19.07.2021 - 13:44 Uhr
VorbachOberpfalz

Gemeinderat Vorbach: Weitere Aufträge für Feuerwehrhaus-Neubau vergeben

Der Rohbau des Vorbacher Feuerwehrhauses schreitet voran. Zeit also für weitere Vergaben des Gemeinderates im sechsstelligen Bereich. In "hochpreisiger Zeit" freut sich das Gremium dennoch über akzeptable Angebote.

Der Rohbau des Feuerwehrhauses in Vorbach kommt gut voran. In der jüngsten Sitzung vergibt der Gemeinderat Aufträge speziell für den Innenausbau.
von Robert DotzauerProfil

Weitere Aufträge für die derzeit größte Baustelle der Gemeinde Vorbach standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung. Gut im Zeitplan liegt der Rohbau des Feuerwehrhauses, hieß es. Umso wichtiger war dem Gremium die zeitige Vergabe weiterer Handwerkerleistungen. Für Bürgermeister Alexander Goller ein Balanceakt: „Wir bekamen für einige Gewerke nur ein Angebot.“ Dennoch freute sich der Gemeindechef über seriöse Angebotssummen. Eine Kostenexplosion konnte bisher vermieden werden, betonte der Bürgermeister.

Im Einzelnen beschloss der Rat die Vergabe des Gewerks Heizung und Lüftung bei nur einem Angebot an die Firma WP Haustechnik Grafenwöhr. Die Vergabesumme von 72.566 Euro liege gut in der Kostenrechnung, so die Anmerkung des Architekturbüros Schultes. Die Firma WP Haustechnik darf sich auch über den Sanitär-Auftrag in Höhe von 59.000 Euro freuen. Überrascht zeigten sich Bürgermeister und Rat über das günstige Angebot für die Leistungen der Elektroinstallation. Bei vier Bewerbern erhielt die Firma Elektro-Hubmann aus Bärnau für 122.474 Euro den Zuschlag. Bei drei Angeboten für die Sektionaltore und T30-Türen beschloss das Gremium die Vergabe an die Firma „Tore-Türen-Antriebe“ (TTA) in Fensterbach zum Betrag von 23.536 Euro. Beide Vergabesummen liegen deutlich unter der Kostenberechnung der Planer.

Gehwegerneuerung in der Mautstraße

Den Aufträgen für das Feuerwehrhaus folgte eine weitere Vergabe im sechsstelligen Bereich. Nach Eingang von drei Angeboten erhielt die Firma Hans Braun aus Weidenberg zum Bruttobetrag von 102.000 Euro den Auftrag zur Erneuerung des Gehweges in der Mautstraße in Oberbibrach. Eine Summe, die deutlich über der Kostenschätzung des Ingenieurbüros liegt, bedauerte der Bürgermeister. Goller begründete die Mehrkosten mit der überhitzten Konjunktur im Tiefbau und zusätzlichen Kabelarbeiten zur Strom- und Breitbandversorgung. Geplant ist auch eine Ergänzung der Straßenbeleuchtung. „Wenn wir den Ausbau wollen, dann jetzt“, argumentierte Stephan Meier mit Blick auf zu befürchtende weitere Kostensteigerungen. Die Vergabe erfolgte einstimmig.

Glasfaser für Grundschule Oberbibrach

Das Ende der staatlichen Förderung für Glasfaseranschlüsse an öffentliche Gebäude naht. Höchste Zeit also für einen Anschluss der Grundschule Oberbibrach, wie der Bürgermeister anmerkte und auf einen Festbetragszuschuss von 50.000 Euro verwies. Diese Chance nutzend vergab das Gremium die Glasfaseranbindung der Schule zum Angebotspreis von 62.363 Euro an die Deutsche Telekom. Einmal im Vergabemodus billigte der Rat auch die Gebührensatzung der ILE-Region Vierstädtedreieck im Oberpfälzer Hügelland. Auf die Kommune entfällt ein Jahresbeitrag von 85 Cent je Einwohner. Der Gemeindeanteil einer Einmalzahlung zur Finanzierung der Erstausstattung des ILE-Büros ist noch zu berechnen.

