Mobil bleiben beim Autofahren im Alter ist gerade für die Menschen auf dem flachen Land von großer Bedeutung und trägt zur Erhaltung der allgemeinen Lebensqualität bei. Mit dem Thema „Senioren im Straßenverkehr“ landete die städtische Seniorenbeauftragte Lotte Hofmann buchstäblich einen Volltreffer und stieß auf großes Interesse. „Viele unter uns haben vor mehr als 50 Jahren den Führerschein gemacht, deshalb ist mit Sicherheit eine Auffrischung bei vielen Fragen im Straßenverkehr notwendig“, meinte Lotte Hofmann bei der Begrüßung der mehr als 50 Interessierten, die ins Rotkreuzhaus gekommen waren. Fahrlehrer Christian Stöcker gewann sie als kompetenten Referenten.
Fahrtüchtigkeit ist nicht nur eine Frage des Alters. Krankheit, Stress, Erschöpfung oder die Tagesform beeinflussen sie gehörig, versicherte Stöcker. Senioren sollten sich aber auch nicht scheuen, zwischendurch als Auffrischung, für die Teilnahme am Straßenverkehr eine Fahrstunde zu buchen. Jeder sollte sich hin und wieder selbstkritisch hinterfragen: „Bin ich noch fit oder habe ich Gebrechen, die mich in irgendeiner Weise einschränken.“ Viele ältere Menschen sind sich der eigenen Grenzen durchaus bewusst. Sie erleben ihre verminderte Sehfähigkeit, ihr nachlassendes Hörvermögen oder ihre verlangsamte Reaktionsfähigkeit als Unsicherheitsfaktor. Mit einem Fragebogen zu aktuellen Themen und Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung machten sich die Teilnehmer mit großem Eifer an die Beantwortung der 13 Fragen.
Gemeinsam bearbeitete der Experte die jeweiligen Fragen mit den Senioren und nahm auch konkreten Bezug auf die verschiedenen Örtlichkeiten in der Stadt Vohenstrauß. Offenbar schafft der verkehrsberuhigte Bereich die allermeisten Unklarheiten im Stadtgebiet. Von der Schrittgeschwindigkeit, 4 bis 7 Kilometer pro Stunde, bis zur Regelung beim Verlassen des Schutzbereichs, gab es viele Fragen. „Wie sieht die Vorfahrtsregelung aus, wenn ich von der Werkstraße in die Wallstraße beim Stadtpark in den verkehrsberuhigten Bereich einbiege?“, frage Adolf Seibert. Stöcker zeigte klar auf, dass es beim Verlassen des verkehrsberuhigten Bereichs keine „Rechts vor Links“-Regel gibt, sondern das Verlassen mit dem Ausfahren aus einem Grundstück gleichgestellt ist. Die gleiche Situation ergibt sich beim Hallenbad, wenn man den verkehrsberuhigten Bereich bei der Realschule verlässt, erklärte Stöcker. Für viele Auto- und Zweiradfahrer sind auch die Verkehrsregelungen an der Schöferkreuzung nicht verständlich. Unsicher waren sich die Zuhörer über das richtige Verhalten beim Verkehrszeichen „Bei Rot hier halten“. Stöcker: „Wenn die Fußgängerampel rot aufleuchtet, dann ist dieser Anordnung absolut Folge zu leisten, und es darf auch nicht nach links in die Wittschauer Straße abgebogen werden.“ Grund ist, dass die Kreuzung während der roten Ampelphase für querende Fahrzeuge, die aus der Wallstraße oder der Wernberger Straße kommen, frei bleibt.
Weitere Themen waren die Regeln des Kreisverkehrs und was bei der Warnblinkregelung eines haltenden Omnibusses zu beachten ist. Am Ende der Veranstaltung richtete Lotte Reisinger noch einen Appell an die Verantwortlichen der Stadt: „Die Sicht bei der Einmündung der Prager Gasse in den Marktplatz muss verbessert werden.“ Links parkende Autos versperren jede Sicht. „Ich fahre immer sehr vorsichtig und aufmerksam, doch an dieser Stelle ist das Einfahren immer ein Wagnis“, bedauerte nicht nur Reisinger. Gegenüber, beim Einfahren von der Pfarrgasse in den Marktplatzbereich wurde mit der Schaffung des Behindertenparkplatzes die Sicht bereits verbessert. „Kann man hier nicht einfach einen Baum pflanzen?“
Als eine weitere tückische Stelle bezeichneten die Senioren die Verbindung von der evangelischen Kirche zum Marktplatz, bei der Buchdruckerei Hölzl. Besonders Schüler treten, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten, in die Fahrbahn. „Selbst bei der dort angeordneten Höchstgeschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde habe ich keine Chance, wenn mir ein Fußgänger ins Auto läuft, weil ich keine Sicht auf diesen Bereich habe“, gab Stöcker den Senioren recht. Lobend erwähnten die Teilnehmer die Fahrbahnteiler als Überquerungshilfen für Fußgänger, gerade auf Höhe der Sparkasse. Im Gegensatz zum Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen in der Waidhauser Straße hat hier der Fußgänger jedoch grundsätzlich keine Bevorrechtigung gegenüber dem Straßenverkehr, mahnte Stöcker trotz allem zu Vorsicht.
















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