26.07.2019 - 16:16 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Bodenerosion eindämmen

Starkregen verursachte im vergangenen Jahr unter anderem in Kondrau, Konnersreuth und Waldershof Schäden. Daher läuft in diesen drei Ortschaften seit Anfang 2019 das Projekt "boden:ständig".

Mit einem ersten Informationstag auf dem Feld wurde das "boden:ständig"-Projekt in Waldershof eingeleitet.
von Externer BeitragProfil

Die Gemeinden und Landwirte erarbeiten nun im Rahmen des Projektes Konzepte, um die Erosion landwirtschaftlicher Böden zu vermindern und unkontrolliert abfließendes Oberflächenwasser zu bremsen. Geleitet wird das Projekt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Tirschenreuth.

Die nächsten Informationsveranstaltungen für die örtlichen Landwirte und Grundstückseigentümer in den Projektgebieten sind für August geplant. Dabei wird laut Pressemitteilung jeweils der Zwischenstand der Projekte vorgestellt. Auch sollen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, Bodenabtrag auf Ackerböden zu reduzieren und mehr Wasser in der Fläche zurück zu halten. Weitere Informationen zu den Terminen erhalten die Betroffenen durch persönliche Einladung.

Schon vor einiger Zeit fanden erste Feldtage in den drei Gebieten statt. Zwei Fachleute informierten die Landwirte über Möglichkeiten, wie die Bodenerosion eingedämmt werden kann. Die Bürgermeister der drei Kommunen hoben jeweils hervor, wie bedeutend die Teilnahme der örtlichen Bauern für den Erfolg der Projekte sei.

Wasserberater Michael Lukas vom Fachzentrum Agrarökologie erläuterte mit Versickerungsversuchen anschaulich die positive Wirkung einer Mulchauflage gegen Bodenerosion. Im Gegensatz zum unbedeckten Boden bremst die Mulchdecke den Wasserabfluß, so dass es mehr Zeit zum Versickern hat.

Weitere wichtige Bausteine zur Verhinderung von Erosion auf Ackerböden sind eine ausreichende Kalkversorgung und ein möglichst hoher Humusanteil in den Böden, so Lukas. An Hand einer Spatenprobe im „Mulchsaat-Mais“ konnten sich die Teilnehmer vom lockeren Aufbau des Bodens überzeugen. Die krümelige Struktur zeigte deutlich, dass dieser Boden viel Wasser aufnehmen kann. Lukas wies außerdem noch darauf hin, dass neben dem Schutz des Bodens vor Erosion der Maisanbau mit Mulchsaat einen weiteren Vorteil bringt.

Durch den Anbau von Zwischenfrüchten im Herbst wird durch die Wurzeln nicht nur die Versickerung erhöht, sondern auch Stickstoff im Boden fixiert und über den Winter gebracht. Im Frühjahr steht der Stickstoff den Pflanzen wieder zum Wachstum zur Verfügung. Ludwig Peter vom Erzeugerring Oberpfalz erläuterte beim Feldtag die weiteren Pflanzenschutzmaßnahmen im Maisan-bau und gab Tipps zur Aussaat von Zwischenfrüchten im Herbst, damit der Maisanbau in Mulchsaat im Frühjahr optimale Startbedingungen hat.

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