23.11.2021 - 10:50 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Altlastenbeseitigung an der ehemaligen Gipsformen-Deponie in Waldsassen

Schweres Gerät an der Baumeister-Emil-Engel-Straße: Der Austausch des belasteten Bodens auf der Fläche nebenan ist angelaufen. Zur Wochenmitte geht dann noch eine besondere Anlage in Betrieb.

Die Humusschicht wird zum Teil bereits abgefahren und auf einem Grundstück an der Konnersreuther Straße zwischengelagert. Das Bild entstand am Montag.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Begonnen wurde kürzlich mit dem Ausbaggern der Gipsformen auf der ehemaligen Deponie der Porzellanfabrik Bareuther entlang der Baumeister-Emil-Engel-Straße und dem Bahndamm in Waldsassen. Die Humusschicht auf dem großen Grundstück, das lange Zeit landwirtschaftlich genutzt worden war, ist zum Teil bereits abgefahren. Als Zwischenlager dient ein Grundstück im Eigentum der Stadt Waldsassen an der Konnersreuther Straße – auf Höhe des Autohauses Braunschläger.

Die Situation auf der Baustelle, die vor Wochen mit einem massiven Zaun umfriedet wurde, ändert sich fast täglich. Die Arbeiten gehen flott voran; beendet sein sollen sie voraussichtlich in der zweiten Hälfte kommenden Jahres.

Drei Ziele für die Entsorgung

Die Gipsformen werden ausgekoffert und nach der Beprobung entsorgt. Mehrere Ziele stehen dafür zur Auswahl, wie Stadtbaumeister Hubert Siller auf Anfrage von Oberpfalz-Medien erklärte. Vor Ort geprüft wird das Material; danach wird es zu verschiedenen Sammelstellen gebracht. Bei der Belastung handelt es sich um Sulfite, die aus dem Gips ausgewaschen werden und Verunreinigungen eintragen könnten, etwa ins Wasser.

Gering belasteter Aushub wird nach Wiesau zur Firma Mauerer gebracht, mittelschwer belastetes Liefergut darf in der Deponie in Steinmühle entsorgt werden. Zur Deponie Sandmühle bei Arzberg wird stärker belastetes Material geliefert. Nach dem Aushub auf dem Gelände werden die entstandenen Gruben wieder verfüllt: Das Material wird mit Muldenkipper-Fahrzeugen angeliefert.

Mit Hochdruckreinigern

"Die machen jetzt weiter, so lange es mit der Witterung geht", so auf Anfrage von Oberpfalz-Medien über Dauer der Aktion im Hinblick auf das doch schon fortgeschrittene Jahr und den nahenden Wintereinbruch. Deshalb wurde vor wenigen Tagen eine Lkw-Reifenwaschanlage angeliefert; diese soll voraussichtlich ab Mittwoch in Betrieb sein, wusste Siller.

Mit der Anlage, die zum Teil im Boden versenkt ist, soll die Konnersreuther Straße vor allem auch bei schlechter Witterung vor zu starker Verunreinigung geschützt werden. "Wenn die hinausfahren, ziehen sie nicht so viel Dreck auf die Straße", so Siller über die Anlage: Beim Befahren mit den Schwerlastfahrzeugen werden die Räder mit Hochdruckreinigern gesäubert.

Anfang Oktober ist die Baustelle eingerichtet worden

Waldsassen
Hintergrund:

Knapp 6000 Lkw-Fuhren für den Abtransport des Erdreichs

  • Die Fläche, auf der die Arbeiten für die Bodensanierung laufen, ist rund 1,8 Hektar groß.
  • Laut Stadtbaumeister Hubert Siller sind die Gipsformen bis zu vier Meter tief vergraben. Dies haben Proben im Vorfeld ergeben.
  • Somit sind rund 70.000 Kubikmeter Aushub erforderlich.
  • Ein Vier-Achs-Lastwagen, wie sie auf der Baustelle in Waldsassen im Einsatz sind, fasst in etwa 10 bis 12 Kubikmeter Aushub. Damit errechnen sich knapp 6000 Lkw-Fuhren, die für den Abtransport des belasteten Erdreichs nötig sind.

"Wenn die hinausfahren, ziehen sie nicht so viel Dreck auf die Straße."

Stadtbaumeister Hubert Siller über die Lkw nach dem Befahren der Reifenwaschanlage auf der Baustelle

 

 

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