14.06.2021 - 14:30 Uhr
WaldershofOberpfalz

Geplanter Cube-Quader sorgt für Wirbel in Waldershof

Das geplante Hochregallager des Waldershofer Fahrradherstellers Cube landet sogar in der BR-Sendung „Quer“. Viele Menschen machen sich Gedanken über die Gestaltung, erkennen aber die Notwendigkeit des Baus.

Bürgermeisterin Margit Bayer hat einen ganzen Stapel an Vorschlägen für und Einwendungen gegen den Kubus von Cube bekommen.
von Autor FPHProfil

Er sorgt für großes Aufsehen, der 50 Meter hohe Würfel von Cube. Wie berichtet, möchte der Fahrradhersteller an seinem Stammsitz in Waldershof expandieren. Doch haben die Maße des geplanten Hochregallagers etliche Menschen erschreckt. Mit diesen Dimensionen ist der Kubus, der vollautomatisch betrieben werden soll, am Donnerstagabend in der Sendung „Quer“ des Bayerischen Fernsehens gelandet.

Wie die Frankenpost aus einem Exklusiv-Interview mit Firmenchef Marcus Pürner berichtet hat, will der Unternehmer angesichts der kritischen Stimmen von der Größe etwas zurückweichen und den Würfel um „mindestens zehn Meter reduzieren“.

Zahlreiche Vorschläge

Im Waldershofer Rathaus lagen jetzt fünf Wochen lang die Pläne für das Hochregallager von Cube aus. Zahlreiche Menschen nutzten die Gelegenheit für positive wie negative Kritik und unterbreiteten zudem etliche Vorschläge, wie man das mächtige Cube-Gebäude, das auf dem firmeneigenen Gelände vor dem Logistikzentrum gebaut werden soll, adretter in Szene setzen könnte. „Es gab bei uns noch nie ein Verfahren, an dem sich derart viele Bürger beteiligt haben“, verdeutlicht Bürgermeisterin Margit Bayer. Und sie begründet es mit der Annahme, „dass viele Menschen dachten, die Pläne seien schon fix“. Bayer findet es „klasse, dass sich die Leute viele Gedanken über die Gestaltung ihrer Stadt machen“. Und es sei erstaunlich, wie kreativ sie seien.

„Es kamen 40 Stellungnahmen von Bürgern, und von den 54 Trägern öffentlicher Belange, die wir angeschrieben haben, haben sich 31 zurückgemeldet.“ Das Fazit der Bürgermeisterin nach kurzer Sichtung der Unterlagen: „Die überwiegende Zahl der Bürger möchte das Projekt und will, dass die Firma hier auch bleibt und sich vergrößern kann.“ Allerdings hätten die meisten Angst wegen der enormen Höhe und wünschten sich eine ansprechend gestaltete Fassade.

Mit Riesen-Leinwand

An Ideen mangelt es den Bürgern nicht, wie Margit Bayer zusammenfasst. „Mein persönliches Highlight unter all den Vorschlägen ist ein multimedial erlebbarer Kubus mit Riesen-Leinwand, der beispielsweise als Autokino ebenso dienen könnte wie als wechselnde Werbewand. Und an einer Seite eine Mega-Kletterwand.“ Eine verglaste Cocktail-Bar auf dem Oberdeck wäre auch eine tolle Sache, findet die Chefin der Stadt Waldershof. „Aber letztlich ist das auch eine Frage des Geldes!“ Ein Bürger habe statt des Kubus die Form eines Steins für das Hochregallager vorgeschlagen, um einen Bogen zum Steinwald zu schlagen.

Die Vorschläge sind laut Bürgermeisterin Bayer aus den verschiedensten Schichten und den unterschiedlichsten Altersklassen im Rathaus eingegangen. „Einwendungen kamen von angrenzenden Unternehmen“, erzählt sie. Die befürchteten in erster Linie einen Werteverlust ihrer Häuser und eine Verschattung. Aus diesem Grund habe die Stadt auch ein Verschattungs-Gutachten in Auftrag gegeben. Manche Menschen befürchteten eine Beeinträchtigung des Tourismus oder sorgten sich darum, „dass bei Cube einmal der Absatz einbricht und dann ein riesiger Klotz dasteht, der nicht mehr genutzt wird“. Daran allerdings glaubt die Bürgermeisterin nicht.

