29.05.2020 - 10:41 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Zu Pfingsten ein Run auf Campingplätze

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Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Aber Thomas Lutter weiß: Wenn er am Samstag um 7 Uhr wieder die Schranke zum Campingplatz am Murner See öffnet, setzt ein Massenandrang ein. Über Pfingsten hätte er den Platz mehrfach ausbuchen können.

Campingplatzbetreiber Thomas Lutter und sein argentinischer Gast Chiara: Die junge Frau und ihr Freund wohnten die letzten zwei Monate auf dem Campingplatz am Murner See, der eigentlich geschlossen war. Die zuständige Behörde hatte ihren Segen dazu gegeben.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Als letztes Bundesland erlaubt Bayern mit dem Samstag, 30. Mai, den Betrieb von Campingplätzen - ein Vergnügen, das im Rest der Republik teilweise seit zwei Wochen schon wieder möglich war. Camping ist auch im Landkreis Schwandorf ein wichtiges touristisches Standbein. Elf Campingplätze zählt die Homepage des Tourismuszentrums in Nabburg auf, wo sich Auswärtige zwischen den Angeboten entscheiden können.

Neben den anderen öffnet auch der Campingplatz Trausnitz am 30. Mai wieder seine Pforten für Urlauber. "Die Gastwirtschaft und die sanitären Einrichtungen bleiben allerdings geschlossen", erklärt Geschäftsführer Bernhard Neumann auf Nachfrage. Gäste müssen vor der Anreise telefonisch einen Stellplatz reservieren. Das telefonische Reservieren ist auch bei Thomas Lutter nötig. Er betreibt zwei Plätze - einen zwischen Murner See und Brücklsee bei Wackersdorf und einen am Hammersee in Bodenwöhr.

Das fünf Hektar vergleichsweise große Areal bei Wackersdorf mit dem Namen "Campingpark Murner See" bietet 120 Stellplätze für Dauercamper und 130 für Touristen. Vor allem die Plätze für die Kurzurlauber sind derzeit heiß begehrt. 80 bis 100 Anrufe am Tag, ob über Pfingsten noch etwas frei sei, erreichten in den letzten Zeit die Rezeption des Platzes.

"Wir machen normalerweise am 1. April auf und schließen Ende Oktober", berichtet Lutter. Ihm wie den anderen Campingplatzbetreibern fehlen heuer coronabedingt zwei Monate Umsatz. Trotzdem glaubt er, dass es ein "starkes Jahr" wird: Viele Camper, die eigentlich ins Ausland wollten, verbringen diesmal ihren Urlaub auf deutschen Plätzen.

Die positiven Erwartungen speisen sich auch aus der Beobachtung, "dass wir einen Andrang wie heuer noch nicht erlebt haben". Vor allem am Pfingstsamstag, den ersten offenen Tag, erwartet Lutter jede Menge Arbeit wegen der Ankommenden: "Das wird extrem."

Vor der Öffnung des Platzes ist immer viel zu tun. Diesmal sogar noch mehr, weil die Coronaauflagen der Behörden einzuhalten waren. So wurde beispielsweise der Sanitärbereich mit Klebebändern so gestaltet, dass sich dort nicht zu viele Menschen gleichzeitig aufhalten und der nötige Abstand gewahrt werden kann.

Dass Lutters Platz in den vergangenen zwei Monaten komplett verwaist gewesen wäre, kann man genau genommen nicht sagen, wie sich beim Rundgang zeigt. Ein Wohnwagen samt Vorzelt war nämlich seit Anfang April bewohnt. Eine junge Argentinierin mit dem Namen Chiara und ihr deutscher Freund waren dort mit behördlichem Segen untergebracht. Den beiden machte mitten im Umzug Corona einen Strich durch die Rechnung und als letzte Rettung blieb ihnen nur der Dauerstellplatz der Mutter des Mannes. Für Thomas Lutter kam das ganz gelegen: "Es ist gut, wenn jemand auf dem Platz ist, wenn man selbst nicht da sein kann."

Campingplätze im Landkreis Schwandorf

In der Rezeption des Campingplatzes stand das Telefon nicht mehr still, seit bekannt war, dass in Bayern ab dem Pfingstsamstag wieder ganz offiziell gecampt werden darf.
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