverständlich, das Kirchenpatrozinium zu feiern.

Pünktlich 15 Uhr folgte der Höhepunkt: Die Kirwaleit wurden im Pferdefuhrwerk von Stefan Hofmann aus Ehringsfeld mit seinen prächtigen schwarzen Rössern und dem toll geschmückten Anhänger zum Dorfplatz gefahren. Das Trio Hoglbouchan begleiteten sie musikalisch.

Mit einem Werkzeugkastentanz eröffneten die Burschen das Geschehen. Schnell zeigte sich, wer bei den Walzern, Polkas, Zwiefachen und Boarischen in den Tanzstunden aufgepasst hatte. Die Kirwaleit trugen noch Gstanzln vor, in denen so mancher sein Fett weg bekam. Das sorgte für Schmunzeln und großen Beifall.

Danach ermittelten die Aktiven mit Hilfe von Musik und Blumenstrauß das neue Oberkirwapaar. Johanna Guttenberger aus Freischweibach und Matthias Graf aus Utzenhofen tragen nun diesen Ehrentitel. Mit dem anschließenden Walzer stellten sich die beiden den vielen Besuchern vor. Nach dem Austanzen gingen alle ins Zelt, in dem die Gstanzlsängerin Renate Maier ihren Auftritt hatte. Musikalische Unterstützung leisteten die Hoglbouchan.

Seinen würdigen Ausklang fand das Fest am Montag. Der Kirwabär wurde durchs Dorf getrieben, wo er allerhand Schabernack ausheckte und neugierige Bewohner anschwärzte. Leider wurde das Treiben von Gewittern immer wieder unterbrochen.

Zum Festausklang mit der Band Moosbüffel wurden die vielen Besucher immer wieder in Hochstimmung gebracht.

Bei der vom Oberkirwapaar geleiteten Verlosung des Baumes zog Franziska Guttenberger das große Los. Sie gab den Baum postwendend wieder zur Versteigerung frei und bescherte dadurch den Kirwapaaren einen großen Erlös. Am Ende wurde das Festsymbol von der Kirwagemeinschaft Wolfsfeld für 410 Euro ersteigert.

Die zwölf Utzenhofener Kirwapaare samt Werkzeugkasten nach dem Baumaustanzen.

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