06.05.2019 - 12:11 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Besucher kaufen den Hennen die Eier unterm Hintern weg

Was für eine Erfolgspremiere: Am Sonntag wurde der "1.Kleintiermarkt Waldsassen" von 1500 Besuchern überrollt. Die Veranstalter, der Kleintierzuchtverein, sind hochzufrieden und versprechen Wiederholung.

von Ulla Britta BaumerProfil

Am Sonntag steht eine strahlende Heike Suchanek auf dem Gelände des Kleintierzuchtvereins und zeigt, vom Run auf die Veranstaltung überwältigt, in die Runde. "Heute Morgen war noch mehr los hier. Überall Leute, wir sind überrollt worden." Die Vereinsvorsitzende hat auch Nachmittag allen Grund zur Freude. Der erstmals vom Verein veranstaltete Kleintiermarkt wird zu einem grandiosen Erfolg. Auf dem Freigelände tummeln sich trotz eiskalten Wetters Jung und Alt, Züchter, Händler, Neugierige, Neulinge auf dem Zuchtsektor, Familien, Pärchen, Einheimische oder "Zugereiste" von Bayreuth bis Windischeschenbach und aus Tschechien: Beinahe machen die Besucher in ihrer Vielfalt den unzähligen Kleintierrassen, die von den Waldsassenern und zugereisten Händlern vorgeführt werden, Konkurrenz.

Händler Gerhard Mündel aus Oberprex bei Regnitzlosau folgte der Einladung der Klosterstädter und ist begeistert. Mündel züchtet seit zwölf Jahren Wachteln, regelmäßig geht er damit auf Märkte. Er hat sich vor der Ausstellungshalle mit seinen Tieren platziert. In der Halle sei es ihm zu dunkel gewesen. "Damit habe ich mich selbst bestraft", lacht er ob der Kälte. Mindel macht gute Geschäfte. Alles sei da, was nötig für eine derartige Veranstaltung sei. "Ich bin begeistert!", lobt der erfahrene Händler die Veranstalter.

Heike Suchanek verkauft einem jungen Mann fünf Hühner mitsamt Käfig. "Meine Großeltern hatten immer Hühner. Das wollen wir jetzt wieder einführen", lautet das Argument des Tirschenreuthers für die neue, höchst lebendige Anschaffung. Bereits zur Mittagsstunde, erzählt eine Züchterin, seien nahezu die Hälfte aller Gitterboxen in der Halle wieder leer gewesen, ausverkauft. Die Hühner, Küken, Gänse, Puten, Enten und was sonst noch alles im gefiederten Bereich anwesend ist, gehen auch nachmittags weg wie die warmen Semmeln. Die schöne Veranstaltung animiert dazu, sich ein Tierchen anzuschaffen: Eine kleine Familie hat's gewagt. Wohl auch deshalb, weil es am Markt auch das komplette Equipment dafür angeboten wurde.

Die Tochter darf ihr Häschen im Käfig selbst tragen, die Mutter bekommt das Futterpaket und der Vater schleppt eine große Portion Stroh hinterdrein. Zu sehen und erleben gibt es mehr als genug. Die niedlichen Viecher sind das Lockmittel schlechthin, so dass sich gegen 14 Uhr bereits neue Menschenschlangen durch das Eingangsportal zum Freigelände drängen.

In Außenkäfigen strecken gelbflauschige Gänsekinder ihre Köpfchen den Menschenkindern zum Streicheln entgegen, zwei Ziegen betteln um Futter. In Heike Suchaneks niedlichem Miniatur-Hühnerdorf liebkosen Kinder und Erwachsene putzige Löwenkopf-Kaninchen oder bewundern rosa Sittiche. Zauberer Franz ist vor Ort, Christine Böhm zeigt Kunsthandwerk, jeder kann sich mit Leckereien von Bratwürsten bis Crepés eindecken. Suchanek fachsimpelt im Minutentakt mit Züchtern aus nah und fern. Sie freute sich über den Besuch von Kollegen aus Windischeschenbach, die ihr zur Veranstaltung herzlich gratulieren und berichtet freudig, sogar Ingolstädter Züchter seien da. Reinhard Wurm aus Konnersreuth, dort Vorsitzender des Kaninchenvereins und Zweiter Bürgermeister, bietet ihr Vereins-Zusammenarbeit an. Auch Wurm lobt die Initiative zum Kleintiermarkt in höchsten Tönen.

Wie viele Besucher es insgesamt gewesen sein könnten am Sonntag kann Suchanek nicht mehr schätzen. Sie versucht, es am Bratwurstbedarf hochzurechnen, der mittags bei 400 Paaren liegt. Damit sollte der Gästeansturm weit über der Zahl 1000 liegen. Liegt er auch: Am Abend zählt der Verein 1500 Besucher. Allein das aktuelle Bild, das sich bietet, fordert die Klosterstädter Kleintierzüchter geradezu auf, es wieder zu tun. "Die Leute haben den Zuchthennen die Eier unterm Hintern weggekauft", strahlt eine hochzufriedene Heike Suchanek und meint das wirklich ernst. Das frische Gelege sei zum Ausbrüten bestimmt. Der schöne Erfolg macht ihr die Entscheidung leicht zu einer Wiederholung. "Der Termin für den nächsten Kleintiermarkt steht. Am 3. Mai 2020", so Heike Suchanek.

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