23.07.2021 - 08:57 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Stadt Vohenstrauß für dezentrale Lüftungsanlagen in Schulen

Die Stadt Vohenstrauß will für ihre Schulen vernünftige Raumlüftungskonzepte umsetzen. Dezentrale Anlagen sollen die Schüler mit Frischluft versorgen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer spricht von einer "interessanten Lösung".

In der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule sind Kohlendioxid-Messgeräte im Einsatz. Bei einer zu hohen Konzentration des Gases muss gelüftet werden. Nun will die Stadt durch den Einsatz von dezentralen Lüftungsanlagen dafür sorgen, dass sich die Schüler ab dem kommenden Schuljahr keine Sorgen um mangelnde Frischluft machen müssen.
von Christine Walbert Kontakt Profil

In der Stadtratssitzung am Donnerstag informierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zusammen mit Außendienstleiter Karl Frey über das Bemühen, für die Grund- und Mittelschule eine gute Lösung in Sachen Raumlüftung hinzubekommen. Die derzeit diskutierten "Allzwecklösungen", die den Kommunen vom Staat durch hohe Förderungen schmackhaft gemacht würden, würden laut Wutzlhofer außer acht lassen, "dass man trotzdem immer noch Frischluft braucht im Raum". Die Stadt Vohenstrauß setze deshalb auf dezentrale Be- und Entlüftungsanlagen und habe hierzu schon Angebote eingeholt. Die Geräte sind laut Außendienstleiter Karl Frey recht groß und werden an der Decke montiert. Wutzlhofer gab die Lärmbelastung mit "nicht mehr als 35 Dezibel" an. Pro Raum brauche man ein Gerät. Die Kosten von 11 000 bis 17 000 würden mit bis zu 80 Prozent gefördert. Allerdings, so der Bürgermeister, würden nur Bildungseinrichtungen für Kinder unter 12 Jahren den kompletten Fördersatz erhalten. Wutzlhofers persönliche Spekulation: "Ich könnte mir vorstellen, dass man davon ausgeht, dass sich alle Kinder über 12 Jahren impfen lassen." Frey ergänzte, dass die Geräte eine Wärmerückgewinnung von bis zu 90 Prozent gewährleisten.

Sirenen zum Katastrophenschutz

Ein aktuelles Thema sprach SPD-Stadtrat Heinrich Rewitzer an. In einer der letzten Sitzungen habe er auf die Möglichkeit einer Alarmierung im Katastrophenfall durch neuwertige Drucklautsprechersirenen hingewiesen. Die Notwendigkeit solcher Systeme sei mittlerweile bei den Hochwasserkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz deutlich geworden. Rewitzer: "Man kann sich nicht nur auf Warnmeldungen über Apps und Medien verlassen. Es braucht einen Warnmittel-Mix. Ganz entscheidend ist die gute, alte Sirene." Und weiter: "Wir sollten die Umstellung von analog auf digital bei der Feuerwehralarmierung nützen, um moderne, neuartige Sirenen für die Stadt Vohenstrauß zu beschaffen. Sie sind vor allem nachts ein zuverlässiges Warnmittel." Die Geräte besäßen auch ein Lautsprechersystem, über das man Verhaltensregeln an die Bevölkerung geben könnte. Rewitzer verwies auf ein Förderprogramm des Bundes. Kämmerer Rainer Dötsch erklärte, dass er sich mit der Thematik befassen werde.

Parkplatz-Verkauf

Die Stadt beabsichtigt, den gesamten Parkplatz an der Waidhauser Straße (ehemaliges Aldi-Gelände) zum Zweck einer Betriebserweiterung zu verkaufen. Ein Verkauf dieses Grundstücks setzt die Einziehung des öffentlich gewidmeten Parkplatzes voraus. Wutzlhofer erklärte, dass Gründe des "öffentlichen Wohls" mit der Schaffung von Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit der Betriebserweiterung auf dem Gelände gegeben seien. Drei Monate lang wird die Absicht der Einziehung an der Amtstafel bekannt gemacht. In dieser Zeit können Bedenken vorgebracht werden.

