30.03.2020 - 15:45 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Krankenhaus Vohenstrauß: Station für Coronapatienten

Die Kliniken Nordoberpfalz AG nutzt freie Kapazitäten: Aus Weiden kommen Patienten in die ehemalige Kreisstadt. Schwere Fälle sind es nicht, die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei einer Kurzzeitpflege.

Im Vohenstraußer Krankenhaus werden nun auch Covid-19-Patienten behandelt.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Im Krankenhaus Vohenstrauß werden Covid-19-Patienten untergebracht, die keine ärztliche Betreuung mehr benötigen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kliniken Nordoberpfalz AG. „Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Rückkehr in das häusliche Umfeld nicht möglich ist, weil dort eine bisher noch nicht oder negativ getestete Person lebt. Diese Patienten werden dann in einem speziellen Bereich im Krankenhaus Vohenstrauß betreut, bei Bedarf ähnlich einer Kurzzeitpflege, und können entlassen werden, wenn sie nicht mehr infektiös sind oder aus dem häuslichen Umfeld ein Testergebnis vorliegt, das eine Entlassung aus medizinischer Sicht zulässt“, berichtet Michaela Hutzler, Medizinische Direktorin des Klinikverbunds.

Dr. Sinisa Markovic von der Belegabteilung für Innere Medizin im Vohenstraußer Krankenhaus hält es für sinnvoll, freie Kapazitäten zu nutzen. Er betont aber, dass er diese Patienten nicht behandelt. Dafür ist die Station 100, die bisher nicht besetzt war, vorgesehen. Am Montag waren vier Covid-19-Erkrankte im Haus, um die sich Krankenschwestern unter strenger Einhaltung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen kümmern.

An dem Tag, an dem diese Kolleginnen in Station 100 tätig sind, brauchen sie nicht in Station 200 zu arbeiten, in der Kranke chirurgisch oder internistisch behandelt werden. Die Krankenschwestern kommen in diesen beiden getrennten Abteilungen nicht in Kontakt. "Normale" Patienten, bei denen dabei eine Corona-Infektion festgestellt werden sollte, "werden nach Weiden gebracht", sagt Markovic.

Für schwerere Fälle ist das Vohenstraußer Krankenhaus allerdings nicht gerüstet. "Wir haben keine Intensivstation", erklärt Markovic. "Die Beatmung von Patienten oder eine Intensivbehandlung von Covid-19-Patienten ist am Krankenhaus Vohenstrauß nicht angedacht. Dies erfolgt weiterhin schwerpunktmäßig am Klinikum Weiden sowie an den Krankenhäusern Tirschenreuth und Kemnath", ergänzt Michael Reindl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Kliniken Nordoberpfalz AG.

In Vohenstrauß können insgesamt zehn leichte, akut-stationäre Fälle betreut werden, deren Schwerpunkt in der pflegerischen Versorgung liegt. "Zusätzlich zum vorhandenen ärztlichen Dienst in Vohenstrauß gibt es eine enge Abstimmung zwischen dem Personal vor Ort und den Ärzten am Klinikum Weiden. Neben dem pflegerisch erfahrenen Stammpersonal am Krankenhaus Vohenstrauß greifen wir unter anderem auch auf Ressourcen anderer Bereiche unseres Verbunds zurück, wie beispielsweise Lehrkräfte unserer Akademie New Life, die über große Erfahrung in der Pflege verfügen. Außerdem planen wir an allen Standorten derzeit den Einsatz freiwilliger Helfer in bestimmten Bereichen", informiert Reindl weiter.

Die Marktsituation hinsichtlich der Beschaffung von Schutzausrüstung bezeichnet er weiterhin als schwierig. Dennoch sind ausreichend Masken und Kittel für das Personal vorhanden. Für den Schutz von Patienten hat die Kliniken Nordoberpfalz AG außerdem eine große Lieferung an selbst genähten Mundschutzmasken erhalten. Experten zufolge seien sie nicht völlig abwegig, aber in erster Linie Hilfsmittel. „Wir werden diese jetzt an unsere Patientinnen und Patienten austeilen und möchten uns bei den freiwilligen Näherinnen und Nähern außerordentlich bedanken“, sagt Dr. Thomas Egginger.

Neben der Zentralen Notaufnahme liegt der Eingang zur internistischen Praxis von Dr. Sinisa Marakovic. Covid-19-Patienten werden dort nicht aufgenommen, sondern in einer bisher nicht besetzten Station.
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