Der Untergrund in den Hinterhöfen der Langen Gasse brachte so manche Überraschung für die Bauleute bei der Sanierung mit sich. Nicht nur die staunten. Nachdem die Stadt den Straßenzug „Lange Gasse“ vor drei Jahren in Eigenregie zu einer modernen ansprechenden Wohnstraße ausbaute, fristeten die verwinkelten Hinterhöfe ein Mauerblümchendasein. Bucklig, krumm und unansehnlich mit bröckelnden Verputzstellen und alten Toren, hatten die Bereiche wenig mit Hinterhofromantik zu tun. Für die Stadt Grund genug, diese Areale in Angriff zu nehmen und ihnen Schliff zu verleihen. Gefördert wurde die Maßnahme durch die Regierung der Oberpfalz im Rahmen der Städtebauförderung. Ingenieur Dietmar Hammerl von der Bamler Bauingenieur GmbH schrieb die Baumaßnahme noch im November 2018 aus, um günstige Baupreise für die geplante Baumaßnahme mit Beginn des Frühjahrs 2019 zu erhalten.
Als günstigster Anbieter kam die Firma Schieder Bau GmbH aus Bechtsrieth zum Zug, mit der die Verantwortlichen der Stadt schon mehrmals zur vollsten Zufriedenheit zusammenarbeiteten. Auch diesmal ist Außendienstleiter Karl Frey wieder voll des Lobes über die akkurate und schnelle Bauausführung. Wie beim Ausbau der Bahnhofstraße haben die Bauarbeiter der Bechtsriether Firma mit Vorarbeiter Andreas Völkl wieder zügig und äußerst zuverlässig gearbeitet und blieben sehr gut im Zeitfenster, so dass die Maßnahme noch vor der geplanten Fertigstellung abgeschlossen werden kann. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir die Arbeiten in der nächsten Woche beenden“, ist Völkl äußerst zuversichtlich. Weil eben das Wetter mitspielte, konnten die Bauarbeiten auch bereits am 11. März beginnen. „Drei Wochen früher als geplant“, erinnert Dietmar Hammerl bei einer Zusammenkunft mit dem Seniorchef der Baufirma, Johann Schieder, und dem Junior, Markus Schieder. Nach nicht einmal dreimonatiger Bauzeit kommen die Arbeiten nun zum Abschluss und es gibt nur zufriedene Gesichter – zumindest bei den Bauherren. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer als Verantwortlicher ist begeistert, wie sich das gesamte Areal nun präsentiert. „Die Anwohner können wirklich alle zufrieden sein.“
Die alten Befestigungen von drei Innenhöfen wurden komplett entfernt und auf einer Tiefe von 60 Zentimetern ausgekoffert. Aufgefüllt wurden die Flächen mit einer rund 50 Zentimeter starken Frostschutz-Tragschicht. Komplett neu geregelt wurde die Entwässerung mit Drainagen und Straßensinkkästen, die an den städtischen Mischwasserkanal angeschlossen wurden. „Die alten Leitungen lagen mindestens schon 50 Jahre im Untergrund. Niemand wusste genau, wie der Streckenverlauf war“, berichtete Hammerl von den Schwierigkeiten, die sich bei dieser Bauausführung ergaben. Jeder Tag brachte eine andere Überraschung zum Vorschein. Behutsam mussten die Arbeiter vorgehen und sich durch das Labyrinth alter Leitungen graben, die nicht dokumentiert waren. Für die Oberflächenentwässerung wurden zwei- und dreizeilige Granitgroßpflasterrinnen eingebaut. Bauminseln und Grünflächen trennen Granithochbordsteine von den restlichen Flächen. Immerhin wurden auf diese Weise zirka 350 Meter Randeinfassungen verbaut. Weil das Gelände höhenmäßig recht unterschiedlich verläuft, errichteten die Arbeiter an mehreren Stellen Betonstützmauern. Derzeit sind die Bauarbeiter noch mit der Pflasterung des obersten Innenhofs im Bereich Meidenbauer, Spiller, Wolf und Kraml beschäftigt.
In diesem Bereich kommt das selbe granitgraue 30 Mal 20 Zentimeter große kugelgestrahlte Betonpflaster zum Einsatz wie auf dem gleich oberhalb liegenden Sparkassenvorplatz, um das einheitliche Bild zu wahren. Die Innenhöfe 3 (Zufahrt Metzgerei Meindl und Bäckerei Meier) und 4 (Ochantel und Bindl) sind bereits fertiggestellt. Lediglich im zweiten Innenhof (Steger) wird noch eine vorhandene Mauer zur Straße hin gereinigt. Hier waren ansonsten keine Baumaßnahmen erforderlich. Die gesamte Pflasterfläche beträgt 680 Quadratmeter und rund 100 Quadratmeter neue Grünflächen werden angelegt. Verschiedene Bereiche erhalten zu den Privatanwesen hin noch einen etwa ein Meter hohen Holzlattenzaun, der abgegrenzt, informierte Hammerl. In den drei Innenhöfen mit der großen Sanierung wurden durch das Energieversorgungsunternehmen Bayernwerk drei Straßenlaternen errichtet. Im Herbst sollen dann noch elf Säuleneichen in diesen Bereichen und rund 50 Hainbuchenhecken gepflanzt werden.
Der Bürgermeister dankte vor allem den unmittelbaren Anliegern der Langen Gasse und der Innenhöfe, die in den vergangenen Wochen den Baulärm und die Baufahrzeuge ertrugen oder ihre Fahrzeuge außerhalb der Bauzone abstellen mussten. Allerdings war die Baufirma stets bemüht, in Ausnahmefällen auch eine provisorische Zufahrtsmöglichkeit oder Zugänge zu legen, lobte Dietmar Hammerl die bauausführende Firma.




















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