06.02.2020 - 11:52 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Zerreißprobe in der WAA-Zeit

Der SPD-Ortsverein Wackersdorf feierte das 100-jährige Bestehen und ehrte dabei langjährige Mitglieder.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

In kaum einem anderen Ortsverein spiegeln sich die Höhen und Tiefen der Sozialdemokratie derart wider wie bei der SPD in Wackersdorf, die auf eine 100-jährige Geschichte zurückblickt. Fast die Hälfte dieser Zeit hatte die Partei die Mehrheit im Gemeinderat und stellte auch den Bürgermeister. In den 1980er Jahren kam es zur Zerreißprobe.

Fraktionssprecher und Dritter Bürgermeister Günther Pronath erinnerte bei der Jubiläumsfeier am Sonntag in der Glück-Auf-Gaststätte an "die Schattenseiten der WAA, die Wunden in die Gesellschaft und in den Ortsverein geschlagen haben". Sieben der neun SPD-Gemeinderäte verließen damals die Partei.

Nach dem WAA-Aus habe sich die SPD neu formiert, aber im Gemeinderat die Mehrheit verloren, so Günther Pronath. Er ist der Meinung: "Wir haben heute wieder ein engagiertes Team und schauen zuversichtlich auf die bevorstehenden Gemeinderatswahlen". Sein Dank galt stellvertretend seinen langjährigen Mitstreitern Wolfgang Bösl und Manfred Rittler.

Die Teilnahme der politischen Mitbewerber und zahlreicher Vereine an der Geburtstagsfeier wertete Wolfgang Bösl als Beweis für "das gute Miteinander in der Gemeinde Wackersdorf". Kreisvorsitzender Peter Wein ermunterte die Mitglieder, weiterhin die SPD-Fahne hochzuhalten und einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie zu leisten. CSU-Bürgermeister Thomas Falter brachte seine Wertschätzung zum Ausdruck und bestätigte: "Die SPD hat die Entwicklung in Wackersdorf entscheidend mitgeprägt".

Bezirksvorsitzender Franz Schindler erinnerte an "die ruhmreiche Geschichte der SPD", war sich aber auch bewusst: "Ruhm schießt keine Tore". In bestimmten Medien werde die SPD bereits als "aussterbende Spezies" gehandelt. Unterbezirksvorsitzende Marianne Schieder stellte sich die Frage, "warum der Wähler die Leistungen der Partei nicht besser würdigt". Die SPD sei in ihrer Geschichte immer bereit gewesen, Verantwortung zu übernehmen und für Recht und Freiheit einzutreten. Heute gehe es darum, den "rechten Rattenfängern" die Stirn zu bieten und die Demokratie zu verteidigen.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden ehrte Marianne Schieder Sonja Grünheit, Viktoria Pronath, Uwe Zinke und Erwin Lautenschlager für 30-jährige sowie Horst Zeitler und Wolfgang Paykowski für 55-jährige Treue zur SPD. Dominik Seidl spielte mit seiner "Steirischen Zieharmonika" zur Unterhaltung auf. Bei Sekt und Häppchen bestand Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

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