18.06.2021 - 10:17 Uhr
WaldershofOberpfalz

TSV Waldershof setzt auf Naturnähe

Der TSV Waldershof wählt bei der Tribünengestaltung eine naturnahe Lösung. Die Helfer pflanzen 900 Setzlinge.

Naturschutzwächter Konrad Zier (links) mit Hundedame Lilly und TSV-Vorsitzendem Gerhard Greger (rechts) an der Naturtribüne.
von Oswald ZintlProfil

Die Arbeiten an der Naturtribüne am Sportgelände am Hammerrang in Waldershof finden den Zuspruch von Naturschutzwächter Konrad Zier, der für die Gemeinden Waldershof, Pullenreuth, Neusorg und Brand zuständig ist. Bei einer Ortsbesichtigung mit den beiden Vorsitzenden Gerhard Greger und Bernd Aßmann konnte sich der ehrenamtlich für die Untere Naturschutzbehörde tätige Zier von der naturnahen Gestaltung des Tribünenbereiches überzeugen.

Orientiert am alten Verlauf der mittlerweile verwilderten und zugewucherten Granitstein-Tribüne, die zum Teil nun wieder freigelegt wurde, fügt sich die bearbeitete Fläche in den südöstlichen und als Biotop kartierten Bereich des Hammerrang-Geländes ein. Ein Biotop begrenzt übrigens auch den nordwestlichen Teil des TSV-Geländes: Der Walbenbach und die Kössein, deren Bachbett-Pflege im angrenzenden Grundstücksbereich ebenfalls der TSV seit Jahren ehrenamtlich leistet.

Natursteine

Bewusst wurden Überlegungen hin zu einer Überdachung oder gar Plastikbestuhlung der Tribüne schnell wieder verworfen. Das Sportgelände am Hammerrang soll sich auch künftig in die herrliche Umgebung am Stadtrand von Waldershof einbetten. Dazu Gerhard Greger: „Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass keine einzige Schaufel Beton beim Bau der Tribüne verwendet wurde. Die Treppen werden – wie seit jeher – mit Natursteinen verwirklicht.“

Neben Grasflächen, die mit Bänken für die Zuschauer der Fußballspiele am Hauptplatz des TSV Waldershof bestückt werden, wurden 900 Setzlinge ehrenamtlich gepflanzt. Deren Blüten bieten im Frühjahr den Bienen Nahrung und helfen ab Herbst mit ihren Beeren den Vögeln, gut über den langen Oberpfälzer Winter zu kommen. Die Investitionen des TSV dafür bewegen sich laut Bernd Aßmann im mittleren vierstelligen Euro-Bereich.

Neuer Lebensraum

Vom Fachmann in Sachen Naturschutz bekamen die TSV-Vorsitzenden wertvolle Tipps, wie man mit kranken oder instabilen Bäumen umgehen sollte, die im Laufe der Jahre eine Gefährdung von Spielern und Besuchern der Sportstätte darstellen könnten. Auf eine bestimmte Höhe abgesägt, verschaffe der Stumpf dem Specht die Möglichkeit, sich Höhlen zu zimmern, die dann wieder von diversen Höhlenbrütern übernommen würden. Das abgesägte Holz der Krone verbleibe vor Ort und biete Insekten, Pilzen und einer Vielzahl von weiteren Waldbewohnern Lebensraum, um schließlich den Nährboden für eine künftige Baumgeneration sicherzustellen.

Die Vorsitzenden bedankten sich herzlich bei Konrad Zier für die Zeit, die er sich für die Beratung der Verantwortlichen des TSV genommen hat. „Wir werden sicher auch künftig auf seine Expertise zurückgreifen“, erklärt Bernd Aßmann.

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Waldershof

„Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass keine einzige Schaufel Beton beim Bau der Tribüne verwendet wurde."

TSV-Vorsitzender Gerhard Greger

 

 

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