28.05.2020 - 09:50 Uhr
WaidhausOberpfalz

Sechs Waidhauser Markträte verabschiedet

Im neuen Gremium ist fast die Hälfte des bisherigen Marktrats nicht mehr dabei. Bürgermeister Markus Bauriedl würdigt die Verdienste der Ausgeschiedenen.

Sechs bisherige Markträte verabschiedet der neue Bürgermeister Markus Bauriedl (Zweiter von rechts) in einer Sondersitzung des Gremiums.
von Josef ForsterProfil

Die Gemeinde verabschiedete und ehrte die ausgeschiedenen Markträte der Wahlperiode 2014 bis 2020. Die hohe Wechselzahl rückte Bürgermeister Markus Bauriedl ganz zum Beginn ins Zentrum: "Gleich sechs Kolleginnen und Kollegen aus dem Gremium verabschieden zu müssen, ist nun wahrlich nicht gewöhnlich." Er bedauere dies, da mit der Gesamtzahl von 90 Gemeinderatsjahren "nicht nur wahnsinnig viel Erfahrung" verloren ginge, sondern weil "uns Menschen verlassen, mit denen wir kommunalpolitisch gemeinsam durch dick und dünn gegangen sind und so manche schwierige Entscheidung überwunden haben".

Allen bisherigen Mitgliedern bescheinigte Bauriedl: "Ihr wart Menschen, an die man sich gewöhnt hat, die man schätzen gelernt hat und die sich mit Fähigkeiten und Talenten in die anspruchsvolle Gemeinderatsarbeit eingebracht haben." Dafür dankte der Bürgermeister nicht nur persönlich, sondern auch im Namen des neuen Marktrats, seiner Stellvertreter und auch im Namen des Marktes: "Meines Erachtens wird oft vergessen, dass es sich dabei um eine freiwillige, unbezahlte Tätigkeit handelt, die überaus großen Einsatz erfordert". Sowohl in zeitlicher Hinsicht, als auch mental und oft auch finanziell, da die damit verbundenen Aufwendungen durch die Sitzungsentschädigungen nicht gedeckt würden.

Bauriedl sprach sogar von einem "enormen zeitlichen Einsatz", der notwendig sei. Die Vorbereitungen auf die Sitzungen und die Fraktionsarbeit nähmen breiten Raum ein und die Bürger erwarteten zurecht, dass sich die gewählten Vertreter Zeit für Gespräche nähmen und sich auch um ihre Anliegen kümmerten. So sehr, dass bisweilen ein "breites Kreuz" gefragt sei, um es dann doch "einfach nicht allen Recht machen" zu können. Dennoch müsse man den Menschen sagen, wie es sich richtige verhalte, auch wenn sie es vielleicht nicht hören wollten.

Weil zudem die als Gemeinderat eingebrachte Zeit an anderer Stelle fehle, etwa für den Partner, die Familie und manchmal auch in der Berufsausübung, richtete Bauriedl einen ausdrücklichen Dank an die Angehörigen: "Für den notwendigen Freiraum zur Wahrnehmung des Mandats." Allen ausgeschiedenen Mitgliedern bestätigte der neue Bürgermeister das Amt "mit großem Verantwortungsbewusstsein und mit Weitblick ausgeübt" zu haben. Von diesem Verantwortungsbewusstsein zeuge die große Geschlossenheit des Gemeinderats: "Viele einstimmige, zumindest aber deutliche Mehrheitsentscheidungen belegen dies." Freilich habe es auch gelegentlich Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen gegeben: "Aber wird konnten uns danach immer wieder in die Augen schauen, uns die Hände geben und bei einem Bier zusammensitzen."

An die Dankesworte im Namen der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung hängte Bauriedl ein Resümee zur geleisteten Arbeit: "Die Bilanz ihrer Amtszeit kann als ausgesprochen positiv und zukunftsweisend für unsere Gemeinde gewertet werden. Betrachtet man die vielen Vorhaben, die mit ihnen in den Beratungen zu einem guten Abschluss geführt und auch umgesetzt werden konnte." Als Beispiele nannte Bauriedl die Investitionen in die Kindertagesstätte Sankt Emmeram und die Schule, dazu Bau- und Gewerbegebiete, die Infrastruktur, sowie das Straßen- und Feuerwehrwesen inklusive Freizeitangebote.

Mit Urkunde, Waidhauser Löwe und einem Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde wurde den ausgeschiedenen Gremiumsmitglieder gedankt. Damit verband Bürgermeister Bauriedl einen kurzen Abriss zu jeder Person.

Thomas Müller (Pfrentscher Liste) kam als Nachrücker des viel zu früh verstorbenen Wolfgang Bauriedl in den Marktrat. In den zwei Jahren war er im Hauptverwaltungs- und Rechnungsprüfungsausschuss Mitglied. Seine aufgeschlossene Art hätte dazu geführt, dass er sofort im Gremium integriert war. Das Gemeinwohl der Bürger sei ihm stets wichtig gewesen.

Thomas Glaser (SPD) gehörte dem Marktrat sechs Jahre an. Dabei füllte er das Amt des stellvertretenden SPD-Fraktionssprechers aus. Er wirkte als Mitglied im Bau- und Umweltausschuss, sowie im Rechnungsprüfungsausschuss mit. Zuvor war er von 2008 bis 2014 als Ortssprecher für die Ortsteile Hagendorf und Reinhardsrieth im Marktrat tätig. Wichtige Themen waren ihm vor allem die Mobilfunk- und Breitbandversorgung in den Ortsteilen.

Gabi Wolf (CSU) kam 2002 zum ersten Mal in das Gremium, 2010 dann zum zweiten Mal als Nachrückerin für Anton Voit. Aktiv war sie von 2002 bis 2008 im Rechnungsprüfungsausschuss und von 2010 bis 2014 im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss. Ein schuldenfreier Haushalt und die finanzielle Lage von Waidhaus seien für sie immer ein wichtiges Anliegen gewesen.

Werner Duschner (Bürgerliste, früher CSU) war 18 Jahre im Marktrat tätig. Die 3 Perioden teilten sich auf in 12 Jahre CSU-Fraktion und 6 Jahre für die Bürgerliste. Von 2002 bis 2014 fungierte Duschner als Fraktionssprecher und ab 2014 "als Einzelkämpfer" für die Bürgerliste. Von 2002 bis 2014 war er Mitglied im Finanzausschuss und ab 2014 im Rechnungsprüfungsausschuss. Durch seinen Beruf war ihm der Bereich Feuerwehr "eine Herzensangelegenheit".

Monika Zeitler-Kals (SPD) gehörte dem Gremium gleichfalls 18 Jahre an. Von diesen drei Perioden war sie 12 Jahre stellvertretende Fraktionssprecherin. Von 2002 bis 2008 sowie von 2014 bis 2020 gehörte sie dem Hauptverwaltungsausschuss an, von 2002 bis 2014 den Rechnungsprüfungsausschuss und von 2008 bis 2020 dem Bau- und Umweltausschuss. Ein großes Anliegen war ihr vor allem die Umwelt und Natur rings um Waidhaus. Insbesondere das Leaderprojekt "Dufthang" lag ihr sehr am Herzen.

Altbürgermeisterin Margit Kirzinger wäre ebenfalls in den Marktrat gewählt worden, nahm ihr Mandat aber nicht an.

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