02.10.2019 - 15:28 Uhr
WaidhausOberpfalz

"Ich krieg' das zamm"

Blickkontakt ist das Wichtigste. Dies wissen die 11-jährige Annika Kretschmer und der 29-jährige Florian Witzl nach dem Workshop der Musikinitiative Vohenstrauß. Beide wollen auch künftig vor Publikum auftreten, einer gar in einer Rockband.

Annika Kretschmer aus Waidhaus singt und tanzt bei jeder Gelegenheit. Ihr Onkel hat ihr deshalb ein Mikrofon und Boxen geschenkt. Seitdem geht es rund im Haus der Kretschmers.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Florian Witzl aus Floß will im Frühjahr mit einer neuen Rock-Coverband die Bühnen stürmen. "Das Beste waren die Gesangs- und Videoanalysen", blickt er zurück auf den Workshop der Musikinitiative Vohenstrauß. "Die Rückmeldungen haben viel gebracht." Die Teilnehmer hätten gelernt, wie wichtig es sei, die eigene Begeisterung aufs Publikum zu übertragen und es mit "ins Boot" zu holen.

Witzl kam nach eigener Aussage zur Musik "wie die Mutter zum Kind". Sein Arbeitskollege Hannes Gilch, zugleich Vorsitzender der Musikinitiative Vohenstrauß, habe ihm erzählt, dass er ein neues Band-Projekt starte und noch Mitglieder suche. Danach sei alles ganz schnell gegangen. Seit Anfang 2019 ist Witzl der Sänger dieser neuen "Rock-Coverband". Die ersten Auftritte seien für das Frühjahr 2020 geplant. Aktuell bauten die Musiker ihr Lieder-Repertoir auf, das "klassische Rock-Stücke wie Metallica oder Bryan Adams" beinhalten soll. Ein Band-Name stehe noch nicht fest.

Ganz ohne Bühnenerfahrung ging Witzl dann aber doch nicht in den Workshop. Seit 2011 tritt er bei der Flosser Theatergruppe "Zum Pfarrplatzl" bei allerlei Komödien auf, etwa als Bürgermeister bei der Verwechslungskomödie "Heribert, der Klosterfrau Narzissengeist". Schauspielerei und Musik seien jedoch nicht dasselbe, betont er. "Im Theater ist es nicht so schlimm, wenn man sich einmal verspielt. Das Publikum lacht und klatscht, und dann geht es weiter." Bei Musikauftritten hätten Zuschauer eine andere Erwartungshaltung: "Man erwartet, dass die Band ihren Auftritt ernst nimmt und einen guten Auftritt hinlegt." Gerade eine Cover-Band müsse immer dem Vergleich mit dem Original standhalten.

"Am Wichtigsten ist der Blickkontakt", erzählt Annika Kretschmer. Sie habe gelernt, dass es wichtig ist, auf der Bühne "nicht wie versteinert stehen zu bleiben, sondern sich zu bewegen, zu lächeln und sich mit dem Publikum zu unterhalten". Mit dem Tanzen begann die Elfjährige vor sieben Jahren bei den "Tanzmäusen" des TV Vohenstrauß. Später ging sie zu den "Wild Chics" in Waidhaus. In der Schule besuche sie seit 2018 den Kurs "Gymnastik und Tanz", und sie sei auch schon beim Abi-Fest bei der Tanzgruppe mit aufgetreten. Seit einem Jahr sei das Singen hinzugekommen. Sie ist in der Chorklasse und war bereits bei Auftritten beim Winter- und beim Sommerkonzert des Unterstufenchors dabei. Zu ihrer großen Freude habe ihr ihr Onkel ein professionelles Mikrofon und Boxen geschenkt. Die Mutter lacht. "Seitdem geht es in ihrem Zimmer regelmäßig rund."

Das sei aber nichts Neues. "Seit jeher legt sie bei Geburtstagen und Feiern daheim einen Auftritt hin." Dafür denke sie sich Choreografien aus, die durchaus "akrobatisch" ausfallen können. "Vielleicht hört Helene Fischer ja von dem neuen Jungtalent und meldet sich einmal", sagt Vater Bernhard und zwinkert. Annika stapelt tiefer. Sie wolle gerne einmal einen Solo-Auftritt beim Winterkonzert vom Schulchor machen, wenn alle Eltern und Mitschüler im Publikum sitzen. Allzu nervös wäre sie dann nicht, denn sie weiß: "Ich krieg' das zamm." Der Workshop könnte ein guter Einstieg gewesen sein.

Florian Witzl spielt seit Jahren Theater. Ab Frühjahr 2020 will er als Sänger einer "Rock-Coverband" die Bühnen rocken. Dafür erhielt er beim Workshop der Musikinitiative Vohenstrauß wertvolle Tipps.

Lesen Sie mehr über den Workshop der Musikinitiative Vohenstrauß

Vohenstrauß

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