13.06.2018 - 13:20 Uhr
WaidhausOberpfalz

Flüchtlinge vergleichen Feldbau

Die Waidhauser ziehen bunt gemischt durch das Neusather Freilandmuseum und erfahren nebenbei allerhand über die Landwirtschaft in Afrika.
von Josef ForsterProfil

(fjo) Viel bitten musste der Helferkreis Asyl nicht, um Begeisterung für das Vorhaben auszulösen: Das Interesse an der Oberpfälzer Vergangenheit und Kultur verblüffte zunächst alle. Die Idee von Sieglinde Riedl, Vorstandsmitglied der AWO Waidhaus, den Menschen aus Syrien, dem Irak, Aserbaidschan und Eritrea zu zeigen, wie man vor Jahrhunderten in der Oberpfalz wohnte und lebte, wurde begeistert angenommen.

Nicht nur die fünf "Dörfer" mit insgesamt 50 wiedererrichteten Gebäuden begutachteten die Flüchtlinge, sondern auch die Tiere, die früher zu einem Hof gehörten, sowie die alten Haustierrassen, die nicht nur für die Kinder interessant waren.

Zum Abschluss war Einkehr ins Museumswirtshaus. Manch ausländischer Besucher probierte dort zum ersten Mal regionale Spezialitäten wie Bauernseufzer, Obazda oder geräucherte Forelle.

Dabei kam zur Sprache, dass die Landwirtschaft in Afrika mit jener noch vor 100 Jahren in der Oberpfalz gebräulichen Feldbewirtschaftung dennoch überhaupt nicht vergleichbar sei. Beide Kulturen hätten ihre eigenen Feldfrüchte und bäuerlichen Strukturen hervorgebracht. Die Tierhaltung von Kühen und Schweinen mag sich laut Einschätzung der Afrikaner zwar ähneln, und jene von Ziegen und Schafen vielleicht sogar identisch sein, aber alles andere erwies sich für die Flüchtlinge bei dem Besuch als völlig unbekannt.

Inzwischen sind vier Familien aus dem Irak, Syrien, Aserbaidschan und ab Juli eine geflüchtete verfolgte Palästinenser-Familie fest mit eigener Wohnung in Waidhaus sesshaft. Die Kinder besuchen die Schulen und die Eltern arbeiten oder machen einen Deutschkurs. Die Flüchtlinge aus Eritrea sind noch auf der Suche nach eigenen Wohnungen, und besuchen die Berufschule in Neustadt.

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