21.09.2021 - 13:42 Uhr
WaldershofOberpfalz

Wahlaufrufe der besonderen Art in Waldershof

In Waldershof animieren Jugendliche mit Sprüchen auf dem Asphalt die Bürger, ihre Stimme bei der Bundestagswahl abzugeben. Die Aktion begegnet allen auf Schritt und Tritt.

„Geht wählen!“, heißt es in bunter Schrift an 25 Stellen im Waldershofer Stadtgebiet, so wie hier im Stadtpark.
von Autor FPHProfil

Eigentlich müsste die Beteiligung an der Bundestagswahl am Sonntag in Waldershof weit höher sein als andernorts. Kein Bürger, der in der Kösseinestadt unterwegs ist, kommt dieser Tage um Wahlaufrufe herum.

„Uns ist es ein riesiges Anliegen, die Bürger zur Wahl aufzurufen. Wählen ist ein Grundrecht und daher einfach wichtig“, betont Miriam Andritzky. Sie ist Zweite Jugendbürgermeisterin in Waldershof und Mitinitiatorin einer etwas anderen Aktion: Überall im Stadtgebiet haben Jugendliche mit Spritzkreide Wahlaufrufe platziert. Egal, ob an der Bushaltestelle im Markt, im Stadtpark und sogar beim Kalvarienberg – an 25 Stellen heißt es: „Geht wählen“, „Auf zur Wahl“ oder „Briefwahl jetzt“. „Wir dachten, dass dies eine coole Aktion ist und haben sie bei der Stadt angemeldet“, berichtet Miriam Andritzky. Natürlich hätten die Mädchen und Jungen vom Jugendparlament keine konkrete Wahlempfehlung geben wollen. „Wir wollen lediglich möglichst jeden an sein Wahlrecht zu erinnern.“

Miriam Andritzky und ihre Mitstreiter haben alte Pappkartons genommen, mit einem Cutter die Buchstaben ausgeschnitten und sind anschließend durch Waldershof spaziert. An allen möglichen Stellen sprühten sie dann mit Kreide ihre bunten Botschaften auf den Asphalt. „Keine Angst, der nächste Regen wird die Sprüche wegwaschen“, sagt die 19-jährige Waldershoferin, die an der Alanus-Hochschule in Alfter bei Bonn „BWL – Wirtschaft nachhaltig gestalten“ studiert. In dem Studiengang wird betriebswirtschaftliches Fachwissen mit künstlerischen Methoden und Philosophie sowie Ethik verknüpft.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind die bunten Wahlaufrufe die erste richtige Aktion, die die Mitglieder des Jugendparlaments organisiert haben. „Die Pandemie ist für uns eine schwierige Zeit, da es nicht einfach ist, online eine gute Gruppendynamik zu entwickeln“, sagt Miriam Andritzky. Die Bundestagswahl ist den jungen Erwachsenen aber nun derart wichtig, dass sie auf mehreren Wegen die Bürger dafür begeistern wollen. „Auf unserem Instagram-Kanal, der vor allem für die Jugendlichen gedacht ist, stellen wir Wege vor, wie man sich informieren kann. Klar ist auch der Wahl-O-Mat vertreten, aber nicht nur. Uns geht es auch um eine Wahlentscheidung mit Blick auf Nachhaltigkeit.“

Wie Miriam Andritzky sagt, ist ihr das Jugendparlament „verdammt wichtig“. Es sei nicht einfach, Jugendliche zu finden, die sich engagieren wollen. „Umso schöner ist es, dass es so etwas bei uns in Waldershof gibt. Daher muss das Jugendparlament erhalten bleiben.“

Nun sind die Jugendlichen gespannt, ob ihre Aktion Früchte trägt. Die Ausrede, die Wahl schlicht vergessen zu haben, gilt in Waldershof nicht. In keinem anderen Ort in der Umgebung werden die Bürger intensiver an die politische Richtungsentscheidung erinnert. Buchstäblich auf Schritt und Tritt ist auf der Straße der einprägsame Schriftzug zu lesen: „Geht wählen!“

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„Uns ist es ein riesiges Anliegen, die Bürger zur Wahl aufzurufen. Wählen ist ein Grundrecht und daher einfach wichtig.“

Zweite Jugendbürgermeisterin Miriam Andritzky

 

 

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