06.10.2020 - 20:01 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Baugebiet: Ausweisung mit Einwänden

Mit der zweiten Erweiterung ihrer "Sommerwiesen" verpflichtet sich die Stadt, der Regierung eine detaillierte Aufstellung von Leerständen sowie unbebauten Grundstücken zu liefern. Doch das ist nicht die einzige Forderung.

Das Baugebiet "Sommerwiesen" soll in absehbarer Zeit weiter wachsen. Die Stadt plant mit den sich unmittelbar anschließenden Wiesen und Feldern (im Hintergrund).
von Josef ForsterProfil

Die Notwendigkeit des dritten Abschnitts untermauerte Bürgermeister Andreas Wutzholfer mit eindeutiger Stellungnahme. Kaum anders, als bei der ersten Erweiterung, herrsche weiter eine starke Nachfrage an Bauplätzen in der Großgemeinde. Für die nun 27 neu entstehenden Grundstücke auf 2,2 Hektar gebe es bei der Verwaltung bereits 18 Reservierungsanfragen.

Der Stadtrat behandelte in der jüngsten Sitzung Anregungen, Einwendungen und Bedenken zur Erweiterung. Landschaftsarchitekt Andreas Thammer (Winklarn) übernahm die Zusammenfassung der Punkte. Aufgrund der umfangreichen Forderungen der Regierung sahen sich Stadtverwaltung und Architekt genötigt, die weitere Vorgehensweise mit der höheren Landesplanungsbehörde abzustimmen.

Regierung pocht auf Flächensparen

Ohne Ermittlung und Darstellung aller vorhandenen Flächenpotenziale, würde keine ausreichende Begründung für eine Erweiterung gesehen. Die beabsichtigte Ausweisung stehe nicht im Einklang mit den aktuellen Vorgaben der Landesplanung. Und das, obwohl die Stadt den bereits als Wohnbaufläche ausgewiesenen Bereich im nördlichen Anschluss an das Baugebiet "In den Leiten" im Umfang von zwei Hektar zurücknimmt und weiter als landwirtschaftliche Fläche sieht. Dies alleine reiche nicht mehr als Begründung für neue Baugebiete aus. Dabei berufe sich die Planungsbehörde auf die neue "Flächensparoffensive" der bayerischen Staatsregierung. Kritik gab es auch an der ersten Ausweisung, da nicht einmal die Erschließung fertiggestellt sei.

Bevölkerungszuwachs für Vohenstrauß

Vohenstrauß

Ergänzend begründen Stadtrat und Verwaltung die Änderung des Flächennutzungsplans mit steigenden Bevölkerungszahlen. Während diese im Großteil der Gemeinden im Kreis rückläufig seien, halte Vohenstrauß die Zahlen. Mitte des Jahres konnte das Mittelzentrum 7437 Bürger verzeichnen. Allein dies genügte der Regierung nicht: "Die vorliegende Bedarfsbegründung ist nicht ausreichend für die Notwendigkeit der vorliegenden Planung."

Thammer: Großer Anstieg erwartet

Architekt Thammer hielt jedoch dagegen und argumentierte: "Die positive Entwicklung der Bevölkerungszahl kann sich bis jetzt kaum in den Zahlen niederschlagen, da die Fertigstellung der Gebäude im Gebiet 'Sommerwiesen' läuft und die Meldedaten diesbezüglich in Verzug sind." Es werde ein Ansteigen der Bevölkerungszahlen erwartet, wenn die derzeit im Bau befindlichen Wohnungen bezogen sind.

Über die Bevölkerungsentwicklung hinaus muss die Stadt weitere Hausaufgaben erledigen. Im Gemeindegebiet werde eine detaillierte Ermittlung aller Baulücken und Brachen verlangt sowie die Möglichkeit der Nutzung leerstehender Gebäude - inklusive Bewertung. Bei negativem Urteil zur Verfügbarkeit sei die Stadt gefordert, eine Strategie für diese Flächen und Leerstände zu erarbeiten und umzusetzen. Dies könne bis zur Herausnahme von Flächen aus dem Flächennutzungsplan gehen, so der Architekt.

Auch das Weidner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte sich zu Wort gemeldet. Thammer hob hierzu die grundlegende Zustimmung gegenüber dem Verlust von landwirtschaftlichen Flächen hervor. Verlangt würde ein Verzicht auf Türen oder Toren zwischen den Bauplätzen und angrenzenden Äckern und Wiesen.

Einer Zustimmung konnte er aber keine Vorteile abgewinnen. In seinem einstimmigen Beschluss verankerte der Stadtrat zugleich die sofortige öffentliche Auslegung der Erweiterungspläne.

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