Radlherbst 3: Von Waidhaus aus ins Böhmische

Waidhaus
08.09.2022 - 17:43 Uhr
OnetzPlus

Heute wird der Oberpfalz-Medien-Radlherbst international. Vom Osten des Landkreises Neustadt/WN geht es in den Westen Tschechiens, in die Kreise Tachov (Tachau) und Domažlice (Taus). Denn auch bei den Nachbarn lässt es sich gut radeln.

Viele Oberpfälzer Radler scheuen bei ihren Touren den Grenzübertritt nach Tschechien 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs noch immer. Dabei lohnt sich die Fahrt nach Osten in jeder Beziehung: Westböhmen bietet herrliche Landschaft, gute Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und ruhige, radlerfreundliche Straßen. Die Menschen sind offen und sprechen meist auch ein paar Brocken Deutsch, so dass die Sprachbarriere fast nie zum Problem wird. Und obwohl man sich kaum von zu Hause wegbewegen muss, kann man Neues entdecken und einen Hauch Abenteuer verspüren.

Das alles bietet auch diese Tour, die über gut 70 Kilometer von Waidhaus ins Böhmische führt. Mit über 800 Höhenmetern hält die Runde allerdings auch einige Berge bereit. Wer es lieber etwas ruhiger mag, kürzt ab Bělá nad Radbuzou nach Eslarn ab und spart so eine Menge Kilometer und Höhenmeter.

Bělá, oder auf Deutsch Weißensulz, ist neben Přimda der zweite größere Ort, den die Tour in Tschechien durchquert. Beide Orte bieten sich für eine Einkehr an. Přimda liegt nach 17 Kilometern an der Spitze des ersten längeren Berges, unterhalb der gleichnamigen Burg und hat einige Gaststätten zu bieten. In Weißensulz lohnt sich vor allem ein Blick auf die achtbögige Steinbrücke über die Radbuza. Außerdem bietet Weißensulz das Gasthaus Radbuza mit Biergarten, wo es zwar keine Sulz, aber andere gute und günstige Gerichte gibt, wie Streckenpate Ernst Frischholz in seiner Beschreibung anmerkt.

Insgesamt sind es aber weniger die kulturellen oder kulinarischen Highlights, die diese Tour ausmachen. Vielmehr zeichnet sie der raue Charme der Natur an der Ost- wie an der Westseite des Grenzkamms aus. Das gilt auch nachdem die Grenze nahe Stadlern wieder überquert ist und es von hier im Landkreis Schwandorf aus wieder in Richtung Norden geht.

Von der Grenze hinauf nach Stadlern wartet auch der "scharfe" Anstieg. Zum Durchschnaufen bietet sich ein Blick ins Geotop „Hoher Gneis“ an, es zählt zu den zehn schönsten Geobiotopen Bayerns. Bei Friedrichshäng geht es dann kurz auf Sand- beziehungsweise Schotterweg steil bergab. Hier ist Vorsicht geboten. Danach führt die Strecke bis Eslarn durch sehenswerte Auenwälder, bis von Eslarn aus der Bocklweg das letzte Stück nach Waidhaus führt. Infos und die Datei zum Navigieren übers Smartphone gibt es hier

Alle Nutzer von "Komoot" finde diese Radlherbst-Tour ganz einfach hier.

Hintergrund:

Der Verlauf der Strecke

  • 1. (Km 0): Start am Netto-Parkplatz in Richtung Nordost auf der alten B14 zur Grenze.
  • 2. (Km 3,9) Über die Grenze nach Tschechien
  • 3. (Km 17,5 km): Auf der Straße 605 durch Rozvadov und den langen Berg hoch nach Přimda. Am Ortsende rechts ab Richtung Rajov
  • 4. (Km 25) In der Ortsmitte von Třemešné dem Hinweisschild nach Pavlikov folgen (die Bahnlinie links überqueren).
  • 5. (Km 26): In Pavlikov geht es erneut nach rechts in Richtung Bělá nad Radbuzou
  • 6. (Km 29) In Bela am Kreisverkehr rechts Richtung Železná. Wenige hundert Meter weiter wieder links nach Rybnik (Wer direkt nach Železná weiterfährt gelangt nach Tillyschanz und Eslarn und kürzt die Strecke um rund 20 Kilometer ab und spart sich einen langen Berg).
  • 7. (Km 41,5): Am Ortsausgang von Rybnik nach einem alten Hotel rechts auf einen Radweg (blaue 13 ICT).
  • 8. (Km 45): Der Übergang bei Schwarzach ist erreicht. Berg hoch Richtung Stadlern und wieder runter nach Weberhäuser.
  • 9. (Km 52,5): Bei Weberhäuser rechts in Richtung Friedrichshäng (vorübergehend kein Asphalt) und weiter Richtung Eslarn immer den ICT folgen.
  • 10. (Km 60) Tillyschanz ist erreicht. Es geht nach links Richtung Eslarn.
  • 11. (km 65,5): Auf dem Bocklweg zurück nach Waidhaus
  • 12. (Km): 72,5 Start und Ziel in Waidhaus ist erreicht
Info:

Anfahrt

Autobahn A6 nach Waidhaus. Nach der Ausfahrt Richtung Waidhaus am Ortseingang Nettomarkt. Hier parken.

Info:

Einkehr

  • Přimda: „Laguna Restaurant“ vor der Tankstelle mit Außenplätzen.
  • Bela: Restaurant Radbuza mit Biergarten.
  • Waidhaus: Restaurant „Haus am Eck“ oder „Gasthof zur fürstlichen Krone“.

(Öffnungszeiten bitte vorab abklären)

Info:

E-Bike-Ladestationen

  • Waidhaus: Nepomuk-Anlage Eslarner Straße 3
  • Eslarn: Zoiglstube Beim Strehern, Tillystraße 4 (wenn geöffnet)
Info:

Touren-Pate: Ernst Frischholz

Ernst Frischholz – das sind Jahrzehnte geballte Radlerfahrung, die den Leuchtenberger durch halb Europa, aber auch bis nach Südamerika gebracht haben. Der 72-jährige, frühere Bahnbeschäftigte ist dabei sowohl mit dem Renn- wie mit dem Tourenrad unterwegs gewesen. Vor allem aber hat er die Straßen und Wege seiner Oberpfälzer Heimat erkundet. Vor zwei Jahren schon hat er für Oberpfalz-Medien eine zwölfteilige Reihe mit Radtouren durch die Oberpfalz alleine gestaltet. Und auch beim Radlherbst steuert er eine ganz besondere Tour bei.

    Ernst Frischholz.

Von Waidhaus in Böhmische – Die Tour

 
 

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