28.06.2020 - 10:57 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß: Genügend Ausbildungsangebote für Schulabgänger

Noch können sich die jungen Leute ihren Lehrstellen in Ruhe aussuchen. Doch die Corona-Pandemie wird in diesem Bereich Veränderungen nach sich ziehen. Darüber sind sich Schulleiter und JU-Vertreter einig.

Die Vertreter der Jungen Union haben an die Rektoren der hiesigen Schulen die Lehrstellenlisten für das Ausbildungsjahr 2021 übergeben.
von Elisabeth DobmayerProfil

Dank des Logistikers Witron in Parkstein, der im übernächsten Ausbildungsjahr gut 80 Lehrlinge ausbilden will, kann die Junge Union (JU) mit einem auswahlreichen Berufsportfolio an den hiesigen Schulen überzeugen. JU-Vorsitzender Maximilian Kallmeier und die Stellvertreterinnen Paula Herrmann und Jana Strigl überreichten am Freitag das gesammelte Werk ihrer mittlerweile langjährigen Lehrstellen-Initiative an die Leiter der Realschule, Mittelschule und des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ).

Mit 316 freien Stellen haben sie das Ergebnis vom Vorjahr mit 163 Angeboten weit übertroffen. So werden Kfz-Mechatroniker oder Lehrlinge in der System- und Hochvolttechnik genauso gesucht wie Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Notfallsanitäter. Es braucht aber auch künftige Köche, Hotelfachleute oder Pflegefachfrauen und pharmazeutisch-technische Assistenten. Ebenso sind Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Spengler, Hörakustiker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk oder Bankkaufleute auf dem Ausbildungsmarkt gefragt.

Realschulkonrektor Kilian Graber ist gespannt, wie sich zukünftig die Lehrstellensituation darstellt. In diesem Jahr seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht zu spüren. "Viele Schüler an unserer Bildungseinrichtung haben ihre Ausbildungsplätze bereits in trockenen Tüchern." Die Realschule habe jedenfalls großes Interesse daran, dass die regionale Wirtschaft stabil bleibe. Erfreulich sei zudem, dass sich immer mehr Realschüler wieder dazu entscheiden einen Ausbildungsberuf zu erlernen anstatt an die Fachoberschule zu wechseln. Diese Entwicklung sei natürlich zu begrüßen, da junge Menschen wieder in ihrer Region ansässig bleiben. "Auch wenn man den einen oder anderen Euro in Großstädten mehr verdient, sind doch die Lebenshaltungskosten dort viel höher", führte Graber aus. Das wissen die jungen Leute heute offenbar wieder mehr zu schätzen.

Kallmeier brachte die verschiedenen staatlichen Fördermaßnahmen ins Spiel, die sich positiv auf die Stellenbesetzung in den Betrieben auswirkten. Man spüre allerdings schon jetzt bei den Unternehmen eine gewisse Unsicherheit was die Zukunft betreffe. "Viele wissen nicht, wie es weitergeht." Als JU-Vorsitzender sei er stolz, den Schulabgängern so viele Ausbildungsplätze in der Region präsentieren zu können. Auf einen Schulabgänger entfielen 1,6 bis 2 Ausbildungsplätze, so dass die Jugendlichen noch eine schöne Auswahl treffen können. "Das ist für die Absolventen schon ein Luxus", fand Kallmeier. Noch für diesen September stünden viele Stellen offen. "Jeder Schüler hat definitiv noch die Möglichkeit einen Ausbildungsplatz zu ergattern."

Über 400 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Neustadt

Vohenstrauß

Laut Rektor Michael Raab vom SFZ schöpfen seine Lehrer stets aus den JU-Listen-Skript Ideen für Praktikumsplätze für die Schüler. Noch dazu kämen viele seiner Kollegen nicht aus der Region und würden sich von der Lehrstellenliste gerne Unternehmen herauspicken, die eventuell auch einen Praktikumsplatz anbieten. Er vermutet, dass sich auch in diesem Bereich die Angebote zukünftig wegen Corona verändern werden, wenngleich eine Ausbildungsstelle dann doch noch einmal ein anderer Nenner für die Unternehmen sei.

Mittelschul-Rektor Hubert Reil organisiert derzeit Praktika für seine Schüler im Oktober. Er hofft, dass diese Berufsschnuppertage zum neuen Schuljahr wieder möglich sein werden. Einige Unternehmer seien auch diesbezüglich noch recht zögerlich. Er richtete im Namen seiner Schulleiterkollegen seinen Dank an das JU-Team, die sich die Mühe der Ausbildungsabfrage bei den Betrieben machten und die Listen den Schulen zur Vermittlung an die Hand geben. "Das ist eine bemerkenswerte Aktion die auch in Zukunft ein wichtiger Baustein für die Jugendlichen in den Schulen zur Berufsfindung darstellen wird." Graber führte abschließend noch an, dass bei vielen Absolventen trotz sicherer Ausbildung nach der Schule die Unsicherheit, wie es mit Corona weitergeht, zu spüren ist.

Anregung für Praktikumsplätze

Staatliche Fördermaßnahmen

Viele Schüler an unserer Bildungseinrichtung haben ihre Ausbildungsplätze bereits in trockenen Tüchern.

Realschulkonrektor Kilian Graber

Realschulkonrektor Kilian Graber

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