12.05.2021 - 14:28 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Neuer Klimabaum für die Realschule Vohenstrauß

Eine Winterlinde musste aus Gründen der Verkehrssicherheit weichen: Der Baum war krank. Jetzt folgt eine Silberlinde. Sie soll den Kindern und Jugendlichen der Realschule Vohenstrauß, wenn sie auf den Bus warten, Schutz bei Hitze spenden.

Konrektorin Ulrike Partl-Mahlendorf, Gartenfachberaterin Maria Treiber vom Landkreis Neustadt/WN, Schulsprecher Leon Keck, Schulleiter Kilian Graber und Schulsprecher Elias Ram (von links) freuen sich über den neu gepflanzten Klimabaum. Diesmal wurde eine Silberlinde ausgewählt. Der Landkreis übernimmt als Träger der Bildungseinrichtung die Kosten dafür.
von Elisabeth DobmayerProfil

An manchen Tagen, wenn die Sonne gar arg vom Himmel brennt, ist ein schattiges Plätzchen für die auf den Bus wartenden Realschüler die einzige Rettung. Damit die Kinder und Jugendlichen auch künftig eine Schattenoase im Eingangsbereich der Bildungseinrichtung vorfinden, wurde eine seit längerer Zeit kränkelnde Winterlinde gegen eine Silberlinde (Tilia tomentosa) ausgetauscht. Allein schon aus verkehrssicherungstechnischen Gründen sei der kranke Baum nicht mehr zu halten gewesen, hieß es.

Bei der Silberlinde handele es sich um einen sogenannten Klimabaum, freute sich Schulleiter Kilian Graber, der den Baum zusammen mit Konrektorin Ulrike Partl-Mahlendorf, den Schülersprechern Leon Keck und Elias Ram sowie der Gartenfachberaterin am Landratsamt Neustadt/WN, Maria Treiber, präsentierte. „Für uns war schnell klar, dass es wieder ein Lindenbaum sein sollte“, berichtete Graber.

Dass Baumkronen in einer Stadt die Hitze mildern, dürfte längst klar sein. Problematisch ist jedoch, dass einige der gängigen Stadtbaumarten immer stärker unter den zunehmend wärmeren und trockeneren Sommern sowie unter neu eingewanderten Schädlingen und Erkrankungen leiden.

Das führt dazu, dass sie in vielen Fällen den ästhetischen Ansprüchen an einen Straßenbaum nicht mehr genügen. Die Kastanienminiermotte oder die Bruchproblematik bei einer Massaria-(Pilz-)Erkrankung an Platanen, die gänzlich absterben, oder das Triebsterben bei Eschenarten tun ein Übriges.

Nach Sichtung und Erprobung werden deshalb zukunftsträchtige Baumarten aus dem südosteuropäischen, aber auch dem nordamerikanischen und dem asiatischen Raum – die auf Grund ihrer Eigenschaften potenziell in der Lage sind, den für unsere Städte prognostizierten Klimabedingungen zu trotzen – von den Gartenfachberatern bevorzugt und gepflanzt.

„Diese Arten werden in drei repräsentativen Klimaregionen Bayerns in den Städten Würzburg, Hof/Münchberg und Kempten aufgepflanzt und im Langzeitversuch auf ihre Eignung als Stadtbaum geprüft“, weiß Maria Treiber. „Zusätzlich soll untersucht werden, ob sich eine Behandlung dieser Baumarten mit einem biologischen Mykorrhiza-Dünger positiv auf ihr Wachstum und die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten auswirkt.“

Innerhalb des Klimawandel-Projekts werden die Versuchsbäume jährlich im Frühjahr und im Herbst auf Frost- und Trockenschäden, Kronenvitalität, Gesundheit und Zuwachsleistung begutachtet, erläuterte sie. Zusätzlich werde mit Unterstützung der Gartenämter der Partnerstädte die Phänologie der einzelnen Baumarten an den verschiedenen Standorten aufgezeichnet: das heißt, die jeweilige Kalenderwoche von Blattaustrieb, -verfärbung und -fall festgehalten. Damit ließen sich neben Spätfrostgefährdung auch die Vegetationslängen, die Differenz zwischen Austrieb und Blattfärbung, für die einzelnen Baumarten bestimmen.

Vor allem die Schulsprecher sollten ein wachsames Auge auf den neuen Baum haben, wünschte sich der Schulleiter. Erst kürzlich sei die Konrektorin von einer Dame angesprochen worden, die vor 50 Jahren die Bildungsstätte besucht und sehr gute Erinnerungen daran habe, wie sich schon damals die Schüler immer unter den Bäumen aufhielten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.