13.07.2021 - 16:11 Uhr
VilseckOberpfalz

100 Jahre: Jubiläum beim FV Vilseck

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"Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt!" So sang Franz Beckenbauer schon vor 50 Jahren. Doppelt so lang gilt das bereits in Vilseck. Dort gibt es seit 100 Jahren den Fußballverein.

1952 weihte Geistlicher Rat Josef Hösl den umgebauten, erneuerten Fußballplatz ein. Von einem Rasenspielfeld konnte damals kaum die Rede sein.
von Rosi HasenstabProfil

Bereits seit 100 Jahren gibt es in dem kleinen Städtchen Vilseck schon einen Fußballverein. Doch aus einer großen Jubiläumsfeier wird leider nichts. Das geplante Fest fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Doch ein Rückblick in die Vereinsgeschichte ist allemal erlaubt und interessant. Der Drang nach körperlicher Betätigung war damals bei der Jugend so groß, dass sich in Vilseck gleich vier Fußballmannschaften bildeten, die sich letztlich aber doch zusammenschlossen und 1921 den Fußverein Vilseck 1921 e.V. gründeten.

Suche nach passendem Gelände

Die Suche nach einem geeigneten Spiel- und Trainingsplatz fiel anfangs sehr schwer. Zunächst kickte man auf dem Ziegelanger und auf der vorderen Kühhut, dann auf der Axtheider Hut und schließlich auf dem Arbeitersportplatz in Grünwald. Weil auch bei Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer kein geeignetes Spielfeld zur Verfügung stand, genehmigten die Stadtväter schließlich die Ausübung des Fußballsports auf dem Platz neben den Kesselstauden. Bei schlechtem Wetter war das Feld jedoch nicht bespielbar. So übergab die Stadt dem Verein die frühere Kiesgrube und einen Teil des ehemaligen Stadtweihers. Mühsam richteten sich die Mitglieder darauf einen Fußballplatz her, der am 25. Mai 1947 eingeweiht wurde. Auch eine Umkleidebaracke entstand, in der später noch drei Wohnungen für heimatvertriebene Spieler und deren Familien geschaffen wurden.

Fußballschuhe von Amerikanern

Groß war die Freude, als die Amerikaner 13 Paar Fußballstiefel zur Verfügung stellten, die jedoch den meisten Spielern zu groß waren. Aber man konnte sich ja mit mehreren Paar Socken behelfen.

Die Baumaßnahmen gingen stetig weiter. Es bedurfte noch des Strom- und Wasseranschlusses und der Abwasserbeseitigung. Zum schnelleren Erreichen des Platzes wurde für Fußgänger ein Steg über die Vils gebaut, die sogenannte Capo-Schmidt-Brücke. Johann Schmidt folgte damals Kaspar Specht als Vorsitzender nach.

Wegen des schlechten Untergrundes musste der Platz 1950 vollkommen erneuert und erweitert werden. Für die Spiele wich man auf die Winklerwiese aus. Rasch wechselten sich die Vorstände ab. Nach Georg Specht sen., Xaver Flierl, Johann Arenth, Rudolf Hartmann und Ludwig Winderl leitete Dr. Wolfgang Klarner den FV. Unter seinem großen persönlichen Einsatz wurde ein neues Baracken-Sportheim gebaut, das 1955 einen gemauerten Anbau mit Umkleidekabine, Duschraum und Toilette erhielt. Klarner (1909-2004) hat sich nicht nur als begabter Fußballer, sondern auch als großzügiger, selbstloser Gönner um alle Belange des Vereins gekümmert und große Verdienste erworben. Deshalb wurde der „Fußballdoktor“ für sein Engagement auch zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Name ist heute noch in aller Munde.

Mit dem Radl zum Spiel

Die Fahrten zu den Auswärtsspielen bestritt man mit Fahrrädern, dann mit der Bahn und später mit Lkw. Nach Jahren endlich konnte man gemeinsam mit dem vereinseigenen VW-Bus zu den Punktespielen fahren. Schon bald stellten sich auch sportliche Erfolge ein. Vom 3. Platz in der B-Klasse gelang der Ersten Mannschaft rasch der Aufstieg in die A-Klasse Weiden, in der sich der FV fast 30 Jahre lang hielt.

1973 legte man einen neuen Sportplatz an. Federführend waren dabei Vorsitzender Heinz Neudecker und Bauingenieur Karl Bielmeier. Die Einweihung nahm 1977 Stadtpfarrer Georg Bauer vor. Um die Pflege der Spielfelder kümmerten sich jahrzehntelang die Platzwarte Paul Rückl und Kurt Fabienke.

Kegler werden Teil des FV

Unter dem Vorsitz von Georg Specht jun. und mit Hilfe des Architekten Karl Tippmann ging es 1983 an den Bau eines neuen Vereinsheims mit Kegelbahn. Die Mitglieder erbrachten in Eigenleistung dabei fast 14.000 Arbeitsstunden. 1985 nahm der Sportkegelclub, der SKK Vilseck, der seit 1961 dem FV angegliedert ist, die neuen Bahnen in Betrieb. Dennoch geriet der FV von 1990 bis 1993 wegen der hohen Kosten des Sportheim-Neubaus und dessen Unterhaltung in eine finanzielle Krise. Dem damaligen Vorstand mit Heinrich Maulbeck und Kassier Manfred Högl gelang es schließlich, mit einem Entschuldungskonzept und mit Unterstützung von spendenbereiten Mitgliedern und Unternehmen die Finanzen in geregelte Bahnen zu lenken. Zur Kostendeckung trug auch eine FV-Theatergruppe bei; außerdem erzielte man Einnahmen bei Wandertagen, Faschingsbällen und Bockbierfesten.

So war es möglich, für die Unterbringung vereinseigener Geräte und Fahrzeuge 1993 eine Doppelgarage neben dem Sportgelände zu erstellen. Dritter Vorsitzender Adolf Lehner gewann dazu viele freiwillige Helfer, sodass nur Materialkosten entstanden.

2001 wurde unter Robert Specht die Parkplatzbefestigung in Angriff genommen. Ab 2003 übernahm Georg Maulbeck zwölf Jahre lang die Geschicke des Vereins. Ein neues Kleinspielfeld kam hinzu und in den A-Platz wurde eine Bewässerungsanlage eingebaut. Seit 2015 steht nun Robert Liermann an der Spitze. Er hat eine neue Flutlichtanlage in Auftrag gegeben, die wegen der Pandemie noch nicht installiert werden konnte. Sein Führungsteam freut sich mit den 645 Mitgliedern, nun langsam wieder den Spielbetrieb aufnehmen zu können. „Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen den Sport. Sie möchten sich austoben und wieder mit ihren Freunden zusammen sein", sagt Liermann. "Und dazu bietet der FV die bestmöglichen Voraussetzungen.“

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Vilseck

 

 

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