24.11.2021 - 13:24 Uhr
WaldershofOberpfalz

Leben in die Waldershofer Stadtmitte bringen

Wie soll sich Waldershof entwickeln? Eine Frage, der Zweiter Bürgermeister Mario Rabenbauer in einem Vortrag in der Sitzung des Stadtrats nachging.

In einer Präsentation zum Thema Flächensparen plädierte Zweiter Bürgermeister Mario Rabenbauer für Sanierung und Revitalisierung im Stadtkern. Wichtig sei Lebens- und Aufenthaltsqualität im Markt (Bild) in Waldershof.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Mario Rabenbauer, Zweiter Bürgermeister und Referent für Innenstadtentwicklung, hatte an vier Wochenenden an einem Zertifikatskurs „Flächensparende Gemeindeentwicklung“ teilgenommen. Die Kernpunkte zeigte er in der jüngsten Stadtratssitzung in einer Präsentation auf. Ziel müsse sein, die Kommune lebendig zu halten. Dabei sei es wichtig, den Kern zu stärken. Denn: „Wir wollen Zuzug bekommen.“ Flächensparen bedeute nicht Verzicht. Mario Rabenbauer: „Flächensparen bringt Lebensqualität.“ Es gelte, im Bestand Wohnraum zu schaffen.

Waldershof habe in den zurückliegenden Jahren verstärkt neue Baugebiete ausgewiesen und so vorrangig Wohnraum in Form von Einfamilienhäusern geschaffen. Bei den Baufertigstellungen in den Jahren 2000 bis 2019 hatten Einfamilienhäuser einen Anteil von 77,6 Prozent, wusste Rabenbauer. In vergleichbaren Kommunen in Bayern seien es 61,6 Prozent. Besonders deutlich der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern im gleichen Zeitraum: 5,8 Prozent in Waldershof gegenüber 20,9 Prozent im Durchschnitt.

Sanierung und Revitalisierung belebe die Ortsmitte, schaffe Lebens- und Aufenthaltsqualität, plädierte Rabenbauer für eine flächensparende Stadtentwicklung. Er verwies auf kurze Wege bei der Nahversorgung. Klima und Boden würden geschont. Die vorhandene Infrastruktur könnte effizient genutzt werden und man brauche keine neue schaffen.

Ein wichtiger Schritt sei das Erfassen der Innenentwicklungspotenziale. Bei der Bestandsaufnahme müsste der Blick auf Baulücken, Leerstand, Hofstellen und Gewerbe gerichtet werden. Man brauche auch Zahlen zum künftigen Wohnbedarf. Mario Rabenbauer: „Wir müssen uns die Frage stellen: Wohin will sich Waldershof entwickeln?“ Die Grundsätze dabei: nachhaltige Siedlungsentwicklung, umfassende und frühzeitige Bürgerbeteiligung. Was will Waldershof erreichen? Hier listete Rabenbauer folgende Schlagworte auf: Geschosswohnungsbau, Senioren-WGs, Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, öffentliche Flächen und Treffpunkte, Erhalt/Ansiedlung von Akteuren für Arbeit, Handel und Dienstleistung.

Der Zweite Bürgermeister war sich sicher: „Wir werden unsere bestehende Bauleitplanung komplett überarbeiten müssen.“ Dazu seine Einschätzung: „Das wird eine riesengroße Baustelle.“ Er sprach sich für einen Tag der Innenentwicklung mit Fachleuten aus. Man müsse erreichen, dass Bauen im Bestand attraktiver wird als der Neubau auf der Fläche.

Fraktionssprecher Maximilian Kastner dankte Mario Rabenbauer im Namen von CSU und Wählerbund und freute sich auf die Umsetzung der notwendigen Projekte. FW-Fraktionssprecher Winfried Neubauer war der Ansicht, dass neue Baugebiete in der heutigen Form – Einfamilienhäuser mit 1000 Quadratmeter großem Grundstück - nicht mehr möglich seien. „Wir müssen in die Höhe denken.“ Baulücken sollten konsequent genutzt werden. „Die Innenstadt muss attraktiv bleiben.“ Auch sprach er sich dafür aus, dass die Feuerwehr in Waldershof im Zentrum bleibt. Die Durchgangsstraße müsse sich zu einem Bereich mit Platzcharakter wandeln. „Es muss Leben in die Stadt. Dann siedelt man sich dort gerne an.“

Ein herzliches Dankeschön bekam Rabenbauer auch seitens der SPD-Stadtratsfraktion. Jürgen Ranft unterstrich: „Was du aufgezeigt hast, wird uns die nächsten Jahre beschäftigen.“ Oskar Kastner (Freie Wähler) bat zu prüfen, welche Förderprogramme greifen könnten. Bürgermeisterin Margit Bayer fasste zusammen: „Flächensparen ist das Thema schlechthin.“ Zeitnah solle es eine Klausurtagung geben: ein Tag zum Komplex Innenstadtentwicklung, ein Tag zum Thema Haushalt/Finanzen.

Auch Geschwindigkeitsbeschränkungen waren Thema in der Sitzung des Waldershofer Stadtrats

Waldershof

„Flächensparen bringt Lebensqualität.“

Zweiter Bürgermeister Mario Rabenbauer

 

 

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