Vilseck
04.03.2021 - 14:02 Uhr

Exponierter Altbau in Vilseck wird privat saniert

Viele Bauherren schrecken davor zurück: Einen Altbau zu sanieren, verlangt oft Mut und Geduld, langwierige Verhandlungen mit Behörden und nicht zuletzt viel Geld. Vor allem, wenn es sich um ein Gebäude wie das in Vilseck handelt.

Das Gnan-Anwesen, ein exponiertes historisches Gebäude in der Vilsecker Altstadt, soll in den kommenden Jahren saniert werden. Der Bauherr Alfons Gnan erfährt nach eigenem Bekunden von der Stadt, aber auch dem Landkreis und der Denkmalschutzbehörde für diese Maßnahme viel Unterstützung. Bild: e
Das Gnan-Anwesen, ein exponiertes historisches Gebäude in der Vilsecker Altstadt, soll in den kommenden Jahren saniert werden. Der Bauherr Alfons Gnan erfährt nach eigenem Bekunden von der Stadt, aber auch dem Landkreis und der Denkmalschutzbehörde für diese Maßnahme viel Unterstützung.

Das Anwesen Bahnhofstraße 9 in Vilseck, im Sanierungsgebiet Altstadt Vilseck gelegen, kennt in der Stadt ein jeder. Haupt und Nebengebäude befinden sich auf einem schmalen Eckgrundstück in exponierter Lage an der Staatsstraße 2123, der Bahnhofstraße (Giebelseite) und der Straße Ziegelanger. Angelegt wurde es einst als bäuerliches Gehöft mit Wohnhaus und sehr kleinem Wirtschaftstrakt.

Nachforschungen haben ergeben, erläutert der Bauherr Alfons Gnan, dass das Anwesens um das Jahr 1726/27 errichtet worden ist. Im Laufe der Zeit wurde es mehrfach verändert, zuletzt in den 70er-Jahren. Diese Modernisierung ist auch der Grund, warum das Gebäude nicht in die Denkmalliste aufgenommen wurde. „Nichtsdestotrotz enthält das Haus noch viel erhaltenswerte Substanz wie den original Dachstuhl mit Gesimsbalken, einen wunderbaren Gewölbekeller, eine gute erhaltende Balken-Bohlendecke aus dem Jahr 1726 und viele weitere kleinere Details“, sagt Alfons Gnan. Das Elternhaus des Bauherrn befindet sich seit 1898 im Familienbesitz und steht seit gut drei Jahren leer. Gnan stellte sich die Frage: Sanieren oder Neubau? Für ihn galt es, die Kosten einer Sanierung denen eines Neubaus gegenüberzustellen – eine sechsstellige Summe kommt dabei auf jeden Fall raus. „Genau lässt sich das bis dato noch gar nicht sagen“, erklärt Gnan. Die exakte Summe soll nun mit einem Sanierungsgutachten geklärt werden.

Tendenziell bevorzugt der Bauherr eine Sanierung des Gebäudes. Jedoch könnten versteckte Mängel und Problemstellen sehr viel Geld verschlingen, fürchtet er. „Um dieses Risiko zu vermindern, ist ein solches Gutachten unumgänglich“, berichtet Gnan. Die Unterstützung der Stadt, vor allem aber die städtebauliche Beratung durch ein Planungsbüro, hat dem Bauherrn sehr geholfen. Auch das Bauamt des Landkreises und die Denkmalschutzbehörde standen ihm zur Seite und steuerten wichtige Informationen zu dem Vorhaben bei.

Die Familie Gnan sieht die Maßnahme als „Leuchtturmprojekt“, um die Vilsecker Innenstadt zu beleben. Weitere Hausbesitzer sollten zu einem ähnlichen Schritt animiert werden. "Eine solche Sanierung passt natürlich ins Profil der Altstadt", betont Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Stadt und Stadtrat stünden dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Dafür sagte Alfons Gnan bei der vergangenen Sitzung dem Stadtrat auch Dank.

Mit Hilfe eines erfahrenen Architekten soll das ursprüngliche Erscheinungsbild des Anwesens wieder hergestellt werden, damit es sich perfekt in das Stadt-Ensemble einfügt. Mit Abschluss von Sanierungsgutachtens und Bauplanung sowie der Klärung mit der Städtebauförderung werde das Projekt gestartet, kündigt Gnan an. Er strebt an, Sanierung und Umbau 2022/23 zu beenden, so dass das Anwesen Bahnhofstraße 9 in Vilseck zu seinem 300. Geburtstag wieder im vollen Glanz erstrahlt.

Vilseck25.11.2020
 
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