Motorradclub in Nöten

Martin Gleixner (Freie Wähler) bat den Bürgermeister im Namen des Motorradclubs Vohenstrauß um ein Gespräch. Der Verein könne das geforderte Hygienekonzept und die Bedingungen bezüglich der Versicherung für die geplante Motorradausstellung in der neu renovierten Dreifachturnhalle nicht erfüllen. Wutzlhofer will sich mit den Vereinsvertretern treffen.

Keine Kita-Wartelisten

Außerdem wollte Gleixner wissen, wie sich der Planungsstand der Kindergärten- und Hortplätze darstellt. Kämmerer Rainer Dötsch informierte: "Wir sind zwar an der Kapazitätsgrenze angelangt, aber es konnten bisher alle angenommen werden. Es gibt keine Wartelisten."

Marode Friedhofsmauer

Christoph Gollwitzer (CSU) fragte im Namen eines Bürgers aus Altenstadt nach, ob der Zustand der maroden Friedhofsmauer denn auch regelmäßig vom Außendienst der Stadt kontrolliert werde. Karl Frey konnte beruhigen: "Das wird von uns immer wieder kontrolliert."

Nachfrage zum Krankenhaus

Das Thema Krankenhaus brachte Bernhard Kleber (Freie Wähler) zur Sprache. Er fragte nach, ob beim Verkauf des Hauses eine zweckgebundene Nutzung festgelegt worden ist. Wutzlhofer meinte dazu, dass das Gebäude 25 Jahre lang Gesundheitseinrichtungen beherbergen muss. "Derzeit ist diese Zweckbindung auf alle Fälle gegeben", betonte er.

Radwegekonzept gefordert

Die Böhmischbrucker Ortssprecherin Lisa Vater brachte im Gremium das Thema Radwege auf Verbindungsstraßen vor. Mehrere Radfahrer hätten darum gebeten, dass die Stadt doch bei künftigen Straßenbaumaßnahmen gleich einen Radweg mit einplanen solle. Wutzlhofer erinnerte daran, dass zusammen mit dem Städtebaulichen Berater ein Radwegekonzept erarbeitet werde. Allerdings könne man nicht auf allen Straßen Radwege einplanen: "Oftmals ist der Platz nicht da, und es ist eine Kostenfrage." Ulrike Kießling (Freie Wähler) gab zu Bedenken, dass die Gemeinden im Westen des Landkreises in Sachen Radwege weitaus besser aufgestellt seien. "Aber über den Bocklweg sind alle Orte im Osten erreichbar", entgegnete Wutzlhofer.

Musikschulen auf Raumsuche

Bernd Koller (SPD) fragte nach, ob für die Musikschulen, die in den Schulen nicht mehr unterrichten dürfen, eine Lösung gefunden worden ist. Laut Bürgermeister habe man für die Anton-Bruckner-Musikschule in Zusammenarbeit mit der Musikinitiative Vohenstrauß eine Lösung gefunden. "Und auch für Albert Sommer gibt es eine Lösung", so der Rathauschef. In der Grundschule gebe es ab dem neuen Schuljahr eine zusätzliche erste Klasse, und die Ganztagsklassen würden ebenfalls Platz brauchen. "Schulische Belange gehen nun mal vor", betonte Wutzlhofer. Koller kritisierte, dass die Grundschule - obwohl sie Inklusionsschule sei - bislang noch nicht mit einem Aufzug ausgestattet sei. Bürgermeister und Außendienstleiter meinten dazu, dass die Inklusionsschüler in einem "schönen, großen Raum" im Erdgeschoss unterrichtet werden. Auch Rollstuhlfahrer könnten diesen Raum bequem erreichen. "Das ist schon eine vernünftige Lösung", bekräftigte Wutzlhofer.

Stau bei Schwimmkursen

"Bei den Schwimmkursen hat sich ein enormer Stau entwickelt. Der Turnverein ist bis Januar ausgebucht", meinte Koller. Er bat die Stadt darum, beim Landkreis nachzufragen, ob es möglich sei, das kleine Nichtschwimmerbecken im Vohenstraußer Hallenbad schon eher zu öffnen. "Sonst bringen wir diesen Stau nie weg", betonte der SPD-Sprecher. Der Bürgermeister wird mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen.

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