Schallschutz-Gutachten

In dieser Woche führen die Planer aus dem Rathaus zusammen mit den Planern von Cube ein Gespräch. „Da werden wir sicherlich Anregungen mit einarbeiten.“ Zudem müsse jetzt der Rückfluss der Stellungnahmen ausgewertet werden, „damit wir in die zweite Auslegung gehen können“. Margit Bayer rechnet damit, dass dies im Juli der Fall sein wird. „Momentan laufen noch die Emissions- und Schallschutz-Gutachten.“

Nach der Sendung „Quer“ hat die Bürgermeisterin „Mails aus ganz Deutschland bekommen“. Und die seien durchweg positiv ausgefallen, „auch die Waldershofer stehen hinter dieser Firma“. Doch das sind nicht alle, wie in „Quer“ gezeigt wurde. Da sprach etwa der Bund-Naturschutz-Vorsitzende im Landkreis Tirschenreuth, Josef Siller, von „einem Angriff auf unsere städtebauliche Kultur“. Und eine Bewohnerin der Stadt meinte: „Da kriegst du ja Platzangst, wenn du auf der Straße auf die Riesenwand zufährst.“ Sie schickte sich vor laufender Kamera aber an, mit bunten Stiften ihre Vorstellung von der künftigen Cube-Fassade zu Papier zu bringen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bekam auch einen Moment in der Sendung: „Wir müssen mehr in die Höhe statt in die Breite bauen!“ Damit läge Marcus Pürner eigentlich genau auf der Wellenlänge des Ministers. Und ein früherer Waldershofer Stadtrat meinte in die Kamera: „Da muss man froh sein, dass so etwas herkommt. Die Stadt lebt von Cube.“

Flächen einsparen

Das weiß natürlich auch Bürgermeisterin Bayer – auch, dass die Landesplanung dieses Projekt „absolut befürwortet“. Immerhin gehe es bei der Fläche, auf der Cube erweitern möchte, um eine uralte Industriefläche in einem komplett erschlossenen Gebiet. „Wir wollen einen guten Konsens finden, denn es freut mich sehr, dass Cube wieder eine Investition an seinem Hauptsitz in Waldershof plant. Das ist absolut positiv.“ Und dass es jetzt in die Höhe statt in die Breite geht, wertet Bayer als Zeichen der Zeit. „Da wollen wir in Zukunft hin, weil wir maximal Flächen einsparen müssen.“ Dass sich dadurch neue Probleme ergäben, sei eben so. „Damit werden andere Kommunen in Zukunft auch konfrontiert.“

Die Bürgermeisterin sieht in dem Bau des Hochregallagers „eine ganz wunderbare Chance, hier zu zeigen, wie man Flächen sparen kann“. Das Ganze könne sogar einmal als Vorzeige-Projekt für andere Kommunen dienen. Ganz wichtig aber sei ihr die Akzeptanz der Bevölkerung für dieses Vorhaben, „deshalb wollen wir die Menschen mitnehmen“. Der Bau werde etwas ganz Besonderes. „Und ich bin überzeugt davon, dass wir das hinkriegen.“

Hier ein weiterer Bericht zum Cube-Projekt

Waldershof

„Die überwiegende Zahl der Bürger möchte das Projekt und will, dass die Firma hier auch bleibt und sich vergrößern kann.“

Bürgermeisterin Margit Bayer

„Wir wollen einen guten Konsens finden, denn es freut mich sehr, dass Cube wieder eine Investition an seinem Hauptsitz in Waldershof plant. Das ist absolut positiv.“

Bürgermeisterin Margit Bayer

 

 

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