15.07.2020 - 14:33 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Antragsflut zu Parkverboten und Tempobeschränkungen in Vohenstrauß

In Vohenstrauß hat der Verkehrsausschuss mit zahlreichen Anträgen zu tun, die Parkverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Ziel haben. Fast alle werden abgelehnt.

von Christine Walbert Kontakt Profil

Ein sportliches Programm hatte der Vohenstraußer Verkehrsausschuss am Dienstag zu bewältigen. Drei Stunden lang tourten die Ausschussmitglieder durch die Großgemeinde, um sich kritische Punkte anzusehen und darüber zu entscheiden. Startpunkt war die rückwärtige Einfahrt der Metzgerei Meindl in der Langen Gasse. Der Antragsteller bat um ein Halteverbot im gegenüberliegenden Bereich der Einfahrt, um den Liefertransportern, die zweimal täglich kommen, das Einbiegen in die enge Einfahrt zu erleichtern. Der für den Bereich Verkehr zuständige Beamte, Polizeihauptkommissar Jakob Stahl, erklärte, dass den Fahrern laut Rechtsprechung ein zwei- bis dreimaliges Rangieren zuzumuten sei. Auch die Ausschussmitglieder waren dieser Meinung. Das Haltverbot wurde abgelehnt. Auch das gewünschte Abfräsen der Granitumfassung rund um eine Bepflanzung im Bereich der Einfahrt wurde nicht für erforderlich befunden.

Haltverbot abgelehnt

Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag auf ein eingeschränktes Haltverbot auf Höhe des Anwesens Braunetsriether Weg 44. Mitarbeiter der Firma Kennametal würden dort laut Antragsteller parken und die Einfahrt zu den Grundstücken Braunetsriether Weg 33 und 35 unmöglich machen. Die Bitte, den betriebseigenen Parkplatz zu nutzen, habe langfristig keine Wirkung gezeigt. Der Verkehrsausschuss war sich einig, dass die Einfahrt tatsächlich etwas eng sei, aber ein Einfahren durchaus machbar.

Tempo 30 ist vorerst genug

Einen verkehrsberuhigten Bereich beantragten mehrere Familien im Bereich des geplanten Spielplatzes im Neubaugebiet "Sommerwiesen". Nachdem im gesamten Gebiet bereits Tempo 30 vorgeschrieben ist und sich die Verkehrsteilnehmer gerade während der andauernden Bautätigkeit auch daran halten, stimmte der Verkehrsausschuss gegen den Antrag. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vermerkte aber schriftlich, dass Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden, wenn dies bei normalem Verkehrfluss ohne Baustellenfahrzeuge möglich sei.

Parken am Schulzentrum

Um die gewünschte Erweiterung des verkehrsberuhigten Bereichs oder die Schaffung einer Tempo 30-Zone ging es im Bereich der Eglseestraße/August-Sperl Straße im Schulzentrum. Ein Anwohner beklagte neben zu schnellem Fahren auch wildes Parken, das die Einfahrt auf sein Grundstück erschwere. Der Bürgermeister meinte dazu, dass der Antragsteller gewusst habe, dass er sein Haus in einem Schulzentrum errichte. Hier müsse man nun mal vermehrt mit Parkern und Durchgangsverkehr rechnen. Die Geschwindigkeitsmessungen in dem Bereich hätten gezeigt, dass sich "die große Masse" der Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Nach kurzer Debatte war klar: Die Stadt wird die Verkehrsregeln in dem Bereich nicht ändern.

Kößlmühlstraße im Fokus

Ähnlich stellte sich die Lage in der Kößlmühlstraße dar. Eine Anwohnerin forderte eine Tempo-30-Zone im Bereich zwischen den Einmündungen Fasanenweg und Finkenweg. Nachdem Wutzlhofer die Messergebnisse des Temposys-Geräts vorgestellt hatte, stimmten alle Ausschussmitglieder gegen den Antrag.

Im Stadtrat Vohenstrauß taucht die Frage nach Lkw-Parkplätzen auf

Vohenstrauß

Begrenzungspfosten bleiben

Auch Stadtrat Bernhard Kleber kam mit seinen Antrag nicht durch. Er hatte darum gebeten, die weißen Begrenzungspfosten im Baugebiet "Breite Wiesen" zu entfernen. Dadurch würde die Kurve, in der fast regelmäßig immer der selbe Gartenzaun von Lastwagen demoliert würde, einen größeren Radius erhalten und damit entschärft werden. Die restlichen Ausschussmitglieder und auch Außendienstleiter Karl Frey befürchteten aber, dass dadurch auch mehr Platz für schnelleres Fahren geschaffen werde.

Haltemöglichkeit für Lieferdienste

Nur wenige Meter weiter entschied der Ausschuss, dass ab dem Anwesen Imkerweg 20 bis zur Einmündung "Am Bahndamm" aus dem bestehenden absoluten ein eingeschränktes Haltverbot gemacht wird. Liefer- und Paketdiensten werde damit ein kurzes Parken ermöglicht.

Straßenschild wird versetzt

In der Fiedlbühlstraße wird im Bereich der Einmündung Hopfnerweg ein Straßenschild auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt, um den Verkehrsteilnehmern zu verdeutlichen, dass hier die Regel "Rechts-vor-Links" beachtet werden muss.

In Aufruhr

Ein Nachbarschaftsstreit in Altentreswitz, der von in einer Kurve parkenden Autos ausgelöst worden ist, sollte vom Verkehrsausschuss geschlichtet werden. Ein Anwohner forderte an der Stelle ein eingeschränktes oder absolutes Haltverbot. In dem unübersichtlichen Kurvenbereich müssten Fußgänger, insbesondere Schulkinder, auf die Fahrbahn ausweichen, wenn dort Fahrzeuge parken. Im Begegnungsverkehr entstünden immer wieder Gefahrensituationen. Vor Ort zeigte sich schnell, dass die Stadt hier verkehrsrechtlich nicht eingreifen kann. Auch Polizeihauptkommissar Stahl erklärte, dass die Straße im Kurvenbereich breit genug sei, um dort stehen zu parken: "Hier ist nicht gebührenpflichtig zu verwarnen." Das geforderte Haltverbot wurde einstimmig abgelehnt.

Lkw-Parkplätze am Festplatz

Immer wieder steht das Thema "Parkplätze für Lkw" zur Debatte. Nun hat der Verkehrsausschuss entschieden, dass in der Straße am Festplatz, die zur Spange führt, einige Stellplätze geschaffen werden sollen. Außendienstleiter Karl Frey erläuterte, dass durch die Verbreiterung der Straße um etwa 1,50 Meter genügend Raum entstehe, um drei bis vier Lastwägen am Straßenrand unterzubringen. Die Maßnahme werde 16 000 bis 20 000 Euro kosten. Einschränkungen wie Lärmbelästigung oder herumliegender Unrat, die die benachbarten Wohnmobilisten betreffen könnten, müsste man beobachten und im Ernstfall einschreiten. Die Parkmöglichkeiten werden vorerst ohne zeitliche Begrenzung eingeführt. Heinrich Rewitzer sprach noch die fehlende Beleuchtung an. Hier werde man Abhilfe schaffen müssen.

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