Ein außergewöhnliches Jubiläum wurde in diesen Tagen gefeiert: Die Sorghoferin Therese Kraus, geborene Kummert, blickt auf 90 bewegte und erfüllte Lebensjahre zurück. Rund 50 Verwandte aus ganz Deutschland waren angereist, um diesen besonderen Anlass gemeinsam mit ihr zu feiern. Gastgeber der Feier waren Sohn Gerhard und Schwiegertochter Brigitte, die auf ihr Anwesen nach Süß geladen hatten.
Unter den Gratulanten befanden sich auch der scheidende Bürgermeister Hans-Martin Schertl sowie der zukünftige Bürgermeister Thorsten Grädler, die beide persönlich ihre Glückwünsche überbrachten und das Lebenswerk der Jubilarin würdigten. Ein Höhepunkt der Feier war die Laudatio, vorgetragen von Sohn Gerhard, genannt Säm Kraus. Mit persönlichen Worten zeichnete er den Lebensweg seiner Mutter nach.
Geboren 1936 in Süß, wuchs sie in schwierigen Zeiten auf. Der Zweite Weltkrieg prägte ihre Kindheit, dennoch entwickelte sie früh eine außergewöhnliche Stärke und Zielstrebigkeit. Diese Eigenschaften begleiteten sie ihr ganzes Leben – vor allem in ihrem unermüdlichen Einsatz für ihre Familie. Nach dem Schulbesuch in Hahnbach absolvierte sie ein Jahr lang eine Hauswirtschaftslehre. Dann kam sie nach Reisach zu ihrer Tante, wo sie vier Jahre lang als Hausmagd arbeitete. Anschließend war sie vier Jahre lang in einer Elektroartikelfabrik in Lauf beschäftigt. 1958 heiratete sie ihren Ehemann Georg Kraus aus Bernhof. Mit ihm zog sie nach Sorghof in das Haus ihrer Schwiegereltern. 1962 bauten sie sich ihr eigenes Haus gleich neben dem Haus der Schwiegereltern.
„Viele Häuser stehen auf einem Fundament aus Resi-Kraft“, zitierte der Sohn aus seiner Laudatio und brachte damit ihre Tatkraft und ihren unerschütterlichen Willen auf den Punkt. Neben ihrer Rolle als Mutter und Großmutter war die Jubilarin stets auch im gesellschaftlichen Leben aktiv. In Sorghof engagierte sie sich über viele Jahre hinweg: Sie war Lektorin in der Kirche, leitete die Pfarrbibliothek und war aktives Mitglied der KAB.
Auch im Ruhestand blieb sie aktiv und gab unter anderem Kurse zur geistigen Fitness im Alter. Bis heute gilt sie als geistig äußerst fit – auch wenn die Beine inzwischen nicht mehr ganz so wollen, wie sie selbst es gerne hätte.
Ihr Leben war geprägt von harter Arbeit und großer Fürsorge. Neben Familie und Hausbau arbeitete sie viele Jahre bei der US-Army, unterstützte ihre Kinder beim Aufbau eigener Existenzen und hielt die Familie stets zusammen.
Heute umfasst ihr Lebenswerk vier Kinder, acht Enkelkinder und zwölf Urenkel. Der scheidende Bürgermeister Hans-Martin Schertl überbrachte die Glückwünsche der Stadt und des Landrates und hob in seiner Ansprache besonders den Zusammenhalt hervor, den die Jubilarin über Jahrzehnte hinweg geschaffen habe.













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