22.06.2021 - 09:53 Uhr
VorbachOberpfalz

Gemeinderat Vorbach: Kommt der E-Kindergartenbus?

Die Gemeinde Vorbach will den Sonnenstrom aus der Photovoltaik-Anlage auf der Grundschule Oberbibrach selbst nutzen. Der Bürgermeister will das Projekt Elektro-Kindergartenbus auf den Weg bringen. Das brachte geteiltes Echo mit sich.

Die Strompreise steigen weiter, garantierte Einspeisevergütungen werden mit Vertragsablauf uninteressant. Die Gemeinde will deshalb den von der PV-Anlage auf dem Schuldach erzeugten Sonnenstrom verstärkt für den Eigenverbrauch nutzen
von Robert DotzauerProfil

Um Kommunen bei der Nutzung der Potentiale zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sowie zur Einsparung von Treibhausgasen zu unterstützen, fördert das Bundesumweltministerim kommunale Klimaschutz-Modellprojekte. Eine Chance für die Gemeinde Vorbach sieht Bürgermeister Alexander Goller bei der künftigen Nutzung der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule in Oberbibrach. Ein Grundsatzbeschluss zur Übernahme der gebrauchten aber noch intakten Anlage und zum Weiterbetrieb des gemeindeeigenen Anlagenteiles ist bereits gefasst. Allerdings macht die auslaufende Förderung nach dem Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) den Stromverkauf unattraktiv.

Strom-Eigennutzung interessant

Wegen der dünnen Einspeisevergütung soll der Sonnenstrom für den Eigenverbrauch genutzt werden. Die Wirtschaftlichkeit der Eigennutzung in Verbindung mit einem Solarspeicher und einer Ladestation für Elektroautos bestätigen Machbarkeitsstudien. Für Bürgermeister Goller auch ein Signal, einen gemeindeeigenen Elektro-Kindergartenbus anzuschaffen. Ein Projektpaket, für das der Gemeindechef Chancen einer Förderung aus dem Sonderprogramm des Umweltministeriums entdeckte.

Goller machte sich deshalb für einen Ratsbeschluss für die Stromspeicherung, für die Errichtung einer Ladesäule und für den Betrieb eines Elektrobusses stark. Ein Vorstoß, der im Gremium auf ein geteiltes Echo fiel. Sebastian Pittner (FW) sah beim Busbetrieb noch viele offene Fragen. Als Beispiele nannte er Unklarheiten zum Thema Trägerverein, einen hohen Verwaltungsaufwand und rechtliche Hürden bei einem Bus-Eigenbetrieb. „Wir brauchen mehr Argumente für die Anschaffung eines Elektrobusses“, erklärte Pittner. Auch für Manfred Plößner (FW) gibt es noch viel zu klären. Deshalb regte er an, mit dem Beschluss zum Buserwerb noch zu warten.

Positives nicht klein reden

Im Gegensatz dazu bedauerte Martin Wiesend (CSU) die Bedenken mit der Feststellung: „Man sollte das Positive nicht klein reden“. Die Anschaffung eines Bürgerbusses sei nicht nur für die Kindergarten-Eltern hilfreich. Das Fahrzeug könne auch als Schulbus und für Vereinszwecke genutzt werden. Dem Ratschlag von Dominik Eckert (FW), sich zunächst bei anderen Gemeinden zu erkundigen, begegnete VG-Kämmerer Michael Eisner mit dem Hinweis, dass sich zum Beispiel der Bürgerbus der Marktgemeinde Kirchenthumbach bestens bewähre.

„Im Grundsatz ist ein Gemeindebus eine gute Sache“, urteilte Martin Kräml. Dennoch schlug er vor, sich vor einem Beschluss weitere Szenarien für die Buseinsätze zu überlegen. Ein Vorschlag, den Marga Kreutzer (CSU) mit dem Hinweis auf das innovative Gesamtkonzept begegnete. Die Meinungsunterschiede veranlassten Bürgermeister Goller, nur über einen Grundsatzbeschluss zum Einbau eines Elektrospeichers in das Schulgebäude und zur Installierung einer Ladesäule abzustimmen. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Für den Kita- und Bürgerbus kündigte Goller weitere Überlegungen an. Gleichzeitig setzt der Bürgermeister große Hoffnungen auf das Förderprogramm „Klimaschutz für Kommunen“.

Über eine Viertelmillion Euro für einen neuen Kommunaltraktor?

Tief Luft holen hieß es für die Gemeinderäte bei der Bekanntgabe eines Angebotes für ein neues Bauhof-Fahrzeug. Bürgermeister Goller verteilte ein Angebot der BayWa für einen Fendt 516 Vario S4 Power. Der Kostenvoranschlag für den 126-kW-Traktor summiert sich auf etwa 152.000 Euro. Das Mähwerk kostet zusätzlich 101.000 Euro, ein Schneepflug weitere 17.000 Euro. „Ein ganz schöner Batzen“, wie der Bürgermeister anmerkte und von einer ausführlichen Diskussion mit den Gemeindearbeitern berichtete.

Auf eine Rücksprache mit dem Bauhof bezog sich auch Dominik Eckert, als er feststellte: „Der angebotene Traktor ist unter Berücksichtigung von Ergänzungsanschaffungen vielseitig einsetzbar“. Das Ratsmitglied regte das Einholen von Angeboten anderer Hersteller an, während Martin Kräml bekräftigte: „Der Bauhof braucht was Anständiges“. Über den Einsatz ähnlicher Fahrzeuge in den VG-Mitgliedsgemeinden Kirchenthumbach und Schlammersdorf informierte VG-Kämmerer Michael Eisner. Der Tagesordnungspunkt diente der Information. Der Rat solle sich auf der Grundlage der Angebotsunterlagen Gedanken machen, wünschte sich der Bürgermeister. Zeitnah soll ein Beschluss folgen.

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