28.03.2021 - 13:53 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß: Rettungsaktion von Dackel Gustl geglückt

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Diesen Ausflug wird der Dackel-Mix-Rüde Gustl so schnell nicht vergessen. Und er hätte schlimm enden können. Feuerwehr und Tierretter haben durchwegs bewiesen, dass sie Profis sind.

Großes Glück für den Dackel-Mix-Rüden Gustl. Am Sonntagmorgen hat er sich schon wieder gut von seinem Abenteuer erholt. Ursula Wagner ist froh, dass sie den Ausreißer wieder im Arm halten kann.
von Elisabeth DobmayerProfil

Dackel Gustl hat nicht nur die Feuerwehr Oberlind am Samstagvormittag ganz schön auf Trab gehalten. Bei einem Spaziergang in der Oberlinder Flur mit seinem Herrchen und Frauchen war Gustl am Donnerstag plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Alles Locken und Rufen nutzte nicht. Er blieb weg. Erst eine großangelegte Rettungsaktion mit der Tiersuche Ostbayern, Feuerwehrleuten aus Oberlind mit Kommandant Markus Kindl und Baggerführer Felix Schwab brachte Besitzer und Hund wieder zusammen.

Ludwig Messer und dessen Lebensgefährtin Ursula Wagner können am Samstagabend ihr großes Glück immer noch nicht fassen:

Plötzlich war Gustl weg

„Haben Sie den Stein, der von unserem Herzen fiel, nicht plumpsen gehört?“, sagt Wagner. Am Donnerstag gegen 15 Uhr machte sie sich mit ihrem Lebenspartner und den zwei Hunden Gustl und Neno, ein Malteser-Yorkshire-Mischling, in der Nähe des Üblacker-Weihers in Richtung Arnmühle auf den Spaziergang. Auf dem Rückweg, ungefähr 50 Meter vor dem Auto der Messers, riefen die Hundebesitzer Neno, der sich schnüffelnd hinter ihnen befand. Gustl war da bereits vor ihnen in Richtung Fahrzeug unterwegs. Als sie sich wieder umdrehten, war der Dackel wie vom Erdboden verschluckt.

„Das gibt’s doch gar nicht, der war doch eben noch da“, so die erste Reaktion. Laut rufend begab sich das Paar auf die Suche. „Wir waren bis 19 Uhr draußen, aber es half alles nichts, er blieb spurlos verschwunden.“ Die Verzweiflung war riesengroß. Ursula Wagner verständigt das Weidener Tierheim. Sollte ihr Liebling abgegeben werden, wollten sie sofort benachrichtigt werden. Doch nichts passierte. Tierheimleiterin Jutta Böhm brachte tags darauf die Tiersuche Ostbayern ins Spiel. Katharina Guggenmos aus Letzau, Kerstin Täuber aus Roding und Konstanze Gruber aus Regensburg trafen mit ihren Australian Shepherd und zwei Bloodhounds am Samstagvormittag gegen 10.45 Uhr in Vohenstrauß ein und machten sich mit den Hundebesitzern auf die Suche im Gebiet rund um den Weiher.

Winseln aus dem Kanal

Das kleine Wäldchen nebenan wurde ebenfalls systematisch abgesucht. Die Hunde hatten Witterung aufgenommen. Als Katharina Guggenmos auf ihre Kollegin wartet, hört sie trotz des starken Windes plötzlich ein Winseln. Dackel Gustl steckte in einem Wasserrohr fest, das die beiden Straßengräben auf einem Nebenweg am Kalvarienberg verbindet. Schnell wählte sie die Integrierte Leitstelle in Weiden an und bat um Hilfe. Dann ging alles ganz schnell. Eineinhalb Minuten später heulte in Oberlind die Sirene und keine zwei Minuten später standen elf Mann mit Kommandant Markus Kindl, ausgerüstet mit Schaufel und Pickel, bereit.

Umgehend begannen die Einsatzkräfte die Rohre auszugraben. Kindl informierte Baggerfahrer Felix Schwab, der mit seinem Minibagger anrückte und vorsichtig die Erde abtrug. Schwerstarbeit für die Feuerwehrleute. Aufgeregt verfolgte auch Ursula Wagner das Geschehen. Als die einzelnen Rohrteile offenlagen galt es vorsichtig vorzugehen, um den Hund nicht zu verletzen. Nach rund einer dreiviertel Stunde war die Odyssee des Dackels beendet. Wenn auch sehr geschwächt, konnte das ausgebüxte Tier nach zwei Tagen an die glücken Besitzer unverletzt übergeben werden. Gustl war rund vier Meter tief in das Rohr gekrochen und kam nicht mehr heraus.

Überglücklich bedankten sich Herrchen und Frauchen bei den Mitgliedern der Tiersuche Ostbayern und bei den Feuerwehrkräften für ihren tatkräftigen Einsatz. Kommandant Kindl versicherte, dass man immer einsatzbereit sei. Für die Retter war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Trotzdem tat das Lob gut.

„Wir sind mehr als froh, unseren Gustl wieder in die Arme schließen zu können“, versicherten die Hundebesitzer. Der Dackel kam 2015 aus dem Tierheim zu ihnen. Sein Besitzer hatte ihn wegen einer Dackellähmung dort abgegeben. „Er konnte fast nicht gehen und zog seine Beine nach.“ Damals wurde das Tier auf rund sieben Jahre geschätzt. Das tägliche Spazierengehen - anfangs nur ein paar Meter - tat Gustl gut, so dass er sich schnell erholte, erzählt Ursula Wagner. „Heute gehört er einfach zur Familie und deshalb waren wir so besorgt um ihn.“

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Eslarn
Info:

Tier vermisst, was tun?

  • Gründe, warum Hunde abhauen: Der Hund jagt, hat sich erschreckt und ist geflüchtet, wurde gestohlen, ist einer läufigen Hündin gefolgt, wurde vom Auto angefahren und ist im Schock geflüchtet, die Leine ist gerissen, das Brustgeschirr ist nicht passend oder ausbruchssicher.
  • K-9 ® Suchhundezentrum hat ein bundesweites Netzwerk von Tiersuchern. Die Einsatzteams (Mensch und Hund) sind ausgebildet, Haustiere zu suchen. Kontakt: Suchhundezentrum Ostbayern, Telefon: 0172/4723182 oder E-Mail: info[at]suchhunde-ostbayern[dot]de
  • Ein gut geplanter Suchablauf ist notwendig, damit das entlaufene Tier nicht durch gut gemeinte Hilfe verunsichert wird (beispielsweise bei ängstlichen Hunden) und vor den Helfern hergetrieben wird.
  • Deshalb raten die Experten: Ruhe bewahren, bleiben Sie an dem Ort, an dem ihr Tier Sie verlassen hat. Sprechen Sie ihre Mitmenschen an, beschreiben Sie ihr Tier. Informieren Sie Tasso e.V. (Tierregister), Tierheime und Tierärzte, die Polizei, den Förster, den Jäger und die Straßenmeisterei.

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