Waidhaus/Novy Domky. (fjo) "Omnium zs" hat zwei Kirchenruinen zu neuer Würde verholfen. Der tschechische Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, verfallende Kulturdenkmäler in Tschechien zu erhalten und zu retten. Die erste Baustelle war Nove Dmoky (Neuhäusl) mit dem nahegelegenen alten deutschen Friedhof. Der Reichenauer Johannes Kaas hatte mit seinem bereits verstorbenen Freund Johann Schön den Friedhof schon regelmäßig gepflegt und in einem sehr guten Zustand durch die Zeiten gebracht. Die Schüler der 9. Klasse der Mittelschule Pleystein setzten nun noch eins drauf: Bereits um 9 Uhr traten sie mit ihrer Lehrerin Claudia Sörgel zum Dienst an. Sie säuberten den Friedhof von Unrat und Unkraut und reinigten mit Spachteln die alten Grabsteine von Moos und Flechten. Die jungen Leute waren mit Begeisterung und guter Laune am Werk und erfuhren nebenbei noch historisch Interessantes.
Auch aus der Grenzgemeinde kamen Helfer: Neben Kaas gehörten der von Pfarrer Georg Hartl initierten „Waidhauser Brigade“ auch Josef Schmidt, Karl-Heinz Zintl, Johann Klug, Gerhard Wagner, Ludwig Grötsch, Heimatkundler Karl Ochantel und Siegfried Zeug an. Außerdem halfen Nachkömmlinge ehemaliger Bewohner der verfallenen Orte mit. Darunter auch stellvertretende Ortsbetreuerin Emma Weber aus Lohma. Sogar ein junges Ehepaar aus Prag kam zur Hilfe. Die Leitung der Arbeiten hatten Magistra Barbora Vetrovska und Jakob Ded. Die Organisation oblag der sudetendeutschen Heimatpflegerin Zuzana Finger aus Kirchseeon.
Die vielen Helfer rodeten ein breites Umfeld der Kirche. Besonderes Lob verdienten sich Schmidt und Zintl, die mit Motorsäge und -sense umsichtig und professionell viel leisteten. Das Innere des Gotteshauses ist baufällig und kann noch nicht betreten werden, jedoch wurde der Sakristeianbau schon von Bewuchs befreit. In Turmnähe befinden sich noch drei größere Bäume, die im Herbst von den Kolowrat ́schen Forstleuten gefällt werden sollen. Am zweiten Tag konnte, wegen des guten Vorankommens in Neuhäusl, sogar noch die Dreifaltigkeitskirche in Nové Sedliště (Neuzedlisch) in Angriff genommen werden.
Zur angetretenen 23-köpfige Mannschaft gesellten sich zwei Erwachsene und drei Jugendliche von den Pfadfindern St. Georg aus Marktredwitz und sechs eritreeische Flüchtlinge aus Waidhaus hinzu. Auch Konrad Uschold aus Oberlind war ganztags mit im Einsatz. So rodeten die Freiwilligen auch das Umfeld der Kirche von Neuzedlisch und entfernten aus dem Inneren der Kirche altes Laub, Bauschutt, Baumaterialien und Staub. Da das alte Kirchendach durch einen Brand zerstört worden war, hat das Gotteshaus zwischenzeitlich eine komplett neue Eindeckung mit Biberschwanzziegeln bekommen. Altar, Seitenaltar, Kanzel und Bänke sind noch erhalten und müssen nun nicht mehr Wind und Regen trotzen.
Nach getaner Arbeit stimmte Uschold mit einer kleinen Gruppe das „Großer Gott, wir loben dich“ in Deutsch und Tschechisch an. Lange muss es wohl her gewesen sein, dass in der verfallenen Kirche solche Töne erklangen. Auch beim Sprachengewirr aus Tschechisch, Deutsch, Englisch und Eritreisch gab es "ein kleines Pfingstwunder", wie der Waidhauser Kirchenpfleger Zeug es umschrieb: "Alle haben sich verstanden."

















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