24.06.2020 - 11:58 Uhr
WaldershofOberpfalz

Reparatur-Café droht das Ende

Seit fünf Jahren gibt es das Reparatur-Café im Alten Rathaus. Das Helferteam zieht nun einen Schlussstrich. Die neue Bürgermeisterin würde das Angebot aber gerne aufrechterhalten.

Ewald Weber (links) und Josef Nachbar (rechts) waren im Team mit Beate Singer, Werner Rudolf und Egon Keller die Hauptakteure im Waldershofer Reparatur-Café.
von Oswald ZintlProfil

Das Waldershofer Reparatur-Café im Alten Rathaus, das auf Initiative von Bürgermeisterin Friederike Sonnemann im Juli 2015 ins Leben gerufen wurde, steht vor dem Aus. Altersbedingt und wegen der seit Monaten andauernden Corona-Pandemie hat sich das ehrenamtliche Helferteam schweren Herzens entschlossen, seine Tätigkeiten einzustellen.

„In unserem Team gab es Krankheitsfälle, und wir gehören alle zur Corona-Risikogruppe“, erklärt Josef Nachbar im Gespräch mit der Frankenpost. Die Entscheidung, die ehrenamtlichen Serviceleistungen einzustellen, ist den Helfern Josef Nachbar, Ewald Weber, Beate Singer, Werner Rudolf und Egon Keller nicht leicht gefallen. Das Motto „zweite Chance für alte Dinge“ galt jeden Montag von 15 bis 16 Uhr im Alten Rathaus. An den meisten „Reparatur-Tagen“ herrschte Hochbetrieb, erinnert sich Josef Nachbar, der von der ersten Stunde an dabei war.

In den zurückliegenden fünf Jahren haben die Helfer ältere Heckenscheren, Heizlüfter, Lichterketten, Föhne, Staubsauger, Stühle und Schubladen repariert, um nur einige Dinge zu nennen. Auch Näharbeiten, wie Knöpfe wieder zu befestigen, waren immer wieder gefragt. Die Hilfesuchenden kamen nicht nur aus der Kösseinestadt und ihren Ortsteilen, sondern sogar aus Selb, Höchstädt, Thierstein, Neusorg, Kemnath, Pechbrunn, Marktredwitz, Tirschenreuth und Fuchsmühl. Das Team verstand sich hervorragend und kümmerte sich mit viel Hingabe um alle Besucher mit ihren defekten Gerätschaften oder beschädigten Kleidungsstücken. Insgesamt hat Josef Nachbar, der genau Buch über die Arbeit führte, 479 Reparaturen festgehalten.

Während sich die „Profis“ um die Reparaturen oder Diagnosen kümmerten, standen für die Besucher Kaffee und Kuchen bereit, für die ebenfalls das Helferteam gesorgt hatte. „Für uns stand der Mensch immer im Mittelpunkt“, erklärt Josef Nachbar und ergänzt: „Der Erfolg war in erster Linie dem Fachwissen und dem handwerklichen Geschick von Ewald Weber geschuldet.“ Die eingenommenen Trinkgelder wurden der Jobst-vom-Brandt-Schule für die Unterstützung eines Schulprojektes in Afrika überreicht.

Für uns stand der Mensch immer im Mittelpunkt.

Josef Nachbar

Bürgermeisterin Margit Bayer akzeptiert die Entscheidung des eingespielten Helferteams und bedankt sich für das Engagement. Das Stadtoberhaupt würde aber das Reparatur-Café gerne am Leben erhalten, wenn sich handwerklich geschickte Helfer anbieten. Interessierte können sich im Rathaus unter Telefon 09231/979933 melden.

Bericht über eine Spendenübergabe des Teams des Waldershofer Reparatur-Cafés

Waldershof

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