09.10.2020 - 10:06 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Chupo bei der Hundeprüfung: Punkten auf Kommando

Zum Welthundetag am Samstag erinnert sich Redakteurin Christine Walbert an die Begleithundeprüfung mit ihrem Hund Chupo. Das Training mit dem Malteser verlangte ihr einiges ab.

Chupo macht Platz
von Christine Walbert Kontakt Profil

Sitz. Platz. Bleib. Wie oft habe ich vor einigen Jahren in der Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung mit unserem Hund Chupo diese Kommandos geübt. Hundeobmann Roland Bäumler gab sich die größte Mühe, aus uns ein Gespann zu formen, das man beruhigt auf einen Spaziergang durch die Stadt schicken kann. Der Malteser liebte die Trainingsstunden auf dem Gelände am Waldrand in Grub. Er genoss es, seinen Artgenossen dabei zuzusehen, wie sie gesittet im Kreis an der Leine liefen, sich auf Befehl in die feuchte Wiese warfen und brav liegen blieben. Er selbst hingegen verließ - so oft er nur irgendwie ausreißen konnte - die Gruppe, schnüffelte genüsslich am Holz, das am Waldrand aufgestapelt lagerte, und markierte Blümchen. Die Blicke der anderen Kursteilnehmer, unter denen sich auch Jäger mit ihren muskulösen Drahthaar-Maschinen befanden, sprachen Bände. Ich hatte Angst sie könnten denken: „Ach Gott, dein Hund ist so ein Loser“ oder „Mal wieder nicht richtig geübt zu Hause“.

So vergingen die Wochen, in denen ich in Grub schon schweißgebadet aus dem Auto ausstieg, weil mir klar war, dass Chupo eine Stunde lang hemmungslos den kapriziösen Alleinunterhalter geben würde. Aber: Insgeheim wusste ich, dass in meinem Hund mehr steckte als das süße, ungehorsame Wollknäuel. Ich gab nicht auf und intensivierte die Trainingseinheiten in unserem Garten. In meinem Kopf lief nur noch der Soundtrack der „Rocky“-Filme.

Dann kam der Tag der Prüfung. Diesmal kletterten sogar die Jäger nervös aus ihren Jeeps. Alles andere als volle Punktzahl bei dieser ersten „Bamberl-Prüfung“ wäre für einen „Alexandro von der grünen Schwarzwaldaue“ mit einem Stammbaum, der bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, eine Niederlage. Von Chupo hingegen war nicht viel zu erwarten: der klassische Underdog. Wir waren an der Reihe. Mein Hund machte Sitz, Platz, rührte sich nicht, als ich einen großen Schritt über ihn machte und trabte ohne Leine neben mir her. Es lief perfekt. Sogar den Radfahrer ließ er passieren, ohne auszurasten. Die letzte Übung: Chupo sollte sitzen bleiben bis ich ihn aus 30 Meter Entfernung zu mir beorderte. Mit fester Stimme rief ich: „Chupo, hier!“ Der Malteser sprang auf, rannte etwa fünf Meter in meine Richtung. Mir stockte der Atem. Nach weiteren fünf Metern änderte er jedoch seinen Kurs um 90 Grad. Er spazierte zum Holzstoß am Waldrand hinunter, um dort vergnügt das Beinchen zu heben. Alle Rufe verhallten ungehört. Am Ende bestanden wir die Prüfung. Natürlich mit Punktabzug. Den empfand ich aber sogar als Auszeichnung, schließlich hatten wir einen Ruf zu verlieren. Und bis heute macht es mich stolz, schwarz auf weiß vorweisen zu können, dass mein Hund weiß, was mit Sitz, Platz und Bleib gemeint ist. Er macht es nur nicht.

Jagdhunde absolvieren die Brauchbarkeitsprüfung

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