19.02.2021 - 18:06 Uhr
WaldershofOberpfalz

Johanniter und BRK übernehmen Trägerschaft der Waldershofer Kindergärten

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Die Kindergärten der Stadt Waldershof bekommen neue Träger. Die 28 Mitarbeiterinnen in der Kinderbetreuung können zu gleichen Bedingungen wie bisher tätig sein.

Die neuen Kindergarten-Träger stellten sich in einer Sondersitzung des Waldershofer Stadtrats in der Sporthalle vor. Im Bild (von links) Holger Schedl und Martina Fuhrmann vom Kreisverband Tirschenreuth des BRK, Bürgermeisterin Margit Bayer sowie Sylvia Meyer und Martin Steinkirchner vom Regionalverband Ostbayern der Johanniter-Unfall-Hilfe.
von Autor FPHProfil

Die Entscheidung ist gefallen: Die Johanniter-Unfall-Hilfe Ostbayern und der BRK-Kreisverband Tirschenreuth sind die künftigen Träger der Waldershofer Kindergärten. In einer Sondersitzung des Stadtrats am Donnerstagabend in der Schulsporthalle stellten sich die neuen Träger vor. Die Johanniter werden das Kinderhaus Sankt Sebastian in Waldershof übernehmen und das Rote Kreuz den Kindergarten Piccolino in Poppenreuth sowie den Waldkindergarten bei Wolfersreuth.

Holger Schedl, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Tirschenreuth, und Martin Steinkirchner, Regionalvorstand der Johanniter, betonten in der Sitzung, dass die Mitarbeiterinnen in den bisher städtischen Einrichtungen zu den gleichen Bedingungen wie bisher tätig sein können. Auch die Gebühren, die die Eltern zu zahlen haben, sollen erst einmal konstant bleiben.

Wie Bürgermeisterin Margit Bayer am Freitag auf Nachfrage informierte, soll nach Ausverhandlung der Verträge die Übergabe von Sankt Sebastian an die Johanniter zum nächstmöglichen Zeitpunkt – April oder Mai – über die Bühne gehen. Hier sei Eile geboten, da ja auch ein Neubau geplant sei, und zwar bei der Schule, oberhalb der alten Turnhalle, die wohl weichen muss. Die Übergabe von Piccolino und des Waldkindergartens „Fuchsbau“ an das Rote Kreuz ist für September, zum Beginn des neuen Kindergartenjahres, vorgesehen.

Intensives Auswahlprogramm

In der Sitzung Anfang Februar hatte der Waldershofer Stadtrat bereits den Grundsatzbeschluss gefasst, dass es einen Trägerwechsel bei den Kindergärten geben soll – zu hoch war zuletzt der Verwaltungsaufwand, der viele Kräfte in der Stadtverwaltung band. Man habe ein intensives Auswahlprogramm hinter sich, bei dem immer die Stadtratsfraktionen eingebunden waren, sagte Bürgermeisterin Bayer am Donnerstag in der Sitzung. Mehrere Trägerorganisationen habe man sich angesehen. Wichtige Voraussetzungen waren, dass sie Erfahrung mitbringen und bereits regional und überregional erfolgreich tätig sind, dass die Mitarbeiter – in der Kinderbetreuung sind es insgesamt 28 Frauen – zu unverändert guten Arbeitsbedingungen tätig sein können und dass die Qualität der Kinderbetreuung erhalten oder gar noch gesteigert wird. „Veränderungen bringen immer ein gewisses Maß an Bedenken mit sich“, sagte die Rathauschefin. Deshalb sei es wichtig, Sorgen und Ängste aus dem Weg zu räumen und gleichzeitig Vertrauen aufzubauen.

Genau das taten dann die Vertreter der künftigen Träger, die ihre Organisationen vorstellten. Für die Johanniter-Unfall-Hilfe waren Regionalvorstand Martin Steinkirchner und Sachgebietsleiterin Sylvia Meyer von Regensburg nach Waldershof gekommen. „Wir kommen als Freund, nicht als Feind“, betonte Steinkirchner. Er verwies auf mehr als 130 Einrichtungen in der Kinderbetreuung, für die die Johanniter in Ostbayern zuständig seien. Die Einrichtungen seien vernetzt und würden zentral verwaltet. Die Kitas selbst müssten sich mit keinen Verwaltungsaufgaben mehr herumschlagen und könnten sich ganz auf die Kinder konzentrieren. Man sei zwar eine evangelische Hilfsorganisation, jedoch für alle Konfessionen offen, betonte Steinkirchner – Katholik wie auch seine Kollegin Meyer.

Wechsel möglich

Bestehende Konzeptionen der Einrichtungen sollen übernommen werden. Für die Mitarbeiterinnen gelte, dass die in ihren Arbeitsverträgen des Öffentlichen Dienstes bleiben könnten. Ihnen stehe aber selbstverständlich auch offen, in die Tarifregelung der Johanniter zu wechseln, was auch Vorteile mit sich bringen könnte, sagte Steinkirchner.

„Uns liegt am Herzen, dass es den Kindern gut geht.“

BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl

Ganz ähnlich, was Arbeitsbedingungen und Vergütung angeht, äußerte sich Holger Schedl, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Tirschenreuth. Auch beim BRK könnten die Mitarbeiterinnen ihre Arbeitsverträge behalten – oder in den Sozialtarif wechseln. Er betonte, dass das BRK interkulturell, überkonfessionell und auf Inklusion bedacht sei. „Uns liegt am Herzen, dass es den Kindern gut geht.“ Vor zwei Jahren habe der Vorstand des Kreisverbands entschieden, in das Thema Kitas einzusteigen. In ganz Bayern sei das Rote Kreuz Träger von 189 entsprechenden Einrichtungen. In Tirschenreuth ist derzeit das „Kinderhaus Weltentdecker“ im Aufbau. Leiterin Martina Fuhrmann berichtete in Waldershof über das pädagogische Konzept und die Gestaltung der Räume.

Impulse geben lassen

Wie Bürgermeisterin Margit Bayer am Freitag sagte, könne man sich hier einige Impulse geben lassen, wenn es an den Neubau für den Kindergarten Sankt Sebastian gehe.

Die Fraktionssprecher im Stadtrat legten in ihren Stellungnahmen am Donnerstag Wert darauf, dass die grundsätzlichen Bedingungen in den Einrichtungen konstant bleiben. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Maximilian Kastner (CSU/WB). „Wir haben zwei Träger ausgesucht, mit denen alle leben können“, meinte Jürgen Ranft (SPD). Winfried Neubauer (Freie Wähler) pflichtete bei: „Ich denke, dass wir damit gut fahren werden.“

Anfang Februar entschied der Stadtrat Waldershof, die Trägerschaft der Kindergärten abzugeben

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