09.06.2020 - 11:21 Uhr
VorbachOberpfalz

Teure Investitionen belasten den Wasserzweckverband der Vorbacher Gruppe

Der Mensch besteht überwiegend aus Wasser. Regelmäßiger Nachschub ist daher lebenswichtig. In Vorbach und Schlammersdorf lässt man sich dieses wertvolle Naturprodukt viel kosten.

In der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Vorbacher Gruppe verabschiedet sich Verbandsvorsitzender Werner Roder (rechts) mit einer beeindruckenden Bilanz des Verbandes.
von Robert DotzauerProfil

Die gesetzlichen Vorgaben an die Qualität des Lebenselixiers Trinkwasser sind hoch. Die Barrieren der gesamten Prozesskette sind immer dieselben, um Fremdstoffe herauszuhalten: Gewinnen, Aufbereiten, Verteilen. In Vorbach soll es die Sanierung des Tiefbrunnens II richten, möglichst viel Nitrat vom köstlichen Nass fernzuhalten. Mit Erfolg, wie Pumpversuche zeigen. Deshalb entschloss sich der Zweckverband zur Wasserversorgung der Vorbacher Gruppe, die Brunnensanierung fortzusetzen. Letzte Arbeiten vergab die Zweckverbandsversammlung in ihrer Sitzung im großen Saal des Gemeindezentrums in Vorbach.

Nach der Kommunalwahl sind es viele neue Gesichter, gewählt in den Ratsversammlungen in Schlammersdorf und Vorbach, die sich zur konstituierenden Sitzung trafen. Mit dabei: die Bürgermeister Alexander Goller und Johannes Schmid. Der Zweckverband besteht aus beiden Gemeinden. Sie gewährleisten die Trinkwasserversorgung und bedienen sich wegen der überörtlichen Versorgungsstruktur eines Zweckverbandes. Zum Teil neue Vertreter aus beiden Kommunen entschieden unter Vorsitz des Vorbacher Ex-Bürgermeisters und „Noch“-Vorstandes der Verbandsversammlung zunächst über weitere Aufträge zur Fortführung und Beendigung des Brunnenprojekts. Einstimmigkeit herrschte über eine Eil-Entscheidung des Vorbacher Gemeinderates vom 20. April, die Wasserleitungsarbeiten für die Schloßstraße in Vorbach im Rahmen der Dorferneuerung für 58.619 Euro an die Firma Hans Braun aus Weiden zu vergeben.

Aktuell waren weitere Aufträge zu vergeben. Nach Abschluss der Betonbau- und Maurerarbeiten durch die Firma Meier-Bau aus Vorbach zu äußerst kulanten Preisen, wie Werner Roder betonte, und der Beendigung der Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten durch die Firma Wiesnet aus Ernstfeld warteten auf das Gremium Beschlüsse zur Vergabe der neuen Maschinentechnik und der Elektro- und Fernmeldearbeiten. Den Auftrag für die Maschinentechnik erhielt als günstigster Bieter die Firma Lippold aus Weidenberg zum Angebotspreis von 48.790 Euro. 6.800 Euro beträgt die Vergabesumme für die Elektroarbeiten einschließlich eines „Sanftstarters“ der Pumpe an die Firma Elektro Höller aus Auerbach.

Für den ehemaligen Vorbacher Bürgermeister Werner Roder waren diese Beschlüsse die letzte Amtshandlung als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes. Aus diesem Anlass hielt Roder noch einmal Rückblick auf bedeutende Investitionen. Seine Erfolgsbilanz eröffnete der Noch-Vorsitzende mit einer Würdigung des segensreichen Wirkens von Willi Hofmann. 18 Jahre lang sei bis 2014 der langjährige Sachgebietsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Bayreuth und Diplom-Ingenieurs die Idealbesetzung für den Wasserzweckverband gewesen. „Willi Hofmann hat dem Verband und den Verbrauchern mit seinen Fachkenntnissen viel Geld gespart“, urteilte Roder. Der Titel eines „Wasser-Papstes“ sei Hofmann deshalb ein Leben lang gewiss.

Die vergangenen sechs Jahre als Verbandsvorsitzender beschrieb Roder als äußerst intensiv. Beispielhaft erinnerte er an die Leitungserneuerung der Ortsdurchfahrt Ernstfeld, den Wasserleitungsbau in Oberbibrach und Unterbibrach, die Herstellung eines Notverbundes zur Verbesserung der Versorgungssicherheit mit der Creußener Gruppe, Leitungserneuerungen in Höflas und Vorbach und das einjährige Nitratmonitoring für den Tiefbrunnen II und dessen Sanierung. Als mit Abstand teuerste Maßnahme bezeichnete Roder das Tiefbrunnen-Projekt mit Kosten von insgesamt 563.000 Euro. Die letzten sechs Jahre bilanzierend nannte der scheidende Vorsitzende Investitionen in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro. Allerdings ohne staatliche Förderleistungen, wie Roder bedauerte. Als Glücksfall bezeichnete er die Entscheidung, Fabin Utner als neuen Wasserwart zu bestellen. Gemeinsam mit dem Bauhofmitarbeiter Sigi Feigt nannte Roder die Besetzung ein „tolles Team“.

In einem kurzen Ausblick legte Roder der neuen Verbandsversammlung nahe, die Sanierung des Tiefbrunnens II zügig zu beenden und wegen des Kostenaufwandes von über einer halben Million Euro einen Verbesserungsbeitrag zu erheben. Roder erinnerte zudem an Schutzgebietsausweisungen für beiden Tiefbrunnen und empfahl, die derzeit beschränkte wasserrechtliche Erlaubnis bis 31. Dezember 2022 durch eine langfristige wasserrechtliche Bewilligung mit einer Dauer von 20 Jahren zu ersetzen.

Roder regte ferner an, bei Kanalbau- und Straßenausbauarbeiten alte Wasserleitungen mit zu erneuern. Mittel- und langfristig plädierte er zur Verbesserung der Versorgungssicherheit für eine Ringleitung zwischen den Ortschaften Ernstfeld, Moos, Oberbibrach, Grün und dem Hochbehälter im Staatsforst. „Viel Arbeit auch für den neuen Vorsitzenden und nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“, resümierte der scheidende Verbandsvorsitzende schmunzelnd. Aber Wasser sei eben das wichtigste Lebensmittel, das den Verbrauchern auch etwas Wert sein sollte. Bei einer Verbrauchsgebühr von 1,37 Euro je Kubikmeter Trinkwasser gehört der Zweckverband immer noch zu den preisgünstigsten Versorgern in der Region.

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