„Ich sehe keine wirkliche Alternative zur Fortführung der Sanierungsarbeiten. Wir müssen die Versorgungssicherheit gewährleisten. Dafür brauchen wir auch künftig ein zweites Standbein“, gab Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbandes zur Wasserversorgung Werner Roder in der Verbandsversammlung zu verstehen. Dem folgte das Gremium und beschloss, dass die Sanierungsarbeiten am Tiefbrunnen II in Form eines so genannten „verlorenen Ausbaus“ fortgesetzt werden.
Zur Entscheidung über die weitere Vorgehensweise zur Sanierung des Tiefbrunnens II, erläuterte Verbandsvorsitzender Werner Roder, dass beim ersten so genannten Packerpumpversuch bei einer Absperrung auf einer Tiefe von 21 Meter die Grenzwerte beim Nitrat von 50 mg pro Liter (mg/l) erreicht würden. Bei einem zweiten Packerpumpversuch auf einer Tiefe von etwa 41 Meter abgesperrt, wurden deutlich bessere Nitratwerte von bis 25 mg/l festgestellt.
Wie Verbandsvorsitzender Roder weiter erläuterte, könne eine Wassermenge von drei Liter pro Sekunde gefördert werden. Dies entspricht einer Wasserförderung von zirka 260 Kubikmeter pro Tag, bei einem Wasserbedarf von durchschnittlich 345 Kubikmeter täglich. Auch vier Liter pro Sekunde könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, womit der durchschnittliche Wasserbedarf pro Tag gedeckt sei. Nach seinen Worten lasse sich jedoch erst nach Abschluss einer Brunnensanierung feststellen, wie viel Wasser dauerhaft auf einer Tiefe von 43 Meter gefördert werden könne. Selbst wenn der Brunnen I ausfalle, könnte bei einer Fördermenge von drei Liter pro Sekunde aus dem Brunnen II und einer Einspeisung über den Notverbund zur Creußener Gruppe der Wasserbedarf für das Verbandsgebiet gedeckt werden.
Zwei Vorschläge auf dem Tisch
Die Ergebnisse der beiden Packerpumpversuche wurde gemeinsam mit den Diplom-Geologen Manfred Piewak vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Hydrogeologie und Umweltschutz in Bayreuth sowie seiner Mitarbeiterin, Geoökologin Anja Mallanik, in einem Gespräch mit allen Fachbehörden erörtert und gleichzeitig zwei Sanierungsvorschläge vorgestellt. Bei den beiden Varianten der Brunnensanierung handelt es sich um einen „Komplettausbau“ oder einem so genannten „verlorenen Ausbau“. Die Fachbehörden hielten es für sinnvoll, an der Sanierung des Brunnens festzuhalten, jedoch in einer deutlich längeren Ausführung als zunächst angenommen mit einer Absperrung bei 43 Meter. Zudem sahen die Fachbehörden keinen Vorteil beim etwa 30 000 Euro teuren Komplettausbau gegenüber einem „verlorenen Ausbau“.
Auf die Sanierungskosten eingehend informierte Roder, dass bisher mehr als 200 000 Euro brutto ausgegeben worden seien. Bei einer Fortführung der Sanierungskosten und einem „verlorenen Ausbau“ beliefen sich die Gesamtkosten auf voraussichtlich 452 000 Euro und lägen damit um etwa 113 000 Euro gegenüber dem Haushaltsansatz in Höhe von 340 000 Euro.
Roder: Keine Alternative
Verbandsvorsitzender Roder sah keine Alternative zur Fortführung der Sanierungsarbeiten. Er verwies darauf, bei einem unterstellten Abbruch der Sanierungsarbeiten hätte dies einen Rückbau des Brunnens mit einem Kostenaufwand von rund 100 000 Euro zur Folge. In diesem Zusammenhang brachte er zum Ausdruck: „Lieber gibt man 450 000 Euro für eine Sanierung eines Brunnens aus, der wieder genutzt werden kann, anstatt 300 000 Euro auszugeben, um keinen Brunnen II mehr zu haben“. Mit Blick auf die Finanzierung des Projekts gab der Verbandsvorsitzende zu verstehen, dass die Tiefbrunnensanierung, wie ursprünglich auch vorgesehen, über Verbesserungsbeiträge erfolgen wird.
Die beiden Sanierungsvorschläge wurden mit fachlichen Ausführungen in der Verbandssitzung durch Diplom-Ingenieur Manfred Piewak mit dem Schwerpunkt für einen „verlorenen Ausbau“ erläutert. Das Gremium entschied sich letztlich für diese Variante und damit auch für eine Fortsetzung der Sanierungsarbeiten beim Tiefbrunnen II.













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