22.11.2020 - 12:30 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Belohnung für echten Bürgersinn

Im Juli klinkt sich Günter Schober aus Trausnitz aktiv in eine Vermisstensuche der Polizei bei Tännesberg ein und findet den entkräfteten Mann schließlich auch. Dafür gab es nun neben einer Belohnung viel Lob durch den Polizeipräsidenten.

Im Juli klinkt sich Günter Schober aus Trausnitz (rechts) aktiv in eine Vermisstensuche der Polizei bei Tännesberg ein und findet den völlig entkräfteten 67-jährigen Mann schließlich auch. Dafür gab es nun neben einer Belohnung viel Lob durch den Regensburger Polizeipräsidenten Norbert Zink. Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent übergibt neben dem Schreiben auch die Belohnung an den Waidmann, der sich in den heimischen Wäldern sehr gut auskennt.
von Elisabeth DobmayerProfil

Vohenstrauß. (dob) Ein unversperrtes Fahrzeug in einem Waldgebiet bei Tännesberg rief am Sonntag, 5. Juli, die Polizei auf den Plan, eine großangelegte Suchaktion zu starten. Der Besitzer des Fahrzeugs wurde den Polizeibeamten als einer beschrieben, der sich mit seinem Hund maximal 300 bis 400 Meter von seinem Auto wegbewege, da er aus gesundheitlichen Gründen gar nicht mehr schaffe. „Wir vermuteten, dass sich der Mann in einer Notlage befindet und deshalb nicht zu seinem Auto zurückgekehrt war“, berichtete Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent bei der Ehrung von Günter Schober aus Trausnitz, der maßgeblich zum Auffinden des Vermissten beitragen konnte und nun für seinen „echten Bürgersinn“ eine Belohnung entgegennehmen durfte.

„Wir haben am Sonntag die ganze Nacht durch gesucht und auch am darauffolgenden Tag. Rettungshundestaffel, Polizeihunde und Polizeihubschrauber waren vor Ort, aber der Mann blieb verschwunden“, erinnert sich der Polizeichef an die dramatischen Stunden. Am Montagvormittag meldete sich Günter Schober, dass er den Vermissten noch am Samstag persönlich gesehen habe. Höchstens 100 Meter weg von seinem Auto. Von einem Kumpel wusste er, dass der Vermisste in Richtung Kaufnitz unterwegs gewesen war. Diese Nachricht gab Schober sofort an den damaligen Stellvertreter Zehents, Thomas Mikolai, weiter. Im selben Zug schaltete sich Schober selbst aktiv in die Suche ein und fand den Vermissten schließlich auch. „Das machte die Sache so wertvoll“, unterstrich Zehent. „In einem völlig anderen Gebiet, als da wo wir gesucht haben. Rund vier Kilometer von seinem Auto entfernt. Kein Mensch hätte dem 67-jährigen Mann zugetraut, dass er soweit kommen könnte.“

Der Mann war völlig entkräftet am Boden, neben seinem Hund und hätte es unmöglich alleine zurück geschafft, ist sich der Polizeichef sicher. „Ohne Günter Schober hätten wir den Vermissten nicht so schnell gefunden“, ist er noch heute dankbar für diese Unterstützung. Deswegen habe Zehent Polizeipräsident Norbert Zink über das Engagement Schobers informiert. In einem Schreiben dankte Zink dem Waidmann nun für die Eigeninitiative bei der Suchmaßnahme. „Dank der Mitteilung Ihrer Beobachtung (...) konnte der Mann so schnell aufgefunden und vor schlimmeren gesundheitlichen Schäden bewahrt werden (...),“ schreibt der Polizeipräsident aus Regensburg. Zehent unterstrich ebenfalls, dass die Polizei bei der Erfüllung ihrer Aufgaben auf gute Beobachtungen, Hinweise, Mitteilungen und aktive Mitarbeit aus der Bevölkerung angewiesen ist. Darum gelte es immer die Augen offen zu halten. Günter Schober nahm das Schreiben mit der Belohnung strahlend entgegen.

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