Waldershof
30.11.2022 - 14:39 Uhr
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Biogasanlagen-Betreiber auch im Raum Waldershof in großer Sorge

Bei einem Treffen mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht in Lengenfeld bei Waldershof äußern Biogasanlagen-Betreiber ihren Unmut über geplante gesetzliche Änderungen. Dabei wird auch über Stilllegungen nachgedacht.

Die seitens der Bundesregierung geplanten Strompreisobergrenzen sorgen für reichlich Ärger bei den Biogasanlagen-Betreibern in der Region. Auf Initiative von Rudolf Schultes aus Lengenfeld informierten sich CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht und CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß über die aktuelle Entwicklung vor Ort. Mit dabei die Unternehmer Mike Täubert aus Pfaffenreuth, Dr. Rainer Heuschmann und Christian Heuschmann aus Wölsau sowie Andreas Wolfrum aus Tirschenreuth. Auch Bürgermeisterin Margit Bayer und zahlreiche Stadträte nahmen an dem Treffen teil. Absagen musste aus terminlichen Gründen der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch.

Rudolf Schultes machte bei dem Treffen deutlich: „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um auch zukünftig unsere Betriebe am Laufen zu halten und betriebswirtschaftlich zu überleben. Das Abschöpfen von Umsatzerlösen ist absolut kontraproduktiv.“ Dr. Rainer Heuschmann schlug in die gleiche Kerbe und bezeichnete die Biogasanlagen-Betreiber als wichtige Wirtschaftskraft für die Region.

Ständig Innovationen

Mike Täubert erinnerte daran, dass in diesem Bereich ständig an Innovationen gearbeitet werde und mit der Verunsicherung weitere Entwicklungsprozesse ausgebremst würden. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass die Erlöse aus dieser Branche der Region zugute kämen. „Bei unseren Investitionen profitieren Handwerker und Zulieferer aus der Region“, ergänzte Täubert.

Viele Biogasanlagen-Betreiber versorgen an ihren Standorten auch zahlreiche Wohnungen und Häuser mit Wärme. Dazu Rainer Heuschmann: „Wenn wir weiter vonseiten der Bundesregierung abgehängt werden, müssen wir über Ausstiegsszenarien, sprich Betriebsstilllegungen, nachdenken.“

MdB Albert Rupprecht bezeichnete die Situation als „irre und absurd“. Und Tobias Reiß stellte die Frage: „Will die Bundesregierung zur Energiewende überhaupt noch Biogas?“ Albert Rupprecht sicherte den Biogasanlagen-Betreibern seine Unterstützung zu und richtete einige Tage später einen Brandbrief an den Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck. Darin schreibt Rupprecht: „Betreiber von Bioenergieanlagen wollen und können einen erheblichen Beitrag zur grundlastfähigen Stromerzeugung leisten. In den vergangenen Jahren ist in der Breite der Landwirtschaft beim Betrieb von Biogasanlagen außerordentlich viel Know-how und Innovationskraft entstanden, auch hinsichtlich der unterschiedlichen Anwendungsgebiete im ländlichen Raum.“

Weiter heißt es im Brief: „Es bedarf verlässlicher Rahmenbedingungen. Die überwiegende Zahl an Biogasanlagen im ländlichen Raum befindet sich in der Hand von Familienbetrieben. Es handelt sich hierbei nicht um Großkonzerne. Investitionen in die Anlagen müssen refinanzierbar bleiben, und das vor allem bei höheren Kosten der Anlagen im Vergleich zu nicht grundlastfähigen erneuerbaren Energien.“

„Ruinöse Zustände“

Für den CSU-Bundestagsabgeordneten steht weiter fest: „Die im Ausschreibeverfahren festgelegten Obergrenzen sind vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten bei Biogasanlagen zu niedrig, um einen kostendeckenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Außerordentlich verunsichert sind die Energiewirte in Bezug auf die Pläne der Bundesregierung, wonach 90 Prozent aller Strommarkterlöse bei Biogasanlagen oberhalb einer bestimmten Obergrenze - auch rückwirkend - abgeschöpft werden sollen. Dadurch soll laut Plänen der Bundesregierung auch die Strompreisbremse finanziert werden. Es wird befürchtet, dass die ganze Branche dadurch in ruinöse Zustände gerät. Es würden zudem notwendige Investitionen auf Eis gelegt. Diese Sorge fußt auch darauf, dass sich Banken zunehmend weigern, im Rahmen von politischen Förderprogrammen unter den gegebenen Voraussetzungen zu unterstützen.“

Albert Rupprechts Resümee im Brief an den Wirtschaftsminister: „Ich appelliere deswegen, den Bereich Biogas und die betroffenen Landwirte in Gänze aus Ihren Plänen zur Erlösabschöpfung auszunehmen. Anderes würde bedeuten, dass die Biogasanlagenbetreiber reihenweise in die Insolvenz gehen und/oder erhebliches Investitionspotenzial und Innovationspotenzial verloren geht.“

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