02.11.2018 - 12:46 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Dachstühle das "Egerer Phänomen"

Über eine hohe Auszeichnung freuen darf sich der Stiftungsfonds Historisches Cheb/Eger: Die Organisation in der tschechischen Nachbarstadt von Waldsassen erhält einen Preis des Nationalen Denkmalinstituts.

Der Bauhistoriker Michal Panáček, Marcela Brabačová und David Otáhal vom Nationalen Denkmalsinstitut im Hof der Burg Jindřichův Hradec (Neuhaus).
von Autor GJBProfil

Erst vor drei Jahren wurden Historiker darauf aufmerksam: Die Dächer der Egerer Patrizierhäuser auf dem Marktplatz sind einzigartig, denn nirgendwo in Europa gibt es noch ein derartig gut erhaltenes Ensemble an historischen Dachstühlen. Die Arbeit der Egerer Zimmerleute – aus einer Zeitspanne von mehr als sechs Jahrhunderten – ist hier unverändert erhalten geblieben. Es ist gelungen, mindestens zwölf mittelalterliche Dachstühle aus der Zeit der Renaissance und des Barock und aus späteren Zeiten zu identifizieren. Bewundernd werden diese Holzkonstruktionen in Tschechien als das „Egerer Phänomen“ bezeichnet.

Auf Initiative des Stiftungsfonds Historisches Eger, in Zusammenarbeit mit der Stadt Cheb und dem Denkmalinstitut in Loket, erforschte und dokumentierte man die historischen Dachstühle der Patrizierhäuser auf dem Marktplatz. Dann wurde die Besichtigungstrasse „Unter den Dächern der Häuser von Eger - ein Weg durch Jahrhunderte“ erstellt, welche sehr schnell zu einer Attraktion für Touristen und für Historiker geworden ist.

Dafür gab es für Marcela Brabačová, Leiterin des Stiftungsfonds Historisches Cheb/Eger, Anerkennung von höchster Stelle: „Patrimonium pro futuro“ heißt diese Auszeichnung des Nationalen Denkmalinstituts. Auf der Burg Jindřichův Hradec (Neuhaus) konnte Marcela Brabačová den Preis für die beispielhafte Präsentation dieses Kulturerbes der Stadt Cheb/Eger entgegennehmen.

Welche internationale Beachtung die einzigartigen Egerer Dachstühle und die Errichtung der Besichtigungstrasse bereits gefunden haben, beweisen die Teilnahme von Brabačová an einer Fachtagung des Bundesdenkmalinstituts von Österreich in Wien und die Einladung zu der Feier „100 Jahre Erste Tschechoslowakische Republik“ nach Nürnberg.

Dieses Projekt des Stiftungsfonds Historisches Cheb/Eger fand so großes Interesse, dass im kommenden Jahr eine internationale Tagung von Fachleuten für Denkmalspflege in Cheb stattfinden soll.

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