(aks) Ab Freitag,29. Juni, glänzen Scherr und Götz in "Lola Montez - Die falsche Spanierin" bei den Burgfestspielen Vilseck. Bis dahin liegen aber noch viele Probenstunden vor den beiden und dem übrigen Ensemble, das an diesem Probennachmittag Pause hat.
Daher geht es heute ohne die von Barbara Trottmann dargestellte Titelheldin, dafür aber mit Gastregisseur Till Rickelt wieder und wieder durch die in der königlichen Residenz in München spielende Szene.
Keine einfache Aufgabe für den Hörfunkjournalisten Ulrich Scherr: Er muss sich in dieser Szene gegen Ende der von Bernhard Setzwein erdachten bayerischen Staatskomödie mit seinem Rivalen auseinandersetzen. Und König ist er eigentlich auch schon nicht mehr. Alles ein einziger Scherbenhaufen, den er seiner blinden Leidenschaft für Lola Montez zu verdanken hat.
In seiner Interpretation spart Scherr die anrührenden Momente dieses Schicksals nicht aus, Mitleid empfindet er persönlich jedoch nicht. Von der anspruchsvollen Femme fatale ebenfalls reichlich überfordert präsentiert sich der Vilsecker Türmersohn Elias Peißner, gespielt von Patrik Götz. Der Laiendarsteller, der im technischen Support eines großen Unternehmens in Parkstein arbeitet, kam eher unverhofft zu seinem großen, ersten Auftritt auf einer Freiluftbühne. Erst die Begeisterung seiner Kolleginnen vom Freihunger Laienschauspiel für die Burgfestspiele Vilseck haben ihn auf den Geschmack und nun letztlich zu einer der drei Hauptrollen gebracht.
Auch die Gastregisseure Till Rickelt und Tina Lorenz vom Landestheater Oberpfalz hatten "Lola Montez" bei ihren Voraus-Planungen für das Jahr 2018 nicht im Fokus. Ins Spiel brachte beide der krankheitsbedingte Rückzug von Christian Höllerer.
Glücklicherweise bezeichnet sich Rickelt selbst als "Probenjunkie". Dass er seine Berufung selbst bei diesem gewaltigen Pensum liebt, kann man an seinem geduldigen, leidenschaftlichen Einsatz bei der Probe ablesen. Die Freude an der "intelligenten Komödie" voller unterhaltsamer Elemente und Wendungen tut ihr Übriges. Und obwohl sie stark auf Ort und Geschehen bezogen ist - eine "dröge Geschichtsstunde" erwartet das Publikum bei den insgesamt zehn Vorstellungen sicher nicht.
Alles zum Vilsecker Burgfestspiel finden Sie hier.
Lola Montez: Die Termine
Am Freitag, 29. Juni, hebt sich um 20 Uhr im Hof der Burg Dagestein der Premieren-Vorhang für das Freilichtspektakel, mit dem Bürgermeister Hans-Martin Schertl den Sprung in die Kategorie "Festspielstadt" anpeilt. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 30. Juni, Sonntag 1. Juli, Donnerstag, 12. Juli, Freitag, 13. Juli, Samstag, 14. Juli, Sonntag, 15. Juli, Freitag, 20. Juli, Samstag, 21. Juli, und Sonntag, 22. Juli. Pro Vorstellung stehen 360 Plätze zur Verfügung, ein jeweils drei Stunden vor Aufführungsbeginn geschaltetes Wettertelefon hilft bei witterungstechnischen Zweifeln.Tickets gibt es im Internet: www.nt-ticket.de













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