15.05.2020 - 17:05 Uhr
WackersdorfOberpfalz

BMW produziert Masken: "MuNaSchu" aus Wackersdorf

Wo sonst Cockpits produziert und Auto-Teile versandt werden, laufen jetzt Textilien vom Band: BMW produziert in Wackersdorf Mund-Nasen-Schutz für seine Mitarbeiter in Europa.

Auf zwei Maschinen produziert BMW nun Mund-Nasen-Schutz für seine Mitarbeiter. Die Kapazität liegt bei 200000 Stück pro Tag. Die Masken werden aus dreilagigem Vlies geschweißt, Nasendraht und Bänder vollautomatisch angebracht. Die Maschinen dafür stammen aus Amberg.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Es ist eine rein bayerische Zusammenarbeit, die am Freitag im Innovationspark Wackersdorf anlief: BMW produziert Mund-Nase-Schutz (MuNaSchu) für seine Mitarbeiter; die beiden Fertigungsmaschinen stammen von PIA in Amberg, das Vlies schließlich von der Sandler AG in Schwarzenbach/Saale. BMW-Produktionsmanager Daniel Schäfer betonte bei einem Pressetermin am Freitag das Tempo, das der Automobilkonzern mit seinen Partnern vorlegte: In gut sechs Wochen wurde die Produktion geplant, aufgebaut, Mitarbeiter geschult und die Logistik geregelt. "Das dauert sonst zehn bis zwölf Monate."

"Das beweist die Flexibilität der BMW-Group", sagte Einkaufsmanager Ralf Hattler. Das Unternehmen setze seine Kompetenzen gezielt im Kampf gegen das Corona-Virus ein, stelle seine Expertise in Sachen Lieferantennetzwerk auch den Behörden zur Verfügung. Mit der Eigenproduktion der Masken sollen Mitarbeiter in Produktion, Handel und weiteren Unternehmensbereichen in BMW-Standorten in ganz Europa geschützt werden. "Gleichzeitig entlasten wir den externen Beschaffungsmarkt für Masken", sagte Hattler. Weil die Versorgung des medizinischen Bereiches Vorrang habe, sei der Markt für frei verkäufliche Masken begrenzt.

Der Standortleiter des BMW-Innovationsparks Wackersdorf, Michael Bomann, zeigte sich stolz auf seine Mannschaft: Die Mitarbeiter seien mit vollem Einsatz dabei. "Sonst versorgen wir aus Wackersdorf die Welt mit Teilen", sagte Bomann, "jetzt auch mit Masken."

Schon kurz nach den ersten Corona-Erfahrungen in China sei die Idee zur Eigenproduktion entstanden, sagte Daniel Schäfer. Über ein Youtube-Video stieß ein Kollege auf den Automatenbauer PIA in Amberg. Kontakte wurden geknüpft. Die ersten beiden Fertigungsanlagen aus der PIA-Schmiede landeten dann in Wackersdorf. "Das war auch komplett neu für uns", sagte PIA-Geschäftsführer (CSO) Thomas Ernst. Er berichtete am Rande der Veranstaltung von Aufträgen für weitere rund 40 Fertigungsanlagen.

BMW fährt die Produktion in seinen Werken langsam wieder hoch. Dingolfing laufe bereits, in Regensburg geht es am Montag mit einer Schicht los, sagte Herbert Grebenc. Er leitet das Kompetenz-Team Corona im Konzern. Für den Start der Produktion wurden verschiedenste Hygiene- und Abstandsregelungen getroffen, auch was den gezielten Einsatz der Masken anbetrifft. Diese würden laufend überprüft und gegebenenfalls nachgebessert. An den Fertigungslinien in Wackersdorf für den Mund-Nasen-Schutz sind derzeit 15 Mitarbeiter je Schicht eingesetzt.

Zusammenarbeit mit PIA Amberg

Wackersdorf
Die Mitarbeiter an der Maskenproduktion müssen komplette Schutzkleidung tragen. Je 20 Masken werden zusammen gepackt.
Einkaufsmanager Ralf Hattler.
"Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte der Leiter des Innovationsparks Wackersdorf, Michael Bomann.
Herbert Grebenc (BMW) leitet das Kompetenz-Team Corona bei BMW.
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