11.06.2021 - 12:40 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Ein außergewöhnlicher Start in der Basilika Waldsassen

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Einsätze außerhalb der Kirche sind eher die Ausnahme im Alltag eines Mesners. Schon deshalb wird Thomas Tremmel seine ersten Arbeitstage als Mesner in besonderer Erinnerung behalten.

Der neue Basilika-Mesner Thomas Tremmel (links) zusammen mit Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Seit 1. Juni ist Thomas Tremmel neuer Mesner in der Basilika Waldsassen. Der 45-jährige Single ist Nachfolger von Martina Weiß. Sie war seit Oktober im Amt und ist auf eigenen Wunsch bereits Ende Mai wieder aus dem Dienstverhältnis ausgeschieden.

"Der Pfarrer hat einen Mesner gesucht", sagt Tremmel im Gespräch mit Oberpfalz-Medien auf die Frage, wie er nach Waldsassen kam. Das Metier sei nicht neu für ihn. "Das ist die Arbeit, die ich gerne mache." Fünf Jahre lang war er Mesner in der Pfarrei St. Ludwig in München, hatte die Stelle aber wieder aufgegeben. Dies erfuhr Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl und setzte sich mit Tremmel in Verbindung. Beide kennen sich seit langer Zeit, "von daheim", wie sie sagen: Pfarrer und Mesner stammen aus Neukirchen beim Heiligen Blut.

"Das war schon ein außergewöhnlicher Start", blickt Tremmel zurück auf die ersten Tage im neuen Job. Denn gleichzeitig begannen die Vorbereitungen für den TV-Gottesdienst an Fronleichnam. "Die habe am 1. Juni angefangen. Da sind auch schon die Fernsehleute gekommen." Die hätten dann wissen wollen, wo was zu finden wäre. "Ich habe denen gesagt: Da muss ich auch erst mal schauen."

Großer Trubel zum Auftakt

Es sei nicht normal, dass gleich am ersten Tag ein solcher Trubel herrscht und das Fernsehen vor Ort ist, so Tremmel im Rückblick. "Wir haben uns arrangiert", sagt der neue Mesner; wesentliche Dinge in den Aufgaben seien ja immer gleich. Und Pfarrer Vogl sagt: "Wenn sich da jemand darauf einlässt und die Ruhe bewahrt, dann ist das schon einmal ein gutes Zeichen." Doch so etwas, sagt Tremmel, bringe ihn nicht aus dem Konzept. Erleichtert worden sei die Situation, fügt Pfarrer Vogl hinzu, dass auch die Fernsehleute nicht das erste Mal in Waldsassen waren. Dennoch sei eine gewisse Hektik da. "Das ist für einen Einstieg nicht leicht."

Insgesamt 19 Jahre arbeitete Thomas Tremmel in München: Vor der Zeit als Mesner verantwortete er in einer Anwaltskanzlei das Büromanagement. "Die haben dich gelobt über den Schellenkönig", verrät Pfarrer Vogl aus dem Inhalt des Arbeitszeugnisses. Mit dem Leben in der Großstadt mochte sich Tremmel aber nicht anfreunden und pendelte regelmäßig in die Heimat, wo seine Mutter lebt.

Lange Wege in der Basilika

"Ich war Ministrant, da wächst man so hinein", erinnert sich Tremmel über den Zugang zum kirchlichen Leben spricht von einer Fügung, dass er jetzt in Waldsassen arbeitet. "Die Kirche ist schon sehr mächtig. Da fühlt man sich klein", schildert der neue Mesner seinen ersten Eindruck von der Basilika. "Und die Wege sind extrem lang."

"Es muss schon auch das Zwischenmenschliche passen – nicht nur mit dem Vorgesetzten, auch mit dem Umfeld", sagt Tremmel. Er freut sich auf die vielen Begegnungen mit Mitarbeitern und Helfern in der Pfarrei; viele davon habe er aber auch schon vor dem TV-Gottesdienst kennenlernen dürfen.

"Ich merke, dass eine große Freude da ist bei den Leuten, dass das nun geklappt hat", ergänzte Pfarrer Vogl über die Neubesetzung des Postens in der Basilika. "Das ist die Visitenkarten von Waldsassen, zusammen mit dem Kloster", so Vogl. Der Kirchenraum und damit die Liturgie seien Aushängeschild. "Da trägt man hohe Verantwortung dafür. Das muss einem auch ein Anliegen sein."

Am ersten Arbeitstag des neuen Mesners begannen die Vorbereitungen für die Gottesdienst-Übertragung im Fernsehen

Waldsassen

"Die Kirche ist schon sehr mächtig. Da fühlt man sich klein."

Thomas Tremmel, Mesner in der Basilika

"Wenn sich da jemand darauf einlässt und die Ruhe bewahrt, dann ist das schon einmal ein gutes Zeichen."

Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl über Thomas Tremmel in der Hektik vor der TV-Übertragung

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