Elektrobus in der Schwebe

Einen umgehenden Handlungsbedarf sieht Goller zum Thema "Sonnenstrom-Nutzung". Mit der Übernahme der PV-Siouxanlage auf dem Dach der Grundschule in Oberbibrach ergebe sich eine neue Sachlage. Die Einspeisung ins Netz bringe der Gemeinde dürftige drei Cent je Kw/h. Goller plädierte deshalb eindringlich für einen großen Eigenverbrauch. Im Zusammenhang mit der Errichtung einer E-Zapfsäule und der Installation eines Stromspeichers im Schulhaus empfahl der Bürgermeister eine baldige Entscheidung über den Erwerb eines Elektro-Busses. „Für den Eigenstrom ist ein Fahrzeug mit einer Halbwertszeit von 10 bis 15 Jahren genau das Richtige.“ Goller mahnte: „Wir brauchen einen Beschluss, die Fördermöglichkeiten sind endlich.“ Nägel mit Köpfen erhofft er sich bis zur September-Sitzung.

Dann soll auch über eine Ladestation für E-Fahrräder gesprochen werden. Hintergrund sind Wünsche aus der Bevölkerung zur Beschaffung eines E-Lastenfahrrades mit einer Nutzlast von mindestens 120 Kilogramm. Goller informierte über eine staatliche Förderung von 25 Prozent bei Gesamtkosten zwischen 2500 und 5000 Euro. Förderfähig sei eine Anschaffung durch die Gemeinde oder durch die Vereine. Als denkbar bezeichnete der Bürgermeister die Nutzung für örtliche Zeitungsfahrer und für einen Bringservice des Dorfladens. Für Tobias Lautner gehörten solche Wünsche in den Bereich der Privatangelegenheiten. Einen Gag nannte Dominik Eckert entsprechende Vorstellungen und Christian Friedrich warnte: „In den Förderrichtlinien ist die Nutzung für private Zwecke ausgeschlossen.“ Die Diskussion endete ohne Beschluss.

Klimaschutzmanager bestellen

Ohne Entscheidung endete auch eine Diskussion zur Bestellung eines ehrenamtlichen kommunalen Klimaschutzmanagers. Er soll die Bevölkerung bei Fragen des Klimaschutzes mit einem Aktionsbaukasten über detaillierte Handlungsmöglichkeiten und Förderungen beraten. Beim Landratsamt gebe es bereits einen Fachberater und auch zwei Landkreiskommunen bedienen sich eines Klimaschutzbeauftragten, wusste der Bürgermeister. Auch in der Gemeinde gebe es schon eine Bewerbung. Für die Fraktionen begrüßten Marga Kreutzer und Dominik Eckert das Interesse: „Wir sind froh, dass sich jemand für diese Aufgabe bereiterklärt.“ Eine Finanzierungshilfe ist im Gemeindehaushalt nicht vorgesehen. Die Berufung möge in einer der nächsten Sitzungen erfolgen, so die Empfehlung des Gremiums.

Altes Schulhaus und Funkmast

Im Informationsteil verwies der Bürgermeister auf die bevorstehende Fertigstellung der Machbarkeitsstudie zur Barrierefreiheit des alten Schulhauses. Anfragen gab es zum Thema Friedhofwege. Der Gemeinderat wird sich deshalb am 29. Juli zu einem Ortstermin treffen. Von Anneliese Weber gab es Hinweise zu Neuregelungen im Vereinsrecht. Sie werden in das Mitteilungsblatt der Gemeinde eingestellt, versicherte der Sitzungsleiter. Martin Kräml interessierte die Terminierung der Informationsveranstaltung zum Funkmast-Thema. Einen genauen Zeitpunkt konnte der Bürgermeister wegen der Urlaubsplanung eines Referenten noch nicht nennen. Goller rechnet mit einem Versammlungstermin im August.

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