Vohenstrauß
25.07.2025 - 17:01 Uhr
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"Kein LTO 2.0": Neue Kultureinrichtung für die Region nimmt Form an

Das Theater in der nördlichen Oberpfalz steht vor einem Neustart. Während das neue kulturelle Konzept entsteht, werden aktuell auch wichtige politische Entscheidungen getroffen. Schon kommende Woche könnte der Zweckverband gesichert sein.

Wie geht es mit dem Theater in der nördlichen Oberpfalz nach dem Aus des LTO im Mai dieses Jahres weiter? Diese Frage stellen sich derzeit nicht nur Theaterliebhaber. "Es wird weitergehen. Doch zuvor sind noch einige Hürden zu nehmen", sagt Veronika Ostermeier, Vorsitzende des Stadtbühne Vohenstrauß e.V. Denn noch bedarf es einiger Vorbereitungen – und politischer Entscheidungen. Nachdem der Vorhang des LTO im Mai zum letzten Mal fiel, sei schnell klar gewesen: "Wir brauchen eine neue Kultureinrichtung in der Region." Und einen Zweckverband, der sie finanziert.

Inmitten der Neuausrichtung: die Stadtbühne Vohenstrauß. "Als klar war, dass es eine neue Kultureinrichtung geben wird, haben uns die Verantwortlichen der Städte und Landkreise gebeten, unser Wissen in das neue Konzept mit einzubringen", sagt Ostermeier. Eine große Chance für den Verein, aber auch viel Arbeit. "Aktuell führen wir viele Gespräche mit den Kommunen, arbeiten an der Ausrichtung, fragen uns, welche Art der Kultureinrichtung wir sein wollen. Wir reflektieren, was beim LTO schief gelaufen ist. Ein Beispiel: Am Ende hatte das LTO 10.000 Zuschauer jährlich weniger als in den Jahren zuvor. Durch unser neues Konzept wollen wir wieder die breite Masse ansprechen."

Digitale Datenbank

Das Konzept soll der Öffentlichkeit in diesem Herbst vorgestellt werden. "Im besten Fall könnten dann schon an Weihnachten die ersten Aufführungen stattfinden", sagt die Vorsitzende. Ob es dazu kommt? Das ist aktuell noch unklar, denn zwei der vier potenziellen Zweckverbandsmitglieder müssen noch über ihren Beitritt abstimmen. "Es ist eine unsichere Situation, aber wir wollen vorbereitet sein. Deshalb laufen bei uns schon jetzt die Vorbereitungen, damit wir mit dem Spielbetrieb loslegen können, sobald alle Entscheidungen getroffen sind."

Bedeutet: Die Stadtbühne Vohenstrauß legt derzeit eine Datenbank an, in der sich ihre 300 Mitglieder registrieren können. "Gesang, Schauspiel, Social-Media, Regie: Jeder kann eine Rolle für sich festlegen, die er künftig übernehmen wird. Und wir haben einen digitalen Überblick, wer wie eingesetzt werden kann." Gleichzeitig organisieren die Verantwortlichen Workshops. "Bestimmte Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Normalerweise würden aktuell die Proben für die Sommersaison stattfinden. Nach dem LTO-Aus ist in diesem Jahr alles anders. Dennoch wollen wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren", sagt Ostermeier. Das Angebot: vielfältig. Neben Improvisationstheater, bei dem Spontanität geschult wird, bietet die Stadtbühne die Workshops Theatertextgestaltung, Körperarbeit, richtiges Sprechen auf der Bühne sowie Bühnentanz für Kinder und Erwachsene an.

Burg Leuchtenberg wird Spielstätte

Präsenz während der theaterlosen Zeit zeigten die Stadtbühne und der künftige Zweckverband vor wenigen Wochen auch mit der Aufführungsreihe des Stücks "Karneval der Tiere" an Grundschulen, eine Mischung aus Konzert und Theater. "Das Angebot unter der musikalischen Leitung von Thomas Basy wurde geschaffen, um für die Übergangszeit für Kinder etwas anbieten zu können", sagt Ostermeier. "Die Kinder und Jugend – das ist ein ganz großer Auftrag, auch mit Blick auf die Neuausrichtung der Kultureinrichtung."

Die Stadtbühne ist bereit, wieder auf die Bühne zu gehen, Kultur in die Region zu bringen. "Glücklicherweise haben wir unseren eigenen Kostümfundus, unsere eigene Werkstatt und technisches Equipment. Hätte das alles dem LTO gehört, hätten wir es neu anschaffen müssen. So sind wir bestens ausgestattet", sagt Ostermeier. Wie das neue Konzept aussehen wird, dazu könne die Vorsitzende aktuell noch wenig sagen. Doch einige Details verrät sie. "Eine unserer Spielstätten wird die Burg Leuchtenberg. Und wir hoffen auf die Friedrichsburg in Vohenstrauß." Außerdem sollen Bühnen in allen Kommunen des Zweckverbandes bespielt werden. Ähnlich wie beim LTO soll es wieder eine Kombination aus Laien und Profis geben. Doch Ostermeier stellt klar: "Es wird kein LTO 2.0."

Kommunen stimmen über Zweckverband ab

Bevor es mit dem neuen Kulturbetrieb losgehen kann, muss der neue Zweckverband der Städte Weiden und Kemnath sowie der Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN gegründet werden, der künftig über Struktur und Finanzierung entscheiden wird. Die Stadt Kemnath stimmte am 7. Juli für den Beitritt, der Landkreis Tirschenreuth votierte bei der Kreistagssitzung am 24. Juli mit "Ja". Am Dienstag, 29. Juli, wird der Landkreis Neustadt/WN abstimmen. Einen Tag zuvor stellt sich im Stadtrat Weiden die Frage: Werden wir dem Zweckverband beitreten? "Wir haben dem Zweckverband als Stadtrat und auch als Fraktion Anfang des Jahres grundsätzlich die Zustimmung erteilt. Dann ging es an das Erarbeiten der Details. Uns als SPD-Fraktion war wichtig, dass das Vorhaben finanziell überschaubar bleibt. Laut aktuellem Stand ist es das, deshalb werden wir dem Beitritt am Montag zustimmen", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender und Stadtrat Roland Richter im Vorfeld auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

"Grundsätzlich befürworten wir einen professionellen Theaterbetrieb in der nördlichen Oberpfalz", sagt auch Benjamin Zeitler, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion. Doch: "Aus unserer Sicht sind noch viele Fragen bezüglich des Zweckverbandes offen. Diese müssen wir in der Fraktionssitzung vor der Stadtratssitzung besprechen und diskutieren." Wie die Fraktion letztendlich votieren werde, "dazu kann ich aktuell nichts sagen", betont Zeitler.

Kosten für Verbandsmitglieder

Aufschluss über die finanziellen Mittel, die der Zweckverband jährlich zur Verfügung stellen würde, gibt die Beschlussvorlage der Stadt Weiden. Demnach würde der Landkreis Neustadt/WN mit 200.000 Euro jährlich den größten Part übernehmen, gefolgt von der Stadt Weiden mit 96.000 Euro. Der Landkreis Tirschenreuth würde 30.000 Euro zahlen, die Stadt Kemnath 10.000 Euro.

Ist der Zweckverband gegründet, soll noch in diesem Jahr eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) ins Leben gerufen werden, die sich um den Theaterbetrieb kümmert. Ab 2026 sei auch eine Förderung durch den Freistaat möglich. Die Stadt Vohenstrauß, der Landkreis Schwandorf und der Bezirk hätten ebenfalls Zuschüsse in Aussicht gestellt, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt Weiden.

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Tirschenreuth24.07.2